Was wäre ,wenn wir keine Depressionen bekommen könnten?

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9 Antworten

Eine interessante Frage...

...und auch eine, die in Fachkreisen heiß diskutiert wird. Gleich vorweg möchte ich auf diesen Artikel, welcher diese Debatte umfangreich und leicht verständlich zusammenfasst, verweisen:

http://www.faz.net/aktuell/wissen/leben-gene/psychologie-vom-nutzen-der-schwermut-1957347.html

Zwar ist dieser mittlerweile sieben Jahre alt, allerdings bietet er noch immer einen guten Überblick und hat wenig an Aktualität eingebüßt. 

Ohne ein umfassendes Fachwissen aus der Forschung anbringen zu können, sehe ich in der Depression einen sehr praktischen Nutzen, auch wenn sich dieser nicht gleich erschließt. Die Depression ist, wenn man so will, eine radikale Vollbremsung - von hundert auf null. Beginnt ein Mensch an Depressionen zu leiden, wird alles durch einen "psychischen Zwang", eingeschränkt und stellenweise auch vorerst beendet. Ein gutes Beispiel dafür, wäre beispielsweise, dass der Beruf oder die Schule zeitweise nicht besucht werden kann aufgrund der Depression. 

Diese Notbremsung, so möchte ich den Vorgang einfach mal bezeichnen, beendet dementsprechend eine Lebenssituation die eine große Belastung darstellt - Stress, Rückschläge, Mobbing et cetera. Die Gründe sind so vielfältig wie die Betroffenen aber gemein haben sie, dass ein Depression sie in einen "Zwangsrückzug" bewegt.

Darüber hinaus wird ein klares Signal an das Umfeld gesendet. 

"Ich befinde mich in einer schweren Lebenssituation und bin mit meinem Kräften am Ende, bitte unterstützt mich und helft mir."

An dieser Stelle erfolgt dann, im Optimalfall, die Handlung. Der Betroffene wird wird aufgebaut, seine Lebenssituation verändert und er erfährt die nötige Unterstützung, um nach dem "Zwangsrückzug" weiter zu machen - in einer erneuerten und gesünderen Lebenssituation. Schlussendlich kann sich ein Mensch nur in diesem Umfeld entfalten und einen konstruktiven Weg für sich selbst einschlagen - solch ein Umfeld zu schaffen und zu erhalten ist entsprechend elementar.

Ohne die Ausprägung einer Depression, würden sich viele Betroffene womöglich weiter in ihren destruktivem Lebensumfeld aufhalten - das dem so ist, beweist oft schon, dass es überhaupt zu einer Depression kam. "Frühwarnsignale", gerade bei Stress, sind zumeist auch vor einer Depression gegeben, werden allerdings nicht selten übergangen. 

So sehe ich die Depression als eine Reaktion, die einen "Zwang zur Veränderung" ausübt.

Natürlich sind jedoch Depressionen zu vermeiden. Das Leid der Betroffenen ist quälend und die Gefahr eines Suizides noch immer sehr hoch. Es gilt also als oberste Maxime Depressionen präventiv zu vermeiden.

Sollte es jedoch zu einer Depression kommen, ist es wichtig, dass man auf den Betroffenen zugeht und die nötige Unterstützung anbietet respektive an diese verweist. Nur auf diese Art und Weise kann eine Depression nachträglich einen positiven Effekt erzielen, auch wenn dies den Leidensweg dieser psychischen Erkrankung nicht mindert.

Ich möchte ausdrücklich nochmals darauf verweisen, dass ich weder die nötige Fachkenntnis, noch über Informationen aus Fachkreisen verfüge - dies sind lediglich laienhafte Gedanken.

Liebe Grüße.

Angenommen es gäbe keine Depressionen, wie könnte der Mensch psychische Überforderung und Belastungen erkennen oder verarbeiten? Psychische Erkrankungen sind doch Warnhinweise, dass es so nicht weitergehen kann.
Eine ähnliche Frage wäre, wenn wir keine negativen Gefühle mehr hätten?

Ein Mensch braucht keine Depressionen, ohne geht es ihm deutlich besser!

Du meinst vielleicht, wenn ein Mensch keine Stimmungsschwankungen hätte, wenn er nicht traurig und fröhlich sein könnte?

Dann wäre er Roboter artig. Das will ich mir gar nicht vorstellen. Aber ob das für einen Menschen schädlich wäre kann ich so auch nicht sagen.

Viele große Künstler, Wissenschaftler und und und hatten schwere Depressionen, wer weiß wie ihr Leben ohne Verlaufen wäre und damit auch unser Leben vielleicht ohne ihre großen Errungenschaften.... Vielleicht wäre alles viel besser. Vielleicht wären wir aber auch viel monotoner. Das Gegenteil der Depression ist die Manie, es wäre viel zu extrem, wenn manche Menschen immer nur manisch wären zum Bsp. Die Welt wäre anders. Da ist es aus heutiger Sicht wahrscheinlich besser, sich glücklich zu schätzen, aus einem solchen Tief aufsteigen zu können, den Unterschied zu kennen. Ohne die Differenzen wäre diese Welt nicht die die sie ist, auch wenn viele Individuen unter solchen Erscheinungen leiden...

Das wäre in keinster Weise schädlich für die Menschen. Aber da wir nicht perfekt sind, kommt es nunmal vor dass derartige psychische Krankheiten auftreten.

Nein, ich glaube, auf diese Krankheit kann man wirklich verzichten.

Depressionen lehren uns rein gar nichts und bringen einem im Leben keinen Schritt weiter. 

Man kann auch auf andere Weisen lernen, sein Leben und Glück besser zu schätzen.

Es wäre schädlich für die Kultur, Kunst und würde die Weiterentwicklung des Menschen immense verlangsamen.

Schädlich wäre dies sicherlich nicht. :)

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