Was wäre wenn man Religion abschaffen würde?

Support

Liebe/r Hoodlum,

leider stellst Du keine Ratgeberfrage sondern beginnst eine Diskussion die den Rahmen der Startseite sprengt. Bitte stelle daher solche Fragen im Forum.

Vielen Dank und lieben Gruß.

Christian vom gutefrage.net-Support

40 Antworten

Im Prinzip kein Problem. Dann müßte man nur andere Lebensrichtlinien weisen und Anker für die "Unsicheren" auslegen. Nichts anderes tun Religionen! Es wäre ideal, wenn es dann ohne Bedingungen und Druck ablaufen würde, sondern völlig ohne Gegenrechnung erfolgen könnte... Ich bin eigentlich immer noch versucht, an das Gute und die Intelligenz der intellektuellen Minderheit zu glauben. :))

ja, so geht es mir eigentlich auch.

ich denke mir, irgendwann müssen sie es doch raffen! SO geht es nicht. dieses gekeile um diese religion oder diese! viel wichtiger ist alle resourcen und alles richtig aufzuteilen (ja, richtig, klingt schon wieder kommunistisch, aber wir sind auch nicht mehr als ne kleine landkarte wie in C&C2 Red Alert! was kommt nach kommunismus?)

0

Hallo Hoodlum,

ich kann deine Frage grundsätzlich nachvollziehen, denn viele schlimme Kriege und andere Greuel waren und sind religiös motiviert. Aber nicht die Religion ist das Problem, sondern wenn sie von Menschen als Instrument benutzt wird, bzw. um Macht über andere oder Reichtum zu erlangen. Wenn eine bestimmte Idelogie dahinter steckt, wird es auch gefährlich, nämlich immer dann, wenn man sie für die einzig richtige hält und daher alles andere meint. bekämpfen zu müssen. Das Problem ist also menschengemacht. Man kann ja auch nicht das Essen verbieten, weil sich einige Menschen höchst ungesund ernähren.
Ich denke, dass man Religion überpaupt nicht nicht abschaffen kann, selbst wenn man wölte. Jeder Mensche ist religiös. Denn religiös bedeutet für mich, z.B. das ich mich in Beziehung zu meinem Schöpfer setze. Und selbst wenn ich verneine, dass es Gott gibt, bin ich doch letztlich auf der Suche nach Sinn, dem Sinn meines Lebens. Das ist für mich religiös. Denn dann suche ich nach mehr, ich will nicht nur exisitieren, atmen, schlafen, arbeiten etc., sondern ich suche nach Sinn, nach ewigem Leben. Und das ist in jedem Menschen grundgelegt. Daher kann man Religion überpaumt nicht abschaffen, sonst müsste man die Menschen abschaffen..

Wogegen man sich friedlich stellen kann, soll, vielleicht sogar muss, ist jedwede Form von Radikalismus. Ich kann keinem anderen vorschreiben, wass er zu glauben hat. Ich darf ihn auch nicht verurteilen, bekämpfen, auf ihn herabsehen, weil er nicht meinen Glauben teilt. Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt und jeder kann nur seinen Weg suchen,nicht den, eines anderen. Daher kann man nur versuchen, jedem Menschen und seiner Religiosität Achtung entgegen zu bringen. Da wir alle von einem Gott abstammen, würde uns das als Menschen nicht entzweien, sondern es würde eine Vielfalt geben, ein Nebeneinander und als Ziel irgendwann ein Miteinander. Einheit in Vielfalt also. Das wäre mein Traum. Und dazu kann ich nur für mich sehen, was ich dazubeitragen will und kann. Zwang ist jedenfalls nicht hilfreich.

>> Was wäre wenn man Religion abschaffen würde?

Machen wir den Praxistest:

Phase 1: Theoretischer Vergleich

Was wäre, wenn man (ich hoffe niemand will das), das Amt des Bundeskanzlers oder das des Bundespräsidenten abschaffen würde? - Wäre dann alles besser? Was wäre, wenn man außerdem z. B. die Polizei abschaffen würde, oder Sozialarbeiter - gäbe es dann keine Gewalt mehr?

