Was war die Grundaussage von Sigmund Freud?

7 Antworten

Es ist zwar nicht die Grundaussage, erklärt aber, warum Freud so angegriffen wurde und immer noch angegriffen wird: Er sagt, dass der Mensch vor allem "triebgesteuert" ist. 90% seiner Entscheidungen sind "unbewusst", gehen auf unreflektierte, triebmäßige Impulse zurück. Nur etwa 10% der Entscheidungen des Menschen sind reflektiert. Wie bei einem Eisberg, bei dem neun Zehntel unter der Oberfläche sind, und ein Zehntel sich im Freien befindet.

Diese Entdeckung Freuds war und ist für die "aufgeklärten" Menschen eine "Kränkung". Sie rückt den Menschen nahe heran an andere "Triebwesen", wie die Tiere. Der Mensch, der so stolz auf sich ist, steht nicht mehr im Mittelpunkt. Und so etwas können die Menschen nun mal nicht gut vertragen.

Ich selber halte folgenden Satz Freuds für die "Grundaussage", leicht zu merken: "Was Es ist, muss Ich werden." Was uns unbewusst steuert, tief unter der Oberfläche verborgen ist und uns "bewegt", muss in das klare Licht des Bewusstseins geholt werden, damit es keinen Schaden anrichten kann.

Freud hat alle Kulturleistungen des Menschen und auch alle psychischen Störungen monokausal auf die Sexualität zurückgeführt, die er als Trieb "Eros" nannte und als die schöpferische Kraft betrachtete. Der Grundkonflikt war für ihn, daß jeder Junge unbewußt seinen Vater verdrängen und die Mutter besitzen wolle und daß jedes Mädchen unbewußt die Mutter verdrängen und den Vater haben wolle (Ödipuskomplex). Dieser Konflikt müsse kreativ gelöst werden, um zu einem stabilen Gleichgewicht zu kommen.

Unter dem Eindruck des I. Weltkriegs erfand er später noch den "thanatos" dazu, einen unbewußten Trieb zur Selbstzerstörung.

jeder Mensch hat Ödipuskomplexe... ausser Sigmund Freud versteht sich lol

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