Was war Meister Eckhart wirklich?

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Man weiß heute nicht allzu viel über Meister Eckhart. Der größte Teil seines Lebenslaufes, zumindest seine Herkunft und sein Werdegang bis zu seinem 33. Lebensjahr, stützt sich auf Vermutungen.
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Es war in den Adelsfamilien üblich, wenigstens einen Sohn oder Tochter der Kirche „zu weihen“ und schon früh einem Kloster zu übergeben. Zum einen regelte man damit komplizierte Erbfolgeansprüche, zum anderen versprach man sich davon „Heil“. Idealerweise fielen dann wie bei Eckhart die persönlichen Voraussetzungen mit den Anforderungen der äußeren Welt in komplementärer Weise zusammen.
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Zweitens waren zu dieser Zeit die Klöster Orte der Bildung, die Zöglinge lernten dort Lesen, Schreiben und Latein. Wo auch sonst, Schulen gab es ja nicht.
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Man muss aber dennoch in der Tat davon ausgehen - und das fällt uns heute schwer - dass die Menschen des Mittelalters von einem inbrünstigen Glauben erfüllt und durchwirkt waren. Das war keine Show, und auch nicht nur „Erbfolgeregelung“, sondern das war echt. Auch mochte man hier und da an den Vertretern Christi auf Erden zweifeln und berechtigt zweifeln – man lese nur die Ermahnungen der Hildegard von Bingen auch dem Klerus gegenüber – die grundsätzliche Richtigkeit der Heiligen Mutter Kirche bestand dennoch recht unangefochten. .
Als Gelehrter im Kirchendienst zu sein erscheint insofern nur einem Menschen unserer Zeit widersprüchlich und opportunistisch ;-))
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Eckhart, das ist richtig, gehörte dem Dominikanerorden an. Groß und mächtig wurde dieser Orden im Zuge der intellektuellen Bekämpfung der als Häretiker verdammten Gläubigen, allen voran der Katharer. Später gingen deshalb aus den Dominikanern die Inquisitoren hervor. Irgendwo las ich auch einmal die abschätzige Bezeichnung von den „cani domini“, Hunde des Herrn. Daraus zu schließen, Eckhart sei ein Inquisitor gewesen halte ich dennoch für falsch. Nicht jeder Dominikaner war automatisch ein Inquisitor. Aus seinem Werk und Wirken sind uns jedenfalls keine inquisitorischen Ansätze bekannt.
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Zum Mystiker wurde Eckhart erst im 19. Jahrhundert erklärt und noch heute streiten sich die Gelehrten, ob denn das nun zutreffend sei oder nicht. Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass es Eckharts erklärtes Ziel war, die Wahrheit des christlichen Glaubens philosophisch, also vernunftsbasiert, zu begründen. (ea quae sacra asserit fides christiana … exponere per rationes naturales philosophorum).
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„Eckhart kündigt einen zweifachen Weg an: Zuerst will er mit philosophischen Vernunftargumenten zu dem hinführen, was die Heilige Schrift des Alten und des Neuen Testaments enthalte. Sodann wolle er zeigen, dass die heiligen Schriften andeutungsweise das enthalten, was die Philosophen als Grundsätze, als Folgerungen und Eigentümlichkeit der Natur darlegen. Quelle Kurt Flasch, Meister Eckhart Gesellschaft
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Gleichzeitig ist jedoch unübersehbar, dass Eckharts Predigten und Texte mystisches Gedankengut in Reinform enthalten. Zum einen weiß man natürlich, dass während seines Aufenthaltes in Paris der Mystikerin und Begine Margarete Porete der Prozess gemacht wurde, weil sie der Häresie angeklagt war. Es ist also davon auszugehen, dass Eckhart dies Geschehen aufmerksam verfolgte und auch das Corpus delicti kannte, den „Spiegel der einfachen Seelen“, ein Büchlein, das die Porete verfasst hatte über ihre mystische Gottesschau. Es wird Eckhart nachgesagt, er habe die Gedankengänge aus dem Spiegel aufgegriffen und versucht, diese zu Ende zu denken und in weniger inquisitionsanfällige Worte zu kleiden. Was ihm nicht gelungen ist, denn exakt diese Sätze bzw. dieses Gedankengut wurde später ihm selbst zum Verhängnis und Gegenstand der Inquisition gegen Eckhart.
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Wir haben es – und dies ist meine Einschätzung – mit zwei grundsätzlich verschiedenen Wegen zu tun, sich dem Phänomen Gott oder der Transzendenz zu nähern:
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Da ist einmal der Verstand, die Vernunft, der irgendwann an einen Endpunkt gelangt
und dann die „sich gänzlich hingebende liebende Erfahrung“, Grundlage der Mystik
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Die Frage lautet ja, ist Meister Eckhart Mystiker gewesen, sprich, ist er den Weg der Mystik in der Kontemplation gegangen? Wir wissen es nicht und es steht zu vermuten „Nein“. Es ist jedoch davon auszugehen, dass ab einem gewissen Grad tatsächlich auch die vernunftsbasierte Annäherung in eine allumfassende „gewahrseiende Erkenntnis“ ohne Worte zu führen vermag, die inhaltlich mit der mystischen Schau am Ende identisch ist. Bestes „Lebendbeispiel“ dafür ist beispielsweise die Philosophie des Ramesh Balsekar, ein konsequenter Vertreter der Advaita Vedanta, der Nicht-Dualität.
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Für mich persönlich ist die Beschäftigung mit den Mystikern eine Offenbarung. Insofern als dass sich über die verschiedenen Religionen und Jahrhunderte hinweg bis in unsere Zeit hinein eine gemeinsame verbindende Essenz, ein roter Faden, abzeichnet.
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Und insofern zähle ich Meister Eckhart schlichtweg zu den „Erleuchteten“.
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Er war einer der größten christlichen Mystiker.