Du gehst davon aus, dass der Mensch an sich gut sei. Nun, er tut auch Gutes. Aber im Grunde unseres Herzens haben wir Menschen allerlei Böses. Und wenn wir die Gelegenheit haben, es auszuleben, uns niemand beobachtet und keine sofortigen Nachteile zu sehen sind, merkt man das auch. Manchmal sogar schon früher.

Also: Das Amt des Kanzlers abzuschaffen würde am Menschen selber auch nix ändern.

Phase 2: Praxistest

Die Religion wurde schon längst abgeschafft: in der DDR, in der UdSSR, in China und inweiteren Gebieten.

Ergebnis 1: Gott wurde abgeschafft, es lebe die Religion. -> Der christliche Glaube war in der DDR nicht gern gesehen, die Konfirmation folglich auch nicht. Stattdessen gab es jetzt aber die Jugendweihe. Na bravo! Religiös ist das auch. Auch wenn man nun den Gott des Atheismus hatte. Die Partei in China betet nicht Gott an. Aber sie zelebriert sich selber. Sie stellen ihr Größe, Schönheit, Stärke, Macht, Erfolge usw. zur Schau. Bei den Olympischen Spielen wurde ein chinesische Läufer hochumjubelt, der eigentlich vor den Augen der ganzen Welt Gold holen sollte, und für den schon ein glamouröser Schlitten zur Ausfahrt aus dem Stadion bereitgestellt war. Dem Läufer riss die Achillessehne (was ich für ihn selber sehr bedauere) - und ganz China war betrübt. Wen sieht die chinesiche Führung als quasi-göttlich an? Sich selbst und ihr Land. Richtung Süden, gen Tibet, wird derzeit eine ehrgeizige Bahntrasse gebaut. Ein Prestigeprojekt. In den vereisten Hochebenen brauchen die Arbeiter regelmäßig Sauerstoffflaschen. - Wie viele Bauarbeiter sind bis jetzt für die Bautrasse ums Leben gekommen? Ich meine, beim ersten Teilstück bzw. Anlauf seien es x-tausend Kamele und 3000 Menschen gewesen? Oder weniger? Ich hab die Zahlen nicht mehr im Kopf. Aber es waren eine ganze Menge. Glaubt die Chinesische Führung an Gott? Nein. Aber trotzdem opfert sie Menschen! für ihr Prestige. (Und Gott hat Menschenopfer sogar verboten.)

Deutschland: Früher hatten wir Halbgötter in weiß. Jetzt verehren wir mit Fängesängen die Fußballspieler. Religion? Ach, i wo! Oder gibts da doch Ähnlichkeiten.

Viele meinen, sie kämem ohne Gott aus - aber die gleichen Leute kommen mitunter nicht ohne "kraftspendende" Budda-Figuren aus.

Kurz und Gott: Wenn du den Glauben an Gott abschaffst, macht sich eine Ersatzreligion breit. Riten, Feiern, Zelibrieren, sogar Opfer. Das heißt dann nicht unbedingt Religion, sodern einfach Fußballfieber (muss nicht unbedingt schlecht sein ;-) - kann aber zur Ersatzreligion werden), oder Prestigeobjekt, Machbarkeitswahn, Jugendweihe, Selbstbeweihräucherung usw.

Also du gewinnst nix damit. Der Mensch braucht einfach etwas religiöses. Eigentlich braucht er Gott, den Vater von Jeus, selber. Weil der Mensch von Jesus geschaffen wurde. Irgendwie weiß oder fühlt der Mensch: Da is noch wat. Da fehlt mir wat. Wenn er Glück hat, trifft er auf Jesus und findet damit die Verbindung zu Gott. Wenn er das Glück nicht hat, sucht er sich eine Ersatzreligion.


> Wären dann nicht ein Grossteil der Probleme in der Welt schlicht "aus der Welt geschafft" ?

Glaube ich kaum. Siehe, wie oben erwähnt: China. Wie sieht das mit Menschenrechten, Arbeitslagern, dem Bahntrassenprojekt, usw. aus? Nun kann man der chinesischen Führung bestimmt nicht unterstellen, dass sie - nach herkömmlicher Definition - besonders religiös sei. Aber damit sind die Probleme nicht aus der Welt geschafft - es sind vielleicht neue Probleme geschaffen.

UdSSR: Der Kommunismus war auch atheistisch. Dass das zu weniger Problemen führte, kann man bezweifeln. Jedenfalls scheint ein Teil der russischen Seele ob des hohen Wodka-Kosums auch nicht glücklicher zu sein als der Rest der Welt. Und Letten, Polen, und Georgier erinnern sich gerade wieder an die Dinge, die das atheistische Russland früher tat.


Du kannst deine Frage auch ganz einfach anhand der Wortbedeutung beantworten:

Gott abschaffen = atheistisch. Die wörtliche Übersetzung für atheistisch ist: gottlos.Und gottlos steht normalerweise nicht für etwas gutes, sondern eher für ruchlos usw.

Bitte nicht missverstehen! Es gibt viele Atheisten, die sich genauso gut oder vielleicht besser verhalten als manche religiöse Menschen.

Wenn man um Gott weiß und ihm gehört, dann weiß man (meistens, hoffentlich usw.) auch darum, dass man vor ihm für alles, was man tut, Rede und Antwort stehen muss. Durch die Verantwortung gegenüber Gott (die jeder Mensch hat), überlegt man sich normalerweise schon zweimal, was man tut (besonders, wenn man böses plant). Daher sollte das Böse tendenziell eher vermieden werden. Zudem segnet Gott gerne (abe nicht automatisch), wenn sich die Leute oder ein ganzes Volk an ihn hält. Das fördert häufig das Zusammenleben, die Wirtschaft usw., wirkt sich also positiv aus.

Wenn du also den Glauben an Gott abschaffst, nimmst du Pi mal Daumen 1.) die Hemmschwelle zum Bösen eher weg, weil die Menschen nicht merh wissen, dass sie sich vor Gott verantworten müssen. 2.) Und das Gute, das Gott häufig tut, wenn man sich an ihn hält, enthältst du dem Volk auch vor.

Wenn du also den Glauben an Gott abschaffst, schneidest du dich mehr oder weniger ins eigene Fleisch.

Und eine Ersatzreligion (s. erster Teil der Antwort) wird dann stattdessen automatisch aufkommen.

gefragt von Hoodlum am 10.04.2008 um 22:05 Uhr Was würde passieren wenn man jegliche Art von Religion verbieten würde?

Wären dann nicht ein Grossteil der Probleme in der Welt schlicht "aus der Welt geschafft" ?

Man kann Menschen nicht verbieten eine Meinung zu haben oder sich mit Fragen zu beschäftigen, die über das rein Materielle hinausgehen. Wo zieht man dann die Grenze zwischen Philosophie, Weltanschauung, Religion? Der dogmatische Materialismus kann auch als Religion bezeichnet werden. Übrigens wurden viele Kriege, die zwar im Namen der Religion geführt wurden, im Grunde nur aus rein materiellen Gründen, wie Macht und Geld geführt. Eine Unterdrückung der Religionen, die vielen Menschen wesentliche ethische Werte vermitteln, würde noch mehr zum Verfall der Gesellschaft beitragen und man würde damit nur Öl ins Feuer gießen. Im Übrigen wäre es ein Verstoss gegen die Menschenrechte. Religionsfreiheit ist eines der Grundrechte eines jeden Menschen.

Klasse Antwort! DH.

0

Dafür würdest du eine Menge neue Probleme schaffen. Der Mensch ist so gestrickt, dass er etwas braucht, an dem er sich festhalten kann. Meiner Meinung nach nimmt die Welt z.Zt. einen solchen Verlauf, weil es kaum noch etwas gibt, woran die Menschen glauben. Da fehlt der Halt.

Was möchtest Du wissen?