Was versteht man unter sei wie du bist.Wie benimmt man sich^^?

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11 Antworten

Ein gewichtiges Thema. Insbesondere in Zeiten des ausgeprägtenKonsumismus! Thema: Sich von Erwartungsdruck so weit wie möglich zubefreien! Und zugleich nicht „draußen“ zu stehen, nicht„Außenseiter“ zu sein… Das ist das Problem: Das allzumenschliche Bedürfnis, „dazu“ zu gehören – widerstritten vondem nicht weniger menschlichen Bedürfnis, „man selbst“ zu sein(also auch: „frau selbst“)… und nicht Einheitsbrei.

Womit ich auch schon beim Thema wäre: Selbstfindung. „Duselbst“ zu sein ist ja kein Status. Es ist eine Lebensaufgabe. Weilimmer wieder unterschiedlicher Erwartungsdruck ausgeübt wird bzw aufuns lastet (also ggf nur aus uns selbst heraus empfunden ist). NeueLebenssituationen bringen immer neuen Druck: Neuer ArbPlatz, neueprivate Umfelder – immer wieder neue Mitmenschen. Und sichwandelnde gesellschaftliche Konventionen.

Ich beginne beispielhaft mit einem (wirklich) gewichtigen Thema: Essverhalten. Keiner, der heute Lebensmittel verkauft, kann es sicherlauben, keine „Light“-Produkte ins Regal zu legen. Außer man verkauft Obst+Gemüse, ist Metzger… oder betreibt einen Bioladen.Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine. – Diese ganzen„Light“-Produkte sollen aber gar nicht ursächlich gesund sein(auch wenn das so draufsteht), sondern sollen nur Konsumismus undGenusssucht beflügeln. Das soll so ganz beiläufig suggerieren, es gebe nur eine einzige gültige Form der menschlichen Existenz, die gesund und vorgesehen sei: dünnschlank. Wer nun ums Verrecken kein Fett ansetzt, landet schnell in der Schublade „Magersucht“.Vollschlank gilt schon als fett. Aber wer wirklich längst adipös ist, kokettiert noch 28 kg länger mit: „Ich bin ein bisschen mollig.“ Was dagegen hilft und dafür gut ist: Ausgewogene, gesundeErnährung. Garantiert nicht: Der radikale Verzicht auf alles, was gut schmeckt, aber „ungesund“ ist. Denn alles ist eine Frage der Menge: Gesund ist gar kein Gift; geringe Mengen von Schlangengift können Herzkranken helfen; viel Schlangengift tötet. – Folglich: Iss was Dir schmeckt, gesund sollte es (überwiegend) sein, und versuche nicht, vermeintlichen Idealen zu entsprechen. Wichtig ist nicht, ob es in der Tabelle steht, sondern wichtig ist, dass Du selbst Dich darin wohlfühlst, ohne ständig von einem Zwang getrieben zu sein. Also ist Übergewicht, wo man darin unglücklich ist, sich selbst behindert oder verschiedene Nebenwirkungen des hohen Gewichts erleidet… Zu dünn ist, was nur noch mit "Light"-Produkten und der ständigen Waage im Kopf zuhalten ist. Ungesund ist, was zwar in die Tabelle passt – aber doch nur mit dem ständigen Kampf um den "Sündenfall"beherrscht ist: "Nein (dieses oder jenes) darf ich nicht…"

Beispiel Schminke. ERWARTET wird von Frauen, dass sie sich schminken. Wenigstens „etwas“. Frauen die es tun, geißeln solche, die es nicht tun, gern mit dem Attribut „farblos“. Dabei soll die Aufforderung, doch mal „ein bisschen“ aus sich zu machen und sich „wenigstens ein bisschen“ zu schminken, die Einstiegsdroge sein: hinein in den Farbkasten. Was der Farbkasten bietet, ist Verkleidung. Da mögen die Damen noch sehr posaunen: „So bin ich!“ Ihr größtes Problem ist, dass es ihnen nicht gelingt, zu sich selbst zu stehen – so, wie sie sind. Bitte nicht missverstehen: Nicht jeder Mensch ist aus dem Bilderbuch herausgeschnippelt (weder Frau noch Mann) – und so ist es verständlich, wenn manche Dame ihre Erscheinung ein wenig verändern will (und auch Männer zunehmend "etwas" an sich tun). Aber tatsächlich haben – zurück zum Schminken – die meisten auch nur ein bisschen gar nicht nötig. Überwiegend kommt das Problem von „innen“: aus dem (eigenen) Kopf. Als ob die Anpassung (!) aus der Frau erst eine Frau machte!

