Was wäre wenn das Römische Reich nie zerfallen wäre und tatsächlich eine Weltmacht geworden wäre?

15 Antworten

...eine Weltmacht geworden wäre?

Wow, teletobbi  - du solltest dich mal genauer informieren: das Römische Imperium war die größte Weltmacht, die jemals auf der Erde existiert hat und zugleich die am längsten existierende Weltmacht!

Aber vorher sollten wir uns überlegen was eine Weltmacht auszeichnet?

Muß sie zwingend mit der gesamten Welt interagieren, oder reicht es, wenn sie das mit der bekannten Welt tut?

Mit der gesamten Welt interagieren erst die neuzeitlichen Mächte. Aber die römische Welt war erstaunlich groß. Eine chinesische Historikerin sagte vor einiger Zeit "Rom wollte Seide! Wir hatten Seide! Also haben wir gehandelt!"

Das heißt, auch wenn keine römischen Diplomaten in China waren, so gab es trotzdem recht rege Kontakte - über den gesamten euro-asiatischen Kontinent und bis tief nach Afrika hinein!

Was zeichnet eine Weltmacht noch aus? Heute würde man sagen, wenn sich andere Mächte ihrem Willen nur schwierig widersetzen können - wie derzeit bei den USA!

Rom hat dieses Prinzip in der Antike noch gesteigert: Rom konnte sich gar keiner widersetzen! Auch nicht die berüchtigten Cherusker: die haben eine einzelne Schlacht gewonnen, aber Rom hat noch jahrhundertelang die selbstgesteckte Grenze zu Germanien/Barbaricum nach Belieben überquert.

Das phänomenale am Römischen Imperium ist, daß es nach den punischen Kriegen zwar Niederlagen einstecken mußte, aber letztlich hat Rom gegenüber jedem gesiegt, der das "Schwert zu kreuzen" wagte.

Das sind ungefähr 300 Jahre als absolute Weltmacht! Danach kommen weitere 500 bis 600 Jahre als eine Großmacht unter mehreren und ein, sagen wir mal, 400-jähriger Todeskampf.

Die Wissenschaften haben die Römer 1 zu 1 von den Griechen übernommen, aber im Gegensatz zu den Griechen haben sie alles in Technologie verwandelt, was sich in der Antike bewerkstelligen ließ. Um davon eine Vorstellung zu haben sollte man sich mal römische Städte veranschaulichen. Diese hatten fließendes Wasser und ein Abwassersystem. Es gab in jeder Stadt genügend öffentliche Bäder und die Römer kannten Fußbodenheizung.

Rom selbst war eine echte Millionenstadt und nicht als einzige: Konstantinopel erreichte eine ähnliche Größe.

Verglichen damit waren die mittelalterlichen Metropolen mit Einwohnerzahlen von max. 50.000, ohne sauberes Wasser, ohne Abwassersystem und Bäder gab's schon garnicht, aus römischer Sicht heruntergekommene, größere Dörfer. Übrigens war das römische Fernstraßensystem bis weit nach dem Mittelalter in Benutzung.

Wissenschaftlich haben die Menschen des Mittelalters das meiste vergessen, was in römischer Zeit allgemein üblich war. So gesehen wären wir heute weiter, wenn das Imperium fortbestanden hätte. Aber es läßt sich natürlich nicht abschätzen, ob es nicht auch unter römischer Herrschaft eine tiefgreifende Stagnation gegeben hätte?

Christen oder Heiden? - Was soll's? Aus meiner Sicht macht es keinen Unterschied, ob jemand an Zeus, Jupiter oder Jehovah/Allah glaubt. Diese Frage ist trotzdem einfach zu beantworten: Kaiser Konstantin hat das Christentum als Staatsreligion eingeführt.

Demokratie und eine Republik ist eine schwierige Frage. Rom hat als Monarchie begonnen, war dann etwa 500 Jahre eine Republik und nach Cäsar wieder eine Monarchie. Wie sich eine Innenpolitik entwickelt, ob es eine Revolution oder Reformen gibt, läßt sich unmöglich beantworten.

