Was war bevor es das Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung gab?

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In der Tat ging man bis zu dieser Änderung von einem elterlichen Züchtigungsrecht aus, welches als Rechtfertigungsgrund für die tatbestandlich gegebenen Körperverletzungen am Kind galt.

Das Schlagen des Kindes war damals zwar immer noch eine Körperverletzung, jedoch rechtlich eben durch dieses Züchtigungsrecht gerechtfertigt (genau so wie das Vorliegen von Notwehr Körperverletzungen am Angreifer rechtfertigt).

Es war wohl doch schon seit 1998 so, als der § 1631 II BGB in einer der aktuellen ähnlichen Fassung eingeführt wurde. Dort findet sich seitdem nämlich das entsprechende Verbot, dieses wurde zwischenzeitlich nochmal etwas deutlicher gefasst.

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Gibt immer noch welche, die einen wie folgt belehren: "Geb Deinem Kind mal ein paar hinter die Löffel, das schadet nicht!" So was gehört sich aber nicht!! Ich hab Mitte der 60er von einer Lehrerin immer wieder mal mit einem Bambusstock Schläge auf die Finger bekommen, obwohl offiziell die Prügelstafe in den Schulen meines Wissens schon 1958 verboten worden war. Meine Eltern haben mir erst nicht geglaubt, aber sich dann bei der Schule über die Lehrerin beschwert haben sie sich auch nicht. Es gab da auch Eltern, die zum Lehrer gesagt haben, dass er die Kinder ruhig verprügeln soll, wenn sie nicht parrieren! Bei mir hieß es noch: Der Lehrer hat immer Recht! Erst mit den 68ern hörte es langsam mit der Obrigkeitshörigkeit auf!! Da kamen dann erstmals Suspendierungen von Lehrern vor. Zuhause wurde ich schon mal hin und wieder verprügelt, bei nichtigsten Anlässen!!

Das Gesetz zur gewaltfreien Erziehung war bei seiner Entstehung längst überfällig. Schon viele Jahre vorher war es nicht mehr erlaubt, dass Kinder in der Schule von ihren Lehrern zu "Erziehungszwecken" oder zwecks "Bestrafung" körperlich "gezüchtigt", also geschlagen werden durften. Die Einsicht, dass sich diese "Pädagogik" nicht mit dem Verbot der beabsichtigen Körperverletztung vereinbaren lässt, entwickelte sich erst mit der Zeit und nach Erforschung und Vermittlung der "neuesten erziehungswissenschaftlichen Erkenntnissen". "Wer sein Kind liebt, der schlägt es!" war eine Aussage mit langer Güligkeit. Die Menschen glaubten an die Aussage und meinten es wirklich "gut" mit ihren Schülern und Kindern. Sie sahen es nicht als Gewalt - es war die lange Zeit gültige und anerkannte Erziehungsmethode. Nicht nur in der Schule, auch im Elternhaus. Nur hier hatte es noch länger gedauert, die Eltern von den Veränderungen zu informieren und zu überzeugen. Manch einer hat es auch heute noch nicht "verstanden".Selbstverständlich galt und gilt die Anwendung des § 223 für Menschen aller Altersgruppen. Da aber die Erkenntnis mancher Menschen erst noch "reifen" musste, dass auch das Schlagen der Kinder zu Erziehungszwecken eine Verletzung darstellt, musste ein deutliches Gesetz her. Leider helfen manchmal nur Verbote und Strafandrohung, wenn Aufklärung nichts nutzt. Die Tatsache, dass es auch heute noch Menschen (Eltern) gibt, die es vollkommen in Ordnung finden, ihre Kinder zu schlagen, sie nicht nur körperlich sondern auch seelisch zu misshandeln, gibt zu denken. Aussagen, wie: "Das hat uns früher auch nicht geschadet!" Oder "Ein Klaps auf den Po ist kein Schlagen!" verdeutlichen, dass es immer noch nicht in allen Köpfen verankert ist, dass wir längst im Zeitalter der gewaltfreien Erziehung angelangt sind.

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