Was versteht man unter "ritterlicher Höflichkeit"?

3 Antworten

Wenn ein Mann etwas völlig uneigennützig tut, ist das schon ritterlich. Eine aufgehaltene Autotür, ein Heranschieben des Stuhles, das Anfassen des Ellbogen beim Überqueren einer befahrenen Straße.

Sicher hast Du den Film-Titel DER LETZTE RITTER schon einmal gehört, der mit Richard Gere verfilmt wurde. Dieser spielte LANCELOT, den besonders herausgestellten Ritter der TAFELRUNDE um König Artus (auch Arthur). Diesem sollte er die anverlobte Braut 'Guinevere' nach CAMELOT zuführen. Dazu gibt es mindestens zwei verschiedene Fassungen, die genau Deine Fragestellung betreffen.

  • In einer Fassung verehrt Lancelot diese Guinevere in MINNE
  • in der Filmfassung mit Richard Gere (& div.? literarischen Vorlagen) begehen die beiden Ehebruch. m.E. ist deshalb der Filmtitel FALSCH oder kann sich nur auf König Artus beziehen, der aber ja kein RITTER ist, sondern der König.

Da der Papst seine mittelalterlichen Christen auf Kreuzzüge schickte - aber auch vorher schon - war der Herr der Ritterburg oft abwesend, ließ aber zuverlässige Bewaffnete zum Schutz seiner Burg und seiner Familie zurück. Dazu wollte er selbstverständlich nur jene Ritter einsetzen, auf die er sich verlassen konnte - auch für den Phall, daß seine Ehefrau weniger treu war, als sie vor dem Altar beschworen hatte.

Bei einem ehrenhaften Ritter war es selbstverständlich, daß er die Gattin seines (Lehns-)Herren nur achtete/verehrte, ohne jeglichen sexuellen Hintergedanken nach dem Gebot "Du sollst nicht BEGEHREN Deines Nächsten Weib" - was man MINNE nannte. Der Film mit Richard Gere versucht dem Kionobesucher die gängigen Ausreden schmackhaft zu machen, die unmoralische Menschen dann vorbringen "aber wenn sie doch so hübsch ist ?!". Das würde ja zur Folge haben, daß sich der Burgherr nicht mehr traut, gemeinsame Kriegsvorhaben durchzuführen, weil hinterher seine Familienverhältnisse in Trümmern liegen KÖNNTEN (Keuschheitsgürtel ?!). DiESER Lancelot war also KEIN ehrenhafter Ritter !! Nach mosaischem Gesetz (also AT & THORA) zählt eine Verlobte diesbezüglich schon wie eine Ehefrau.

Ich bin selber Ritter nach Urkunden & kann bestätigen, daß sich mir verheiratete Ehefrauen zum Beischlaf angeboten haben & nicht begreifen wollten, daß ich das ablehnte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Ritterlichkeit

Diese höfischen Regeln galten vor allem an großen Höfen von Fürsten oder Königen. Nur eine kleine Schicht Ritter hatte das Privileg bei den Reichen und Mächtigen zu leben. Diese Ritter waren sozusagen "Vorzeige-Ritter". Sie sollten die Tugenden und Ideale der Ritter verkörpern.

Ihre Tugenden waren Mut, Frömmigkeit, Opferbereitschaft und Großmut. Und dann war da noch der Umgang mit Frauen. Ritter sollten sie respektvoll und zurückhaltend behandeln. Oft liebten sie Frauen, die sie eigentlich gar nicht bekommen konnten, weil die Damen ihres Herzens schon verheiratet waren. Diese Ritter liebten auch eigentlich mehr das Idealbild einer Frau, als die Frau selbst. Der Ritter diente ihr in jeder Weise, ohne sie besitzen zu wollen - darin lag die große Herausforderung. Der Lohn für seine Taten waren Aufmerksamkeit und Bewunderung.

Von dieser Art von Liebe handeln auch die Minne-Lieder, eine besondere Art von Musik und Gesang, die die Troubadoure zum Besten gaben. Es gibt auch viele Gedichte, die in dieser Zeit entstanden sind.

Wie man sich als Mann gegenüber einer Frau aber auch einem Höhergestellten oder auch als Frau gegenüber eines Mannes zu benehmen hat, all das war genau geregelt. Jeder Blick bekam dadurch auch eine besondere Bedeutung.

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