Was war die Baalskultur und welche Rolle spielte Elias oder Ilyas dabei?

5 Antworten

Wenn du Elija mit Baal in Verbindung bringst, fällt mir die Szene mit dem Opferaltar ein.

Der König (vielleicht besser: die Königin) wollte den Baalskult in Israel etablieren und ließ dazu Altäre bauen und Kultdiener ordinieren.

Elija gehörte zu denen, die dem wahren Gott Israels die Treue hielten und kämpfte gegen das königliche Ansinnen an, scheute sich auch nicht, den königlichen Hoheiten das erste der Zehn Gebote in Erinnerung zu rufen, mit verheerenden Folgen: es erging Befehl, Elija und seine Anhänger zu eliminieren; Elija selber entkam. Etwas später kam es zum "Wettstreit" zwischen dem HERRN und Baal an besagtem Opferaltar auf dem Berg Karmel: auf ihm lag das Opfertier bereit, das Feuer sollte Gott selber schicken. Nachzulesen ist das ganze im 1. Buch der Könige, Kapitel 18. Kurzfassung: Baal hat - natürlich - verloren.

Baal ist der kanaanäische Gottesname und heißt Herr. Aus Ugarit ist die meiste Baal-Literatur erhalten. Da verdrängte Alijan den alten El.

Nach Elias Weisung ließ er alle Baals- und Aserapriester auf dem Berg Karmel versammeln. Dort forderte Elia ein Gottesurteil, indem er dem Volk nahelegte 2 Brandopfer zu machen, eins wollte er, das andere sollten die Baalspriester ausrichten niemand aber sollte Feuer nutzen sondern dieser sollte der Gott sein, der mit Feuer auf den Anruf antworten würde, Ja*hwe oder der Gott Baal von Sidon.

Das Volk stimmte zu. Nachdem Elia Ja'hwe rief , fiel das Feuer Jahwes vom Himmel und verzehrte das Brandopfer, obwohl Elia es noch hatte mit viel Wasser nässen hatte lassen. Die Baalspriester beteten und tanzten 1 Tag, ohne dass ihr Opfer sich entflammte. Als das Volk das sah, schrien sie alle laut: "Jahwe sei Gott! Ja*hwe soll Gott sein! Elia zwang die Leute, die Baalspriester zu greifen, und er brachte sie an den Bach Kison und ließ sie dort hinrichten.

Abends zog der Regen auf, der die Dürre beendete. Isebel hörte, was Elia an ihren Priestern getan hatte, und wollte ihn töten lassen. Er floh in die Wüste, wo ihn der Engel Jahwes zum Berg Horeb geleitete. Dort erschien ihm Jahwe in einem Hauch von Wind und befahl, Chasael zum König von Aram, Jehu zum König von Israel und Elisa zu Elias' eigenem Nachfolger zu salben. Elia prophezeite dem König Ahab und seiner Frau Isebel den Untergang, weil er mit dem König von Aram ein Bündnis vor dessen Hinrichtung schloss und auch sonst dasRecht missbrauchte. Als die Zeit kam, dass Elia gen Himmel fahren sollte, ging er mit seinem Diener und Nachfolger Elisa vom Gilgal über Jericho bis über den Jordan. Die Propheten von Jericho wußten schon, daß Ja*hwe den Elia holen wollte. Jenseits des Jordans kam auf einmal der feurige Wagen Jahwes mit den feurigen Rossen und trennte Elia von Elisa; und Elia fuhr in einem Wetter gen Himmel. Elisa rief laut: Mein Vater, mein Vater! Israels Wagen und Reiter!

I. Könige 16,29-34; 17-19: 21,17-20.27-29; II. Könige 2,1-12.

Erklärung:

  1. Die Geschichten von Elia stammen aus der Mitte des 8. Jh. v. u. Z. Er gilt als Prophet Ja*hwes. Das Amt des Propheten ist in der Antike verbreitet gewesen, nicht nur in Griechenland, sondern auch in Ägypten. Der Prophet entstammt priesterlichen Traditionen, er nimmt priesterliche und richterliche Funktionen wahr. Der historische Ort für die Entstehung des vom Kultus abgelösten Prophetentums ist die Endphase der Macht des Königtums. Wo die königliche Macht, zu der auch Priester und Tempel gehören, schwindet, erheben sich aus der unterdrückten Schicht der ehem. lokalen Stammespriesterkasten einzelne Sprecher, die sich auch in Gruppen zusammenschließen.

  2. Um solche Sprecher, die sich eigentlich immer auf vergangene Rechtsnormen und gesellschaftliche Traditionen stützen, sammeln sich nicht nur Menschen, sondern mehr noch mythologische Stoffe und Motive. Sie dienen dazu, dem sonst unbedeutenden Sprecher eine überragende Bedeutung beizufügen.

