Was versteht man unter einem sozialversicherungspflichtigem Praktikum?

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8 Antworten

Hallo Marcel! Wahrscheinlich handelt es sich ja nicht um ein Praktikum im eigentlichen Sinne, also im Rahmen einer Schulausbildung (währenddessen oder zur Vorbereitung darauf), sondern eigentlich um eine Beschäftigung. Diese ist versicherungspflichtig, wenn das monatliche Arbeitsentgelt mehr als 400 € beträgt. Es werden dann, aufgrund der "Versicherungspflicht", Sozialversicherungsbeiträge gezahlt, d. h. insbesondere das eine eigenständige Krankenversicherung aufgrund dieser Beschäftigung besteht und insbesondere dass Zeiten auf dem Rentenversicherungskonto berücksichtigt werden.

Wenn das Arbeitsentgelt weniger als 400 € beträgt, muss nur der Arbeitgeber Beiträge, sogenannte Pauschalbeiträge zahlen. Die Beschäftigung ist dann "versicherungsfrei". Man kann aber, und das sollte man auch immer machen, auf diese Versicherungsfreiheit verzichten. Dann muss man zwar selber Beiträge zahlen, das heißt, es wird etwas vom Bruttolohn abgezogen, aber dafür ist man für wenig Geld vollwertig versichert.

Wenn es tatsächlich ein "echtes" Praktikum im Rahmen einer Schulausbildung ist, gibt es unterschiedliche Regelungen zur Versicherungspflicht. Dannn solltest Du Dich mal an Deine Krankenkasse wenden.

Hallo und vielen Dank. Also ich habe vor kurzem mein Uni-Examen gemacht und Geisteswissenschaften studiert. Derzeit suche ich meine erste feste Anstellung und erhalte ALG II.

Die ARGE hat gesagt, wenn ich nicht direkt eine feste Anstellung finde, würde sie auch ein Praktikum unterstützen, damit ich in den Beruf "hineinschnuppern" kann und sich meine Bewerbungsmappe mit ersten Arbeitszeugnissen füllt. Außerdem sind Praktika und Volontariate der typische Weg für Geisteswissenschaftler in eine Festanstellung. Allerdings muss das Praktikum wie ich es beschrieben habe "sozialversicherungspflichtig" sein.

Das heißt dann nach den Antworten hier, ich muss dort über 400€ verdienen. Oh je, wo werden den Praktikanten bezahlt :( Sowas zu finden wird sehr sehr schwierig ... Die haben doch alle kein Geld in öffentlichen Einrichtungen wie z.B. in Museen :(

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@Marcel1981

Versicherungspflicht kann - wie gesagt - auch eintreten, wenn man unter 400 € verdient, aber auf die Versicherungsfreiheit verzichtet. Das muss man gegenüber dem Arbeitgeber erklären (die Mitarbeiter in den Lohnbüros kennen das). Für den Arbeitgeber ist es nicht teurer, weil die Beiträge aufgrund des Verzichts auf die Versicherungsfreiheit der Arbeitnehmer allein tragen muss.

Ich würde vorschlagen:1. Versuchen, mehr wie 400 € zu erhalten.2. Wenn das nicht klappt: Dann eine Beschäftigung mit irgendeiner Vergütung, möglichst über 155 € (das hängt wiederum mit der Beitragsberechnung zusammen, will ich jetzt nicht weiter ausführen), zu erhalten (Bekommt man gar keine Arbeitsentgelt liegt für die Sozialversicherung gar kein relevanter Sachverhalt vor).3. Dann auf die Versicherungsfreiheit verzichten.

===> Dann würde die ArGe wohl Leistungen erbringen, man hat etwas für die Berufsbiografie und für die Rente ergeben sich auch - wenn auch kleine - Vorteile.

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Ich finde, das ist sowas wie ein schwarzer Schimmel: Das schließt sich aus. Man macht ja gerade ein Praktikum, weil man so einfach keine Arbeitsstelle findet: Entweder, um sich einen Bereich mal näher anzuschauen und Erfahrungen zu sammeln oder um einen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass man prima mitarbeitet und er einen einstