Was wäre wenn man zu DDR Zeiten an bestimmten Tagen die Sowjet-Fahne gehisst hätte?

12 Antworten

Ich habe ältere ehemalige DDR-Bürger gefragt und diese sagten:

1.) Es gab keine Pflicht, die DDR-Fahne an Feiertagen raus zu hängen. Es hatte ja noch nicht einmal jeder Haushalt eine DDR-Flagge. Natürlich
gab es auch besonders Linientreue, die eine DDR-Fahne hatten und diese zu den Feiertagen (1. Mai, 7. Oktober usw.) immer raushängten.

2.) Die DDR war nicht besetzt von der Sowjetunion, sondern ein souveräner Staat. Die politische Führung der DDR war natürlich die meiste Zeit lang sehr hörig gegenüber der sowjetischen Regierung. Das änderte sich allerdings, als Gorbatschow seine Reformen (Glasnost u. Perestroika) einleitete. Erich Honecker wollte solche Reformen in der DDR nicht durchführen.

3.) Wenn jemand die Fahne der Sowjetunion raushing, passierte nichts. Es war ja nicht verboten, warum auch, die Sowjetunion war ja der sozialistische
Bruderstaat der DDR.

Manche Nachbarn hätten dann vielleicht gefragt, ob jemand sowjetische
Freunde / Verwandte zu Besuch hat oder ein Bürger der Sowjetunion in die Wohnung / das Haus eingezogen ist.

Es gab z. B. auch Veranstaltungen, wo die Flaggen verschiedenster
(zum Teil auch westlicher) Staaten zu sehen waren bzw. aufgehängt wurden, z. B. zu den Weltfestspielen der Jugend und Studenten (Weltjugendspiele), zu Sportveranstaltungen wie den Olympischen
Spielen u. zur Fußball-WM

Auch bei Staatsbesuchen aus sozialistischen Ländern wurden Flaggen
des Besuchers gezeigt. Als z. B. Fidel Castro in die DDR kam, gaben staatliche Stellen bzw. Parteiorganisationen der SED vorher kubanische Flaggen an Bürger aus, die bei Reden im Publikum standen oder sich entlang der Fahrtroute befanden.

Ärger hätte man nur bekommen, wenn man auf die Sowjetflagge etwas
Beleidigendes o. Kritisches gegen die sowjetische Regierung oder die
DDR-Regierung geschrieben hätte.

Niemand war gezwungen, eine Fahne rauszuhängen (ich bin übrigens auch Jahrgang 1951), in meinem Elternhaus hatten wir z.B. gar keine Fahne. Ich selbst hatte später eine und wenn ich dran gedacht hatte, habe ich sie auch rausgebammelt am Balkon. Unter SED-Genossen war es natürlich üblich, die immer schön rauszuhängen, sonst hätte man am nächsten Tag wahrscheinlich einen dummen Spruch bekommen. Und hätte man eine sowjetische Fahne rausgehangen, hätten die Leute wahrscheinlich gedacht, daß da einer wohnt, der russische Freunde oder so hatte. Passiert wäre nichts. Fakt ist: Je länger die DDR zurückliegt, desto mehr Märchen werden erzählt. Eines Tages, wenn wir Zeitzeugen nicht mehr da sind, wird wahrscheinlich über die DDR-Zeit nur noch Kokolores erzählt. Aber damit müssen unsere Nachfahren klarkommen, ich zum Glück nicht mehr.

Es wäre wohl eher eine Frage der Mangelwirtschaft ,eine Folge der Planwirtschaft gewesen.) Du hättest einfach keine Flagge des sozialistischen Bruderstaates,) der UdSSR bekommen.Die Bevormundung ging soweit,das es einfach nur das im Angebot gab,was sich nach Meinung des ZK ein ordentlicher Werktätiger im Arbeiter-und Bauernstaat kaufen soll,wenn es nicht eine Frage der Devisen-und Rohstoffknappheit war.Eine Straftat war das zeigen der Fahne Rußlands nicht.Vermutlich hätte man Dich für einen 1000%igen gehalten,sofern Du nur dadurch aufgefallen wärst und sonst auch die DDR obligatorischen Paraden,und Betriebsaktionen immer treu und aktiv mitgemacht hättest.Und wer von "Falten" anstatt wählen sprach,war schon verdächtig,gelle? Liebe Grüße.

Und basta! Der Experte hat gesprochen. Lächerlich bis nicht zu fassen - deine "Ausführungen".

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@Utyos

Danke für die Auszeichnung! Vielen lieben Dank.Ich bin gerne bescheiden und mache mich in keinem Thema selber zum Experten.)

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Hallo Miramar1234 Eine gute Antwort im Gegensatz zu den anderen, die sagen, dass meine Mutti mich anlügt.

Aber warum hat man keine Flagge der Sowjetunion bekommen? Ich habe selbst eine große. Und die ist von Zeiten der DDR.

Sie ist aus Baumwolle - 120 x 180 cm groß - das Wappen ist beidseitig aufgestickt - genäht und die Flagge ist mit dem Original Zettel vom VEB Radebeuler Fahnenfabrik ausgestattet.

Kam man doch an so eine Fahne ran?

Liebe Grüße

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@Hausnummer5

Ja natürlich,wenn Du eine wolltest,hast eine bekommen.ich wollte damit ausdrücken,das Du nicht einfach in einen Laden gehen konntest und selbstverständlich mit der Fahne rauskommen konntest.Ich weiß das es in Chemnitz regelmäßig keine Ofenrohre gab.Diese gab es aber immer in Berlin.Vielerorts gab es aber auch so viele Dinge zu kaufen,die anderswo gesucht wurden.Da die Russen bei Deutschen nicht sehr sehr beliebt waren,und das Zeigen dieser Flagge wirklich selten war,hättest wohl eine bekommen.Diese besteht auch sicherlich nicht aus schwerem Leinentuch,wie eine offzielle Staatsflagge sondern aus Plaste / Elaste:)und damit war die DDR sehr gut ausgestattet.Ich nehme an,das sich ein 100%iger auch nicht unbedingt um jeden Preis zum 1000%er machen wollte.Nicht auffallen galt in jedwede Richtung.

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@Miramar1234

Man konnte die Fahne der Sowjetunion von einer Urlaubsreise dorthin mitbringen. Es gab aber auch die so genannten "Russenmagazine", die für die sowjetischen Soldaten und ihre Familien (zum Teil mit Waren aus ihrer Heimat) eingerichtet worden waren und wo auch DDR-Bürger einkaufen konnten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass man dort auch die Fahne der Sowjetunion bekam.

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@Hausnummer5

Hausnummer, Du solltest relativieren. Alle Antworten, die direkt auf die Frage, ob Beflaggung Pflicht war oder nicht geantwortet haben, sagen dasselbe. Es war keine Pflicht. Und einige sagen, es war evtl. der übereifrige Bürgermeister im Dorf Deiner Mutter, der da eine Pflicht draus machte ect. Also gab es Einzelfälle.  Und Deine Mutter sagt Dir ja auch nicht die Wahrheit über ihre Parteizugehörigkeit. 

Es ist eine Kunst, richtig hinhören zu können im Sinne von annehmen können, und die eigene Meinung nicht stur beizubehalten. Ansonsten gebe ich Dir bei sehr vielen Dingen, die Du bzgl. der Politik gesagt hast, Recht.

LG

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