Thema „Mode“. – Das Lieblingswort im Themenkomplex: Trend. Und die größtmögliche verbale Abstrafung für Frau wie Mann: „unmodern“ gekleidet zu sein! Der Konsumismus lässt grüßen:kauft, kauft und nochmals: kauft. Denn die geleistete Anpassung ist morgen schon jedermanns Aussehen – und verlangt nach dem kleinenTrendvorsprung, um „Individualität“ zu wahren.

Das soll reichen zum Thema der Mode. Und das soll hier erst einmal reichen an Beispielen, um zu skizzieren, was ich zum Thema „Selbst-Sein“ beizutragen habe. Worum nämlich geht es? „Der Weg ist das Ziel“ – eine asiatische Weisheit, die längst abgedroschen klingt. Und doch ist genau DAS die so schwere Aufgabe des Lebens: Seinen Weg zu gehen, ohne sich selbst zu belügen.Belüge ich aber mich selbst nicht, muss ich auch andere nicht belügen, muss ihnen kein Theater vorspielen, muss für sie keine Maske auftragen, muss in keine Verkleidung schlüpfen.

Tarik75861: Natürlich ist es ein Problem, dass man sich leicht und "gern" verstellt, wenn man jemanden für sich gewinnen will. Natürlich ist man dann nicht "natürlich" – eben nicht so natürlich, wie man es mit vertrauten Freunden ist. Das Problem für Beziehungen, weil diese also am liebsten unter falschen Voraussetzungen beginnen. Aber es ist auch "natürlich": Eben eine Form von "Balz".

Sei wie Du bist meint, das Du Dich nicht fremdbestimmt verhältst. Fremdbestimmt heißt wieder, dass Du ohne Leitung oder Beeinflussung eines anderen, Dein Leben und Dein Verhalten nicht selbst bestimmen kannst. und nicht bereit bist, dafür die Verantwortung zu tragen.

Sei wie Du bist meint das Gegenteil, dass Du eben doch selbstbestimmt und ohne Beeinflussung oder Leitung eines anderen Dein leben selbstbestimmt leben kannst.

Ein Guter Rat ist natürlich oft mal erforderlich.

Besten Gruß

Rüdiger :-)



Lilas33 02.07.2015, 14:48

wie aufgeklärt ;D siehe "Was ist Aufklärung?" von Kant ^^

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Also oft ist das so, z.B. wenn man jemandem gefallen möchte oder cool sein möchte, dann verstellt man sich. Man macht schlechte Witze, wird überfreundlich... . Zum einen muss man das loswerden.

Ein anderer wichtiger Punkt ist, das du dich wohl fühlen musst.

Beispiel:

Ich habe mal ein Mädchen geliebt, um sie zu beeindrucken, habe ich mich nicht mehr so verhalten wie ich bin. Zwischenzeitlich habe ich mich wieder im Griff, aber ich bin immer noch bei Gesprächen sehr unsicher und wirke deshalb immer so nervös.

Wenn ich mich mit langjährigen Freunden treffe bin ich ganz locker, freue mich, mache mir gar keine Gedanken wie ich wirke, weil ich weiß, dass mich meine Freunde so nehmen, wie ich bin.

Manchmal bzw. öfter im Leben wirst du dich verstellen um dem Gegenüber dich selbst 'besser' darzustellen, z.B. übertrieben Freundlich, etc. Beispiele wären: Bei Vorstellungsgesprächen, bei dem Besuch der Schwiegereltern, etc.

Wenn du diese 'Maske' absetzt, bist du so, wie du bist, das ist damit gemeint.

Natürlich muss man Gewisse Regeln und Vorschriften beachten. Damit ist eher gemeint, dass man sich nicht verstellen soll. Also andere Menschen nicht nachmachen und zu versuchen so zi sein wie sie. Sondern die eigene Persönlichkeit entwickeln!

Wie du bist. Natürlich und nicht aufgesetzt.


Damit ist gemeint dass man nicht heucheln soll, und nicht Theater spielen soll und nicht so tun soll als wäre man in Wahrheit eine andere Person.

So, wie man ist, entweder gut oder schlecht.

Wie bist Du denn? Wie würdest Du Dich beschreiben?

 @ Anna1595

man benimmt sich so wie man es ohnehin schon tut

Man benimmt sich eben so wie man immer ist und macht niemanden etwas vor.

violatedsoul 02.07.2015, 13:48

Weißt du, wie viele Menschen anderen und sich was vormachen, wovon sie überzeugt sind, dass sie ganz anders sind, als sie sich real zeigen im Verhalten?

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rosale 02.07.2015, 19:43
@violatedsoul

Habe sie nicht gezählt, ist mir auch egal. Wahrscheinlich haben die so eine Show nötig.

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