Was war der Auslöser zun Deutsch-französischen Krieg?

4 Antworten

Im Prinzip ist es so richtig, aber man könnte noch ein wenig ins Detail gehen.

Der französische Herrscher, Napoleon III. hatte bis dahin schon viele Jahre sehr autoritär und militärisch durchaus abenteuerlustig regiert. Aber ausgerechnet in den 1860ern hatte er die Macht etwas mehr verteilt (Stärkung des Parlaments), dem Volk mehr Mitbestimmung überlassen (Gewerkschaften) und auch der Presse mehr Freiheiten eingeräumt. Napoleon III. war gar nicht so scharf auf eine Auseinandersetzung mit Preußen. Aber die Presse machte angesichts der Emser Depesche im Bildzeitungsstil auf öffentliche Empörung und das allgemeine Empfinden der Bevölkerung drängte Napoleon III. in den Krieg.

Ein Problem dürfte dabei auch eine nationale Selbstüberschätzung gewesen sein: Frankreich hatte zu diesem Zeit die stärkste Armee der Welt. Und auch das Geheimbündnis der deutschen Länder war nicht bekannt.

Auf deutscher Seite gab es das geheime Bündnis und den durchtriebenen Bismarck, der seinerseits ja die Depesche selbst gekürzt und an die deutsche Presse weitergegeben hatte, so dass keine Möglichkeit für die französische Regierung bestand, diese Geschichte der eigenen Presse und Öffentlichkeit vorzuenthalten.

Man könnte zum Beispiel auch sagen: der französische Thronfolger und seine Berater glaubten, durch einen Krieg gegen Preussen das Saarland erobern und damit seine Thronfolge innenpolitisch absichern zu können, darum machten sie im Volk Stimmung gegen Preussen bis sie schließlich diesen Krieg ausrufen lassen konnten.

Hinterher haben sie dann gesagt, sie seien provoziert worden und könnten nichts dafür. ("kränken" oder "provozieren" oder "Ehre" sind Begriffe, die auf Personen anwendbar sind, aber nicht auf Staaten. Eine falsche Analogie.)

Auslöser war die berühmte 'Emser Depeche'.

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