Was wäre das Universum ohne Leben?

14 Antworten

Möglicherweise ist die Sinnfrage nicht sinnvoll.

Aber zum Urknall.
Die Zeit entstan erst mit dem Urknall. Raum und Zeit gehören zusammen, auch wenn man sich das nicht bildlich vorstellen kann. Ohne Raum keine Zeit.
Es gab also kein "davor". Es gab auch kein außen. Es ist nicht so, daß da irgend etwas in einen leeren Raum hinein explodiert ist.

Wie man sich das bildlich vorstellen kann, weiß ich auch nicht. Vermutlich können das Physiker auch nicht. Und einer mit Humor sagt das auch sehr nett (-> R. Feynman). Und man muss es auch nicht. Ich kann mir auch die Elektronen in einem Atom nicht vorstellen. Und auch das können die Physiker nicht (nicht daß Du jetzt denkst, das wären kleine Kügelchen, die wie Planeten um den Kern kreisen...). Ich kann mir auch nicht vorstellen was Licht ist. Noch nicht mal wie ein Spiegel funktioniert, ist uns klar (also was genau passiert, wenn ein Photon auf die Elektronen des Spiegels trifft).

Soviel zu unserem Wissen. Aber das bedeutet nicht, daß wir jetzt losrennen sollten, und uns allerlei Fantasiefiguren ausdenken, um diese Lücken mit etwas zu füllen. Im Gegenteil: wir sollten uns schlau machen und danach forschen.

Es gibt Thesen (ob es bereits Theorien sind, weiß ich nicht), die davon ausgehen, daß im inneren von Schwarzen Löchern wieder ein neues Universum entsteht. Sowas wie eine Blase, die sich dort in eine andere Dimension ausbreitet, und für die dortigen 3D Bewohner wie ein eigenes Universum aussieht (ich stelle es mir vor wie ein Luftballon, der sich aus eine Wölbung in einer Gummifolie heraus zunächst vergrößert, und sich dann abnabelt. Nur daß es in echt dann in einer Dimension höher passiert, und auch noch die Zeit dabei entsteht, was ich mir dann nicht mehr vorstellen kann).

So könnte auch unser Universum aus einem schwarzen Loch in einem anderen Universum entstanden sein. Es könnte ein endloses Entstehen von neuen Universen geben. Wer weiss.

Eine andere Idee ist, daß in dieser Singlularität die Zeit fast unendlich verlangsamt war. Und daher in diesem Sinne schon ewig da war. Die Zeit verhält sich merkwürdig am Rand von solchen Singularitäten.

Auch passieren merkwürdige Dinge in sehr kurzen Zeiträumen und sehr kurzen Distanzen. Unterhalb der Planckstrecken und Planckzeiten passieren sogar sehr merkwürdige Dinge. Wie sich das Universum verhält, wenn seine Größe unterhalb diese schrumpft, ist auch nicht erforscht.

Ohne Physik studiert zu haben, maß ich mir auch nicht an, mehr als obiges Viertelwissen von mir zu geben. Aber vielleicht motiviert es Dich, Physik zu studieren und später mal was dazu beizutragen? Am CERN versuchen sie rauszufinden; vielleicht haben sie schon mal ein neues Universum erzeugt, ohne es zu merken (nein, das war nur ein Witz).

Vergiss die Sinnfrage; durch reines Nachdenken wird sie nicht zu lösen sein. Das zeigen tausende Jahre rauchender Hirne. Und wenn sich ein Schöpfer nicht endlich mal persönlich bemerkbar macht, wird es auch die nächsten tausend Jahre so weiter gehen. Was ich für sehr wahrscheinlich halte.

Es gibt m.E. keinen übergeordneten Sinn (was nicht heissen soll, daß es keinen Sinn in Deinem Leben gibt). Diese Einstellung halte ich für ehrlicher, als sich irgend einen Verursacher zu suchen, für den man dann künstlich "Sinn" macht.

Denn dann müsste man ja weiter fragen: was ist der Sinn der Ursache, und, falls man von einem denkenden Verursacher ausgeht, ob es überhaupt sinnvoll ist, zu existieren damit jemand anderes seinen Spaß mit uns treibt. Das wäre ja ein "Sklavensinn", und danach zu streben wäre die komplette Selbstverleugnung, Selbstaufgabe und tatsächlich nicht besser als Nihilismus.