Eckhart Tolle - lehren mit Bibel vereinbar?

Hallo liebe gf - Community,

nachdem ich gerade begonnen habe Eckhart Tolles Buch: The Power of Now (a. D: Jetzt - die Kraft der gegenwart) zu lesen und soweit auch sehr zufrieden mit dem buch bin, musste ich feststellen, dass Eckhart Tolle nun irgendwelche satanistischen Lehren an den kopf geworfen werden. Also, dass seine bücher nicht mit der Bibel vereinbar wären und dass er ein Satanist sei. Auch auf Satanistenforums wurdne letzter Zeit seine Bücher diskutiert. von manchen satanisten dabei gelobt, aber auch ebenfalls verflucht und gesagt, dass das auch ncihts mit satanismus zu tun habe. Nun bin ich sehr erschrocken und da ich ein christ bin hoffe ich jetzt natürlich auf eine schnelle Antwort ;)

Zu seinen Lehren: Das, was ich bisher aus seinem Buch gelernthabe:

  • das Jetzt ist die einzige Zeitform in der wir wirklich Leben, das Leben Sinn macht und wir leben sollten, da unser Verstand durch die vergangenheit und die Zukunft zu sehr beeinflusst wird.

  • der verstand ist grundsätzlich ncihts schlechtes. Wir haben nur verlernt, ihn gut zu gebrauchen, da er durch die Matrix so verfälscht worden ist. Wir sollen den Verstand schon benutzen, aber nicht bei lebensentscheidenden situationen, da dieser halt durch die Matrix verfälscht wurde

  • das Ego ist ein erschaffenes 'Wesen' des Verstandes. Es hält uns vom glücklichsein ab und hält unsere psychischen schmerzen aufrecht.

  • Die Worte 'ich bin' wurde schon viel zu oft benutzt ohne wirklich zu wissen was es bedeutet. 'Ich bin' beschreibt die höchste Form der seele und ist ein zustand absoluter Freude, wo kein psychischer schmerz hineinkommt. Denn da gibt es nur Mich (Ich) und meinen eigenen Zustand (bin) (für mich jetzt schwer zu erklären :D)

Zusatz: Eckhart tolle gehört keiner religion oder sonstiges an. Glaubt aber, dass es nicht nur einen Weg ins Paradies zu Gott gibt. So glaubt er z.B dass auch Katholiken, Muslime, buddhisten usw. ins Paradies zu gott kommen können. In seinem Buch 'Eine neue erde' kritisiert er das gedankengut des Menschen, dass wir alle immer so mürrisch sind und wir wieder frei sein, leben und glücklich sein sollen. Sodass wir auch jetzt schon 'einen teil der neuen erde' jetzt schon genießen können.

Vielen Dank BlueIsTheColour

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