Ob es Völkermorde gegeben "hätte"?

Nochmal wow! Rom war sehr tolerant gegenüber anderen Völkern - wenn die sich Rom unterwarfen! 

Taten sie das nicht und erdreisteten sich sogar zur Gegenwehr, dann hat Rom diese Völker vollständig plattgemacht. Karthago wurde nach der letzten Niederlage vollständig ausgelöscht. Die Männer wurden getötet, die Kinder und Frauen als Sklaven verschleppt! Das war kein Einzelfall, nur das größte Massaker!

Schönen Gruß

Wir wären wissenschaftlich nicht zwangsläufig weiter. So gesehen ist das römische Wissen in Byzanz / im oströmischen Reich nie verloren gegangen. Die waren zwar weiter entwickelt als alle anderen in der dunklen Zeit haben aber auch verpennt richtig zu "Industrialisieren" im späten Mittelalter. So gut wie kaum ein Byzantinischer Soldat nutzte Feuerwaffen, dafür musste man Söldner rekrutieren.

Erst als Ostrom untergegangen ist flohen die Wissenschaftler und Künstler aus Konstantinopel und lösten die Rennaisance in Europa aus.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Pluenderung_Roms_(410)

Nicht umsonst spricht man von der DEKADENZ Roms. Sie waren satt und zufrieden. Andere Voelker waren da agiler und somit nahm der Untergang Roms seinen Lauf.

Das liegt in der Natur der Dinge. Ueber 400 Jahre hatte sich Rom gehalten, seine zusammengerafften Gebiete waren der Vorherrschaft satt.

Die Mauren in Spanien waren ueber 800 Jahre am Herrschen, hier genau das gleiche Spiel. Davor noch die Mongolen. Wenige Wissen Heute nur noch wo das Land eigentlich liegt?

Und dann zu guter letzt das 1000 jaehrige Reich. Ohne Worte.

Man koennte ueber Rom weiterspinnen, allerdings tut das Weh, denn ohne Substanz faellt es schwer, hier einen Roman zu spinnen.

Von der Gesetzesmaessigkeit der Geschichte her, wird es immer ein kommen und gehen sein. 

Im Moment erleben wir ja die Anstrengungen eines grossen Landes, eine, mit allen Mitteln von Kriegen und Wirtschaftssanktionen, erworbene Weltmachtsposition, nicht zu verlieren. 

Wir erleben im Moment den Niedergang des Imperiums :)

Innenpolitisch brodeln dort die Probleme und wenn erstmal die Staatsverschuldung denen auf die Füße fällt...

Dann wird die Welt für 50 Jahre ein friedlicherer Ort, bevor die nächste Weltmacht aufsteigt. Vielleicht könnten wir das sein, Deutschland, Frankreich und Rußland an einem Strang ziehen. Dann wäre wir die Macht. Schöne wäre es.

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"Weltmacht" wird gewöhnlich so definiert:

"Als Weltmächte bezeichnet man die Staaten, die aufgrund ihrer politischen, militärischen und wirtschaftlichen Macht von der Weltgemeinschaft als führende Länder angesehen werden."

(

wissen.woxikon.de ›

Der Status "Weltmacht" hängt also stark von der Reflexion des bewussten Staates durch die Weltgemeinschaft ab.

Es war somit in diesem Sinne eine "Weltmacht"! Und wie jede vergangene "Weltmacht" kam es an seine, schon als objektiv zu bezeichnenden Grenzen: politisch, militärisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell.

Gegenwärtige "Weltmächte" sollten daraus lernen.

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Diese vielen "hätte" und "wenn" und "wäre" für historische Entwicklungen sind nicht sehr zielführend, da Du keineswegs alle möglichen Faktoren für eine solche fiktive Entwicklung berücksichtigen kannst.

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