Zum Deinem privaten Sinn: http://www.gutefrage.net/frage/wie-schaffe-ich-es-volle-100-zu-leben#answer-185423275

Mein Vater war Physiker, meine Mutter war Physikerin, ich bin es nicht. Du bist es auch nicht ? Dein Sachwissen imponiert mir. Alle Achtung!

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Noch eine zweite Antwort:

irgendwie ist es auffällig, daß die meisten Menschen bei solchen Überlegungen immer sich und ihre (Lebens-)Zeit als Maß aller Dinge ins Zentrum stellen.

Du darfst nicht vergessen: es gab lange lange zeit erst mal nur tote Materie im Universum. Vielleicht 5 Milliarden Jahre, vieleicht mehr oder weniger.

Es mussten erst einmal mehrere Sterngenerationen die höheren Elemente erbrüten (fusionieren) bevor es zu so etwas wie Planeten mit Lebewesen aus Kohlenstoff, Silizium oder anderen Elementen kommen konnte.
(dazu mussten Sterne erst einmal ausbrennen, explodieren, die sich ausbreitenden Gase sich erneut sammeln und erneut Sternsysteme bilden).

Das war erst einmal eine lange lange Zeit, in der genau der von Dir beklagte Zustand herrschte.

Dann entstand Leben durch einen Evolutionsprozess - wahrscheinlich mehr als einmal im Universum (es wäre höchst unwahrscheinlich, wenn es woanders nicht auch passiert wäre). Das dauert auch einige Zeit. Ob es schneller als bei uns gehen kann, ist schwer zu beurteilen. Aber man kann schon von 1-2Mrd Jahren ausgehen.

Irgendwann in naher Zukunft (big smiley here) werden die Lebewesen wieder verschwinden. Sterne brennen aus, Meteore schlagen ein, oder ganze Galaxien durchdringen sich und ganze Sternsysteme werden wild durcheinander geworfen. Ob unsere Sonne dann in einem heißen Zentrum mit vielen anderen Sternen endet, oder als Einzelgänger im All herumfliegt, ob die Planeten von einem anderen Stern übernommen werden wissen wir nicht.
Jedenfalls werden es rauhe Zeiten, wenn wir demnächst (big smiley here) mit Andromeda zusammenstoßen.

Aber selbst dann: irgendwann wird alles abgekühlt sein, und das Universum dunkel sein. Es sieht jedenfalls nach aktueller Wissenslage nach einem weiter expandierenden Universum aus - nicht nach einem Big Crunch. Und irgendwann sind die Sterne zuweit entfernt als daß die für andere noch Nachschub liefern.
Das mag noch 20Milliarden Jahre dauern, aber wen kümmert es. Wir sind dann schon lange nicht mehr im Spiel.

Also kommen dann wieder Milliarden Jahre, ohne Leben.
Eine Ewigkeit nur tote Materie.

Also zusammengefasst:
es ist wie Du beschreibst. Die meiste Zeit nichts.
Dunkelheit, bis auf gelegentliches kurzes Aufflackern von Leben hier und da,
das auch fast Augenblicklich (im kosmischen Maßstab) wieder erlischt.

Eine ziemlich langweilige Show, für einen Beobachter. Oder nicht?

So ist es aber wenn wir nicht mehr da sind und etwas beobachten können dann weiß doch überhauptkeiner das es das universum gibt... wo sind wir dann? ich glaube kaum das wir dann unsichtbare wesen im universum sind die dahin schweben und sehen wie leer das universum ist...

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@Fragant122

wo waren wir vor 1Mrd Jahre?
Du siehst das zu homozentrisch (oder gar egozentrisch in Bezug zur Sinnfrage)

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Dann wäre es eben ein Universum ohne Leben.

Das ist dem Universum wirklich ziemlich egal , ob es darin Leben gibt, das über den Sinn ddes Lebens nachdenkt oder ob es eben kein Leben darin gibt.

So änlich, wie es Steine gibt, die liegen im Meer und sind nass und andere Steine, die liegen in der Wüste und sind trocken. Den Steinen ist das völlig egal. Nur bei den einen könnte ein Fisch vorbeischwimmen und sich über den Stein freuen und in der Wüste da passiert das eher nicht.

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