Was war die Ursache der Wirtschaftskriese in spanien?

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2 Antworten

Die Immobilienkrise, d.h. im traditionell auf Eigenheim setzenden Spanien verteuerten sich die Immobilienpreise überproportional aufgrund der großen Nachfrage. Es wurde dann sehr viel gebaut, die Banken witterten das Geschäft und vergaben Kredite an Leute, die nicht unbedingt alle Garantien erfüllen konnten, im Wissen, dass sie ja im Notfall eben den Immobilienwert (der bis dato ständig anstieg) als Pfand hätten und die Immobilie eben versteigern oder anderweitig verkaufen konnten. Dann war der Immobilienmarkt gesättigt, in den USA wurde vorsichtig ausgelotet, was dort passieren konnte, wenn der Immobilienpreis mal fallen könnte mit dem Ergebnis, dass dort Banken kollapsierten, was auch in Europa eine Krise auslöste, wodurch sozusagen eine Kreditklemme entstand und durch diese oft keine Hypotheken mehr vergeben wurden, somit also die Immopreise fielen und am Ende die leichtfertig vergebenen Hypotheken durch den sinkenden Immobiliengegenwert nicht mehr gedeckt waren, was manche (unsauber arbeiteten) Banken in einen Strudel stoß und auch gesunde Banken zu weitaus mehr Eigenkapital verpflichtete, wobei die Rücklagen dann negativ in der Bilanz ausflien (d.h. ein Bank macht z.B. 500 Millionen Gewinn, muss nun aber 1 Millarden Rücklagen bilden, schaft das locker, hat aber lt. Bilanz nun 500 Millarden Verlust) und somit noch weniger neue Hypotheken verkauft wurden, die Preise weiter purzelten, noch höhere Rücklagen fällig waren usw. usf. Das hatte letztlich Auswirkungen auf die Kreditfähigkeit Spaniens, was nun auf einmal 5% mehr Zinsen für Kredite zahlen musste, aufgrund der nervösen Börsenlage. Durch den Verlust von Arbeitskräften in der Bauindustrie wurden auch Möbelhäuser, Handwerker, Immobilienhändler, Fahrzeugbauer (z.B. Baufahrzeuuge) und letztendlich auch Restaurants, PKW-Bauer usw. betroffen. Die Wirtschaftsleistung sank, die Arbeitslosigkeit stieg sprunghaft an, da die Wirtschaftsleistung zum BIP gemessen wird, wurden alle Ziele verfehlt, die Zinsen für Spanien stiegen ins Uferlose, EZB & Co. fordernten weitere Sparmaßnahmen, welche die Wirtschaft weiter abwürgten, forderten weitere Lockerungen der Arbeiterrechte, welche dann zur Massenentlassung genutzt wurden usw. usf.

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Alles, was Mambero schreibt, ist richtig. Darum nur zwei wichtige Ergänzungen.

1) Die Immobilienblase in Spanien auf Basis hoher Verschuldung hat was mit dem EURO zu tun, weil dadurch in Spanien sehr viel niedrigere Zinsen fällig wurden als ohne EURO. Der Immobilienboom wurde auch durch die spanische Politik angeheizt, die Bauaufträge wie wild vergeben haben.

2) Was in den abstrakten Wirtschaftstheorien immer viel zu niedrig bewertet wird: Wirtschaft ist ein "organischer Prozess". In diesem Prozess verteilt sich bei ungestörter Entwicklung die Energie auf alle Bereiche. Greift die Politik willkürlich ein, entsteht eine Blase, dann wird das ganze Kraftfeld auf diese Blase konzentriert und anderen Bereichen entzogen. Die bekommen kaum noch Arbeitkräfte, verlieren an Marktanteilen gegenüber ausländischer Konkurrenz. Die Blase zieht alles an, Arbeitskräfte, Kapital, Ideen, die ganze ökonomische Energie. Platzt diese Blase, hinterlässt das nicht nur in den betroffen Branchen ein Loch. Es hinterlässt ja auch das Loch, das vorher bereits durch Abzug der Energie aus den anderen Branchen abgezogen wurde. Bis das wieder ins Lot kommt, das dauert.

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Kommentar von prinnce
06.06.2016, 23:06

ich soll dazu ne Präsentation machen wie hätten sie die beiden texten in paar stichwörten auf einer Folie gepackt 

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