  3. Die besonderen Mythologeme in der Eliageschichte sind der Wüstenaufenthalt mit der Ernährung durch die Raben, die Erscheinung Jahwes am Horeb und die Himmelfahrt. Die Speisung der armen Witwe, die Wiederbelebung ihres Sohnes, die Verfluchung des Königs und seines Hauses und der Eifer um das Gebot Jahwes gehören zu den auch sonst bekannten Mythologemen. Die Wüste gilt als der Kulturwelt feindlicher und gottnaher Raum. Der Rabe ist Anzeichen des Schlachten- und des Lichtgottes, der dem Menschen den Weg zeigt. Raben sind die Begleiter Apollos, der Todesgott, Gott der Weisheit, Gott der Erde und der Sonne ist. Der Rabe ist auch das Zeichen für den babylonischen Schaltmonat. Von Raben ernährt werden bedeutet mythologisch, göttlichen Wesens zu sein. Deshalb kommt dem Wirken des Elia eine besondere Bedeutung zu. Die Himmelfahrt des Elia ist nur die Bestätigung seiner Göttlichkeit, für die auch die fehlende Geburtsgeschichte spricht.

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  1. Die historische Verankerung des Propheten Elia in der Regierungszeit namentlich genannter Könige ändert an seiner mythologischen Bedeutung nichts, die vor allem darin liegt, daß Vertreter der alten stammespriesterlichen Traditionen durch die Mythen von Elia ihre Interessen durchzusetzen versuchen, nachdem sie fast ein Jahrhundert unterdrückt worden waren. Der archaische Charakter der Eliaerzählung ist mehr ein Hinweis auf die konservative Grundhaltung der Tradenten als Anzeichen für ein hohes Alter.

  2. Das Gottesurteil (ordal) am Karmel entbehrt jeder historischen Grundlage. Dem Propheten Elia (der Name bedeutet Elijahu, „mein Gott ist Jahwe") wird durch diese Szene nur eine Rolle zugeschrieben, wie sie anders Mose und Josua auch spielen. Sie wollen durch das Wunder das versammelte Volk von der Einmaligkeit Jahwes überzeugen.

  3. Wie in allen Propheten manifestiert sich auch in Elia eine Opposition gegen das Königtum (ähnlich der Geschichte des Schatz der Niebelungen welche der Autor im Sinn hatte. Ebenfalls mit teils realen Personen), die Zentralgewalt, und gegen das königliche Priestertum am Tempel der Residenz und die Hofpropheten. Ja*hwe erscheint dem Elia nicht am Kultort Jerusalem, sondern am Berge Horeb.

  4. Elia hat in der biblischen Frömmigkeit wegen seiner moseähnlichen Funktion große Bedeutung erlangt. Das schriftstellerisch "Prophet Maleachi" genannte Buch am Ende des AT sagt als einen Gottesspruch, dass der Prophet Elia vor dem kommenden großen und schrecklichen Tag Ja*hwes erscheinen wird, um die Menschen zur Buße zu rufen. Deshalb nennt z. B. der Verfasser des Matthäusevangeliums neben Johannes dem Täufer als Vorläufer des Jesus von Nazareth auch Elia (Matthäus 11,14; 17,10-13), wie denn auch Mose und Elia nach dem Mythos von der Verklärung Jesu dem Jesus erschienen sind und mit ihm geredet haben. Der Evangelist Lukas aber, der ein anderes Interesse vertrat, läßt Jesus seine Jünger deutlich vor Elia warnen (Lukas 9,54). In der Passionsgeschichte Jesu erzählt Matthäus (27,46-49) darum auch, daß die Leute noch in der Sterbestunde Jesu daran dachten, daß Elia kommen könnte, um zu helfen. Die Himmelfahrt des Elia ist wie die Entrückung des Henoch (I. Mose 5,24) die Ursache gewesen, daß in den Jahrhunderten um die Zeitwende zig apokryphe Eliasapokalypsen und Henochschriften aufkamen, in denen das Tthema der Kampf des Elia oder des Henoch mit dem bösen Gegengott ist. Der Ehrentitel des Propheten: "Wagen Israels und seine Reiter", der auch dem Elisa bei dessen Tod zugelegt wird (II. Könige 13,14), ist ein vermutlich altes Königsattribut gewesen. Der Begriff stammt aus der Militärtechnik, Kampfwagen und Reiterei waren die stärksten Waffen. In der Anwendung auf den Propheten legen sie diesem hohe Würde und Bedeutung bei. Die bildkräftige Darstellung von Elias' Wundertaten ist auch der Grund, warum das NT sich seiner oft als Bsp. bedient (Lukas 4,25- 26; 9,54; Römer 11,2-5; Jakobus 5,17).

Quelle: Walter Beltz Gott und die Götter Biblische Mythologie Aufbau-Verlag Berlin und Weimar 1988 und mein Papa

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Ilyas hat etwas mit Homer zu tun. Elia war ein Prophet in Israel. Zwei ganz verschiedene Sachen!

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