was versteht man unter folgendem Satz: ,,Wenn man jung ist und ein Mann, dann kann es sein, dass man ein Schulterzucker, ein Sitzer ist."?

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5 Antworten

Wenn man jung ist und ein Mann, dann kann es sein, dass man ein Schulterzucker, ein Sitzer ist. Zumindest, wenn man zu einer Generation gehört, die nicht so recht weiß, wie man nun eigentlich leben soll. Woher und von wem sollte man das auch wissen, wenn man, wie Karl »Charlie« Kolostrum, Teil einer überspannten Familie ist und eine Mutter hat, deren Neigung zum Alkohol und zu promiskuitivem Sex schon früh den Vater verjagte. Wenn man also, kurz gesagt, sich selbst überlassen und nur mit der eigenen Person und deren Wirkung beschäftigt ist, dann braucht man auch eigene Lebensregeln, und zwar in so ziemlich jeder Hinsicht.

Da wäre zunächst natürlich die Liebe, denn man braucht eine Freundin, um überhaupt zur Geltung zu kommen. Auch den Intellekt sollte man nicht unterschätzen, hier kommt die Kunst des Scheins vor allem Sein. Unabdingbar ist außerdem die Frage nach den finanziellen Ressourcen, schließlich wird die 97jährige Tante, die einen immer so großzügig versorgt, nicht ewig leben. Mit dem Reifezeugnis in Händen wird’s allerdings erst richtig kompliziert, vor allem deshalb, weil man noch immer die meiste Zeit sitzt: als Student der Kunstgeschichte unter lauter schönen Frauen, als Taxifahrer im Auto, um Geld zu verdienen, vor dem Computer des Mitbewohners, um zu spielen, und am Küchentisch der WG, um zu essen.

Doch merke: Auch als Sitzer lernt man irgendwann, wie man zu leben hat in einer Gesellschaft, die keine Helden mehr kennt. Und deshalb geschieht etwas mit Charlie Kolostrum, das sein Leben verändern wird.


Schulterzucker ist jemand, der sich nicht näher interessiert für die Dinge. Sitzer ist ein spezieller Begriff in diesem Buch, als Gegensatz zu einem Draufgänger, der eben auch was tut und nicht nur herumsitzt.

Wenn es noch unklar ist, dass lies mal die Rezensionen bei Amazon oder anderen Anbietern.

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Kommentar von Ninombre
05.12.2015, 21:01

Thx! Hoffe die Antwort hat geholfen

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Guten Morgen,

ich würde dass so interpretieren, wenn man etwas nicht weiß oder einem etwas gleichgültig ist, zuckt man mit den Schultern, also ein eher uninteressierter Mensch.

Ein Sitzer ist entweder ein träger Mensch, ohne viel Bewegung und Esprit, oder jemand der gerne seine Probleme aussitzt, also sich nicht darum kümmert.

Liebe Grüße

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Klingt, als wolle er sagen, dass junge Männer oft nix tun und abwarten und sich nicht aktiv in Geschehen einmischen, wenn sie nicht müssen. 

Denk nach.

Ein Schulterzucker ist jemand, der mit dem Schultern zuckt, und ein Sitzer jemand, der sitzt. 

Das ist Literatur. Wenn du da mit nem Duden rangehst und nicht mit deinem Verstand, brauchst du gar nicht weiterlesen.

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Mit den Schultern zuckt jemand, der "weiß ich nicht" meint und noch nicht einmal redet. Naja, 'Sitzer' hat mit rumsitzen zu tun.

Wenn wir das Bild eines Mannes aus vergangenen Zeiten betrachten - bis in die 50er Jahre, d.h. 1958, - durfte eine Ehefrau in Deutschland nicht arbeiten gehen, wenn der Ehemann das nicht wollte. Sie war dermaßen abhängig von ihm und brauchte einen, der sie versorgt.

Also musste der Mann viel wissen und agil sein, sich bewegen und bewegen können, wenn er ein guter Mann war.

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Häufiger als vom Schulterzucken spricht man vom Achselzucken - und dazu erklärt  Duden online: 

"kurzes Hochziehen der Schultern (als Gebärde des Nichtwissens oder der Gleichgültigkeit)"

Hätte Glavinic seinen Roman  erst nach der Warnung der  Weltgesundheitsorganisation vor dem gefährlichen  Wurstessen  verfasst, hätte er in diesem Zusammenhang  möglicherweise auch von von  Wurs(ch)tigkeit gesprochen ( Duden online: "Lethargie,  Schlendrian, Trägheit")

Und wenn man sitzt, dann ist es halt schwer, von der Stelle zu kommen, weiterzukommen, etwas zu leisten, zu erleben, zu erfahren.


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