Was vertreibt Religionen aus einem Land?

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7 Antworten

Würde mal sagen, das liegt an einem ganzen Strauß an Gründen, die zusammenspielen.

Als erstes muss es Alternativen geben. Im Mittelalter konnte man nur katholisch sein, alles andere wurde gewaltsam unterdrückt. Luther schuf die erste Alternative und 300 Jahre Aufklärung schufen eine Großzahl an Alternativen bis hin zum Atheismus oder den Naturwissenschaften. Katholizismus und Islam lehnen Religionsfreiheit im Rahmen ihrer Möglichkeiten ab, um genau das zu verhindern.

Dann gehört Bildung dazu. Bildung vermittelt Wissen über Alternativen und ermuntert zum freien Denken. Das Resultat ist häufig eine Abkehr von klassischen Religionen. Katholizismus und Islam lehnen Bildung im Rahmen ihrer Möglichkeiten ab, um genau das zu verhindern.

Netzwerkbildung zu antireligiösen Themen und Thesen ist ebenfalls erforderlich. Ein einzelner, der Zweifel an seiner Religion bekommt, aber in einer ausschließlich religiösen Umwelt lebt, wird kaum den Mut haben, offen an der Religion zu zweifeln und entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Netzwerkbildung, angefangen von der Erfindung des Buchdruckes bis zum Internet und einer Plattform wie gutefrage.net, zeigt vielen, dass sie mit ihren Zweifeln nicht alleine sind und es gute Gründe gibt, sich den religiösen Führern zu widersetzen. Katholizismus und Islam lehnen freie Meinungsäußerung im Rahmen ihrer Möglichkeiten ab, um genau das zu verhindern.

Dann haben Religionen im Allgemeinen das Problem, unlogisch und in sich widersprüchlich zu sein. Das fiel in der Antike weniger auf, heute aber schon. Daran stören sich viele und sind nicht bereit, die Weiterentwicklung der Kultur- und Geistesgeschichte zu ignorieren und sich mental auf das Niveau der Antike und des Mittelalters zurückfallen zu lassen. Die sind für die Religion auch verloren. Katholizismus und Islam lehnen Logik ("man muss halt glauben") und Widersprüche ("das darf man nur frei interpretiert betrachten") im Rahmen ihrer Möglichkeiten ab, um genau das zu verhindern.

Sicherlich gibt es noch mehr Gründe, aber das dürften die wichtigsten sein.

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je entwickelter der Staat ist desto seltener findet man Leute die Religiös sind und wenn doch diese sie nicht aktiv ausleben.

Ich denke, dafür gibt es mehrere Ursachen.

Die Wissenschaften können einen Großteil der Welt erklären, dadurch sinkt die Akzeptanz für religiöse Theorien, dass ein Gott die Ursache ist.

Menschen sind heute individualistischer orientiert. Man will seine eigenen Ziele erreichen und sich dabei nicht durch religiöse Regeln einengen lassen.

Der Sinn des Lebens wird heutzutage meist selbst definiert - Erfolg,
Status, Traumjob - und nicht mehr von der Religion vorgegeben.

Ansprüche von "alleiniger Wahrheit" werden skeptischer gesehen und nicht mehr vorbehaltlos geglaubt. Man kennt die Gefahr des Fanatismus.

Viele religiöse Lehren beziehen sich auf Belohnungen und Strafen nach dem Tod. Diese Versprechen sind unbewiesen und man kauft nur ungern die Katze im Sack.

Religiöse Lehren werden häufig sehr konservativ vermittelt und entsprechen dann nicht der Moral und Lebensrealität des 21. Jahrhunderts. Sie sind "veraltet".

Religiöse Ideale wie etwa Nächstenliebe scheinen in einer Ellenbogen-Gesellschaft eher hinderlich und bringen keinen unmittelbaren Vorteil.

Der Mensch hat ein stärkeres Kosten-Nutzen-Denken. Wenn es die Leistung nicht optimiert, oder andere Effekte vorweisen kann, wird es als überflüssig angesehen.

Der Zeitaspekt halte ich dagegen für weniger wichtig - man geht eben zum Wellness-Angebot, um wieder "aufzutanken" und nicht in die Kirche.

Generell denke ich, dass der Mensch in der Regel doch "seelische" Bedürfnisse hat, sie aber häufig durch "Ersatzbefriedigung" dämpft.

Persönliches

Ich selbst bin ein religiöser Mensch und habe auch meine tägliche religiöse Praxis, obwohl ich in einer Konsumgesellschaft lebe.

Auf manche Dinge, wie etwa ein Mobiltelefon, verzichte ich aber bewusst, weil ich keine Notwendigkeit darin sehe, ständig erreichbar zu sein.

Generell ist mein Leben vermutlich entschleunigter als das in meiner Umwelt, auch wenn ich natürlich genau die gleichen Termine habe, wie andere auch.

Ich denke, eine zeitgemäß interpretierte Lehre kann durchaus eine Religiosität fördern, die dem 21. Jahrhundert angemessen ist.

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Das Arbeitsleben ist es sicherlich nicht, in weniger entwickelten und religiöseren Staaten arbeiten die Leute oft viel mehr.

Denke es hat eher mit einer aufgeklärteren, pluralistischen und technisch weit fortgeschrittenen Gesellschaft zu tun, bei der Religion nicht mehr so wirklich rein passt.

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Tershire 23.04.2016, 23:29

was meinst du mit mehr arbeiten?
Körperlich mehr oder vom Zeitaufwand mehr ?

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Hat mMn vor allem damit zu tun, dass je entwickelter ein Land ist, desto intelligenter ist auch die Bevölkerung. Ein Gottesbild wird immer weniger notwendig und die Grenze zwischen "Glaube" und "Aberglaube" wird schwammig, heute glauben viele nur noch, was sicher beweisbar ist. Das hat einerseits zur Folge, dass die "normalen" Religionen weniger Zulauf haben, zum anderen aber leider auch, dass sich so irre "Religionsgemeinschaften" wie diese Leute mit der schwarzen Magie usw. bilden.

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Die Menschen glauben nicht mehr alles und gebrauchen ihre eigene Logik und mit Logik haben es die Religionen nicht.

Die Religionen wollen besser sein als Gott (...) und haben aus den 10 göttlichen Geboten über 1000 Verbote (haram) gemacht und haben alle das gleiche Ziel, die Leichtgläubigen zu unterjochen, die eigene Macht einzementieren und ein möglichst schönes Leben an der Spitze führen.

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herrnhaus 23.04.2016, 23:55

Es ist nicht immer Gott schuld sondern das Bodenpersonal

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Das Schlüsselwort ist Bildung.

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Meatwad 24.04.2016, 13:24

Mist, du warst elf Stunden schneller. ;)

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gut beobachtet

aber es ist nicht eine frage der arbeits- und freizeit, sondern die gründe liegen in der säkularisierung - und dass die kirchen nicht mehr glaubwürdig sind

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comhb3mpqy 24.04.2016, 00:34

warum sind Ihrer Meinung nach die Kirchen nicht mehr glaubwürdig?
Ich bin Christ und glaube an Gott. Falls interesse besteht: Gründe/Argumente, warum ich an Gott glaube findet man, wenn man auf mein Profil geht. Oder man fragt mich hier einfach.

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