Was wäre, wenn der Buddhismus zur neuen Weltmacht wird?

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8 Antworten

Ich bin Buddhist und kann diese ganzen Fragen verneinen.

All diese verschiedenen Formen von Aggression und Unzufriedenheit, sind im Menschen selbst verankert, teilweise auch evolutionär bedingt.

Irgendeine Ideologie kann diese Neigungen, Instinkte und Triebe nicht einfach so auslöschen, insbesondere, wenn diese Lehre womöglich abgelehnt wird.

Das gilt für den Buddhismus genau so, wie jede andere Weltanschauung.

Natürlich kann man beispielsweise durch Meditation ausgeglichener werden und mehr über sich selbst erfahren, was soziale Harmonie fördern kann.

Aber es fühlt sich eben nicht jeder durch diese Lehre angesprochen, oder dazu bereit, sich derart intensiv mit sich selbst zu befassen.

Manche wären beispielsweise mit dem hohen Maß an Eigenverantwortung überfordert, weil es keinen Übervater, keine Gebote und keine Vergebung gibt.

Im Fall des Buddhismus bestehen außerdem eine Reihe von Faktoren, die verhindern würden, dass er zu einer politischen "Weltmacht" wird.

Der Großteil der buddhistischen Organisationen missioniert nicht offensiv und hat daher Nachteile gegenüber anderen Weltanschauungen.

Der Buddhismus hat kein zentrales Oberhaupt aller Buddhisten, was irgendeine Form von "Weltkirche" noch schwieriger macht.

Der Buddhismus erhebt keinen Anspruch auf die alleinige Wahrheit, so dass ohne Absolutheitsanspruch immer Raum für andere Ansichten bleibt.

Jeder einzelne trägt durch seine Geisteshaltung und die damit verbundenen Handlungen zum Frieden oder Unfrieden bei.

Dass sich der Weltfrieden durch eine Art von Weltkirche schaffen lassen würde, wenn nur noch eine Lehre vorherrscht, halte ich für illusorisch.

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Kommentar von Enzylexikon
04.02.2017, 17:40

Vielen Dank für den Stern. :-)

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Schau dir doch an, was in Sri Lanka, Burma und Thailand etc. so los ist und schon wird dir schnell klar, dass dann fast nichts sich verbessern würde. Lediglich den Tieren ginge es mehr oder minder besser.

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Kommentar von Bitterkraut
03.02.2017, 18:03

Dort hat ja auch nicht "der Buddhismus" die Macht.

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Mmmmmm... - nicht wirklich.

Die von dir (wahrscheinlich) gemeinte 'Macht' besteht aus drei vom Menschen erfundenen Regelwerken, die nicht natürlichen Ursprungs sind:

  1. Religion (gut-böse / positiv-negativ)
  2. Regierung (Macht-Ohnmacht)
  3. Wirtschaft (arm-reich)

Derzeit hat Nr. 3 die Weltmacht, Regierungen sind ihr völlig unterworfen und Religionen hängen auch an ihrer Angel. Wobei Religionen dem Menschen ermöglichen, sich auch als armer und ohnmächtiger 'Bettler' reich und mächtig zu fühlen. Weshalb sie auch in ärmeren Regionen und rechtloseren Bevölkerungsschichten wichtiger sind.

Eine "glückliche Welt der absoluten sozialen Gerechtigkeit, des grenzenlosen Friedens, der grenzenlosen Freiheit und komplett ohne Krieg, Konflikten und Konfrontationen werden." wird es eh nicht geben - aber wir könnten eine Welt der sozialen Gerechtigkeit und des Friedens erreichen, wenn es gelänge, die drei Regelwerke des menschlichen Machtgefüges wieder denen der Natur anzugleichen.

Das wäre machbar, aber...

  • es würde keine absolute soziale Gerechtigkeit bewirken, die gibts einfach nicht. Menschen sind natürliche individuelle Wesen und das Leben ist kein Setzkasten dessen, was ein Mensch 'gerecht und ungerecht' nennt.
  • Es wird auch keinen grenzenlosen Frieden geben, sondern es wird immer Konflikte geben, die gibts in jeder Familie (auch in buddhistischen) und wenn es sie im Kleinen gibt, dann gibt es sich auch im Großen.
  • Auch grenzenlose Freiheit wird es nicht geben, denn auch in der Natur müssen gewisse Regeln befolgt werden, ohne sie funktioniert keine soziale Gemeinschaft.
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Kommentar von ancanei
03.02.2017, 19:59

Und weißt du was?
Das finde ich auch gut so, denn sonst wäre es entsetzlich langweilig.
Ich glaube, dass es Herausforderungen braucht, damit das Leben über sich selbst hinauswachsen kann. Wie es ein gewisses Maß an Unglück braucht, um Glück empfinden zu können, Hunger, um eine Mahlzeit genießen zu können usw.. Aber alles in natürlichen Maßen und nicht künstlich geschaffen durch widernatürliche Regelwerke.

Was den Buddhismus angeht, so ist er schon ziemlich dicht dran, aber die Natur kennt auch keine Einteilung in positiv und negativ - und letztlich zeigt uns die Natur, was wirklich funktioniert. DIE hat nur Probleme mit uns bzw. unseren Regeln (speziell was die Wirtschaftsregelungen angeht, aber auch mit Auswüchsen unseres Machtdenkens und so manchen Religionsregeln), aber nicht mit sich selbst.

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Kommentar von wieises
01.03.2017, 22:16

Ein bisschen mehr Ehtik und Moral könnte nicht schaden,auch wenn jeder die Gesetze des Karmas kennen würde,in früheren Zeiten hat das miteinander und füreinander besser geklappt,obwohl die Menschen ärmer waren.Heute haben wir eine richtige Ego Gesellschaft.Es kommt schon darauf an wie Gesellschaften Werte vermitteln,aber wie.................??

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zum einen kann der Buddhismus zu keiner Weltmacht aufsteigen, weil es keine politische Organisation ist, es ist eine Religion

zum anderen würden auch Buddhisten, wenn sie erst einmal so hoch wären, das sie viel Macht hätten, von ihrem Buddhismus abfallen, so wie es fast alle Herrscher tun

abgesehen davon, das überzeugte Buddhisten niemals die Weltmacht anstreben würden, weil es ja ihrer Überzeugung widerspricht

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Wieso sollte eine Weltmacht zu diesen Sachen führen? 
Freiheit, das definiert jeder selbst. Dafür kann keine Regierung, Glaubensrichtung oder "Weltmacht" sorgen. Vor allem das grenzenlos stört mich. Denn führt man seine Freiheiten grenzenlos aus, so kann es dazu kommen, dass Menschen in ihrer Freiheit, Leib und Leben sowie Eigentum eingeschränkt werden.

Absolute soziale Gerechtigkeit hat der Kommunismus schon abermals versucht. Man sieht ja, wo das geendet ist.

Grenzenloser Frieden? Entweder ist Frieden oder nicht. Frieden hat eh keine Grenze.

Komplett ohne Konflikte und Konfrontationen sind wir erst, wenn wir Menschen nicht mehr sind. Eine Weltmacht kann nicht der Charakter der Menschheit ändern.

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Das ist sowas von ausgeschlossen, der Buddhismus verfolgt keinerlei Machtziele. Buddhismus ist keine Organisation. 

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Ist das in buddhistischen Ländern so? Ich denke nicht.

Die gleiche Utopie könnte man mit dem Islam und dem Christentum auch aufbauen. Funktionieren würde es nicht.

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Die "Weltmacht" bleibt (noch kurze Zeit - Offb.20,2) dem "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) vorbehalten, der "seine Kirchen" (2.Kor.4,4) benutzt, die Menschheit zu verblenden (2.Kor.11,14).

Jesu wird "Gerechtigkeit" schaffen, wenn er wiederkehrt (Offb.14,1).

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