Was war mit Ludwig II., König von Bayern los? Warum ist er im Starnberger See ertrunken? Was wird vermutet? Welche Probleme hatte er?

4 Antworten

Bis heute weiß man nicht, was genau passiert ist. Ich war an der Stelle, wo heute ein Kreuz im Starnberger See steht. Da schwimmen heute Leute, das ist keine gefährliche Stelle. Versehentlich ertrinkt man da nicht.

Angeblich soll der König ein recht guter Schwimmer gewesen sein.

Ich denke, dass beide Varianten denkbar sind (er wollte sterben, und hat den Arzt mit in den Tod genommen, als der ihn zu retten versuchte - Ludwig war ziemlich groß, womöglich hatte er ihn im Kampf besiegt?; er wollte nicht sterben, und es waren noch andere Leute anwesend, die ein wenig nachgeholfen hatten, und dann die Leichen ins Uferwasser gelegt hatten).

Aber ich kann es auch nicht definitiv sagen. Ich war nicht dabei.

Zweifel bleiben bis heute. Die offizielle Version ist "man weiß es nicht".
Sicher war er psychisch krank. Ein Beweis für einen Selbstmord ist das aber nicht. Zudem muss man ja auch den Tod von Dr. von Gudden erklären.

Den sollten wir nicht vergessen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_von_Gudden

Ludwig II. war psychisch krank, litt unter Depressionen, manischen Schüben und zeitweiliger Derealisation. Er war gerade vom bayerischen Kabinett entmündigt worden, vor allem wegen der immensen Schulden, die er für seine irrealen Bauwerke ausgab. Ob er sich angesichts dieseer Lage selbst das Leben nahm oder ob da jemand freundlich nachgeholfen hat, wird sich wohl niemals so richtig klären lassen.

Fest steht jedenfalls, dass er sein Königreich umd ein Haar finanziell völlig an die Wand gefahren hätte.

Weil er aber so melancholisch verrückt ar, gilt er heute noch als eine Art Idol, wenigstens in Altbaiern.

Quelle: Ludwig II. (Bayern) – Wikipedia

Die Diagnose Guddens lautete auf Paranoia und Geistesschwäche. „‚Diese Schlußfolgerung ist heute nicht mehr zu halten‘, so Häfner. Nach dem Quellenstudium sei zweifelsfrei zu belegen, daß bei Ludwig II. keine Zeichen von Geistesschwäche und einer paranoiden Psychose vorlagen“, schreibt die Ärzte Zeitung.

Häfner kommt in seiner Studie über Ludwig weiterhin zum Schluss, dass die inneren Konflikte Ludwigs, etwa eine schon früh zu beobachtende Sozialphobie in Verbindung mit Scham- und Schuldgefühlen wegen seiner homosexuellen Neigungen, zur Entwicklung einer „nicht substanzgebundenen Sucht“ führten, wie sie etwa auch bei Glücksspielern vorliegt. Das Mittel der Sucht Ludwigs wurden seine Bauvorhaben. Der ständig wachsende Schuldenberg brachte ihn in zusätzliche äußere Schwierigkeiten. Diese, so Häfner, beeinträchtigten seine Handlungs- und Regierungsfähigkeit in durchaus erheblichem Maße. Wie auch z. B. bei Spielsüchtigen sei bei Ludwig ein zunehmender Realitätsverlust zu beobachten. Dagegen sei der König zu keinem Zeitpunkt geisteskrank, paranoid oder schizophren nach modernen Kriterien gewesen.

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@kiwirakete

Das mit den Homosexuellen Neigungen stimmt, da gab es so Geschichten mit Wachen oder so...

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@kiwirakete

Der Untergang des deutschen Bundes und der Souveränitätsverlust Bayerns nach den Kriegen von 1866 und 1870 dürften da als Auslöser in Frage kommen. Das muss für den damals noch jugendlichen König eine ziemlich schwere psychische Belastungsprobe gewesen sein.

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Dieser Häfner hält also, soweit ich das verstehe, nach heutigen Kriterien, nur eine "nicht substanzgebundene Sucht" und Realitätsverlust für wahr.

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@kiwirakete

In jedem Fall war der "Kini" ziemlich meschugge. Ach wenn das viele Altbaiern nicht gerne hören.

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Hilfe, Bayern mit "ai". :)

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@Ehrenman7

Du sollst lesen! Darin steht neben der Form Altbayern auch Altbaiern, weil der Dialekt wissenschaftlich "bairisch" genannt wird.

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@Altersweise

Ja, von mir aus, aber in Bayern wird dir niemand "Baiern" schreiben.

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In seinem letzten Brief an einen Freund beschuldigt er seinen Onkel Luitpold, der dann Prinzregent wurde einer Intrige gegen ihn. Er hat also schon mitgekriegt, dass da was gegen ihn läuft. Möglicherweise wollte der Onkel nicht, dass die Homosexualität seines Neffen bekannt wird. Wäre damals auch nicht einfach gewesen und da Otto, der Bruder bereits für geisteskrank erklärt wurde, war es ein leichtes Unterfangen nochmal dasselbe zu tun. Was dann letztendlich im Starnberger See passiert ist, wird nie geklärt werden.

Ja, Ludwig war ein Träumer, der vom politischen Geschäft frustriert war und sich immer mehr zurück gezogen hat in seine (Traum)Welt. Das sieht man ja an seinen Schlössern... Als man (ich glaube es waren die Minister) schließlich Ärzte nach Neuschwanstein schickte, welche seine geistige Inkompetenz bestätigen sollten, damit an seiner stelle "Prinzregent" Luipold regieren könne, da Ludwig schon seit längerer Zeit nicht mehr in München erschienen war und sich nicht um die Regierungsgeschäfte kümmerte, ließ er die Ärzte nicht durch und weigerte sich sogar entgegen Bismark's Rat sich an das Volk zu wenden (wegen Ludwig und Bismark kam es dazu, dass Bayern zu Deutschland hinzu kam). Ludwig hatte sich also über längere Zeit "abgeschottet"... Schließlich erklärten die Ärzte ihn in abwesenheit für "verrückt" und Luipold regierte als Prinzregent. Zwar hatte Ludwig noch einen Bruder (oder Halbbruder, der jünger war, aber weiß nicht so genau), doch der war bereits "verrückt" und unter ärztlicher Obhut.

Vermutet wurde damals, dass Ludwig in den See gesprungen sei, weil er eben "verrückt" war oder einfach so depressiv war, dass er nicht weiterleben wollte und sein Begleiter (war ein Arzt oder Freund, KA) ihn versuchte zu retten, aber sie dann beide ertranken (waren Nichtschwimmer).

Allerdings gibt es auch Theorien darüber, dass Ludwig nicht wirklich "verrückt" war, aber Minister und andere wichtige Leute ihn loswerden wollten, da er mit seinen Schlössern rücksichtslos die Staatskassen leerte und den Staat immer weiter verschuldete (Im Schloss "Herrenchiemsee" ist im großen Saal eine Wand unverputzt, da er kein Geld mehr zur Verfügung hatte), sich aber nicht um Heer oder anderes scherte.

LG, ich hoffe ich konnte weiter helfen.

Irgend ein 15 Jähriger "Ehrenman", der aus Bayern kommt (Halb deutscher Halb Afrikaner), sich sehr für Geschichte interessiert und mehrere Schösser von Ludwig II besucht hat, (darunter auch Herrenchiemsee).



Woher kennst Du die Antwort?: Eigene Erfahrung und Recherche.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

EHRENMANN. Danke. Auf Wikipedia steht interessanterweise, dass er nach heutiger Sicht laut einem Herrn Häfner an sich nicht paranoid, shizophren oder so war. Nur eine "nicht substanzgebundene Sucht" und Realitätsverlust hält Häfner für nachweibar.

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@kiwirakete

Ja, das trifft auch zu wenn man sich genauer mit seiner Geschichte beschäftigt.

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@kiwirakete

Kannst du meine Antwort zur hilfreichsten Antwort machen? ich bin noch ganz neu...

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@kiwirakete

Er war sicher menschenscheu. Man musste ihm ja das Essen auf einem Tisch in den Raum hochziehen, wo er aß. Er wollte nicht mal die Bediensteten im selben Raum haben!

Dazu gab es eine eigens angefertigte Konstruktion mit einem Tisch, der mit einem Flaschenzug anhebbar und senkbar war (zwischen zwei Räumen).

Allerdings ist das kein Beweis dafür, dass er suizidal war.

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@OlliBjoern

Wie? Man hat ihm das Essen auf einem Tisch geliefert? Dieser Tisch wurde von einem Flaschenzug manövriert? Damit kein Mensch reinkommen musste?

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@kiwirakete

"Natürlich wollte Ludwig II. es auch behaglich haben, auf seiner Gralsburg. Ein knisterndes Feuer im Kamin mag romantisch sein, doch Majestät bevorzugten stattdessen eine hochmoderne Heißluft-Zentralheizung. Dafür, dass die Speisen auf dem Weg zum König nicht kalt wurden, sorgte ein Speiseaufzug, die Dienerschaft hielt Ludwig II. per elektrischer Rufanlage auf Trab. In allen Stockwerken gab es fließendes Wasser, in der Küche sogar heiß und kalt. Auch heute noch dürfte beim Anblick der Neuschwansteiner Küche so mancher Küchenchef begeistert sein. Das interessanteste Gerät hier ist wohl der kleine Rumfordherd: Er setzte den Spieß durch Eigenwärme in Bewegung und konnte so die Umdrehungen des Spießes dem Grad der Hitze ständig anpassen."

https://www.br.de/neuschwanstein/ludwig2-koenigsschloesser-neuschwanstein-100.html

Ich war allerdings nicht in Neuschwanstein, sondern in Schloss Herrenchiemsee. Uns wurde der Speiseaufzug so erklärt, dass er beim Essen alleine sein wollte. (Vermutlich ging es auch schneller, als das Essen hoch zu tragen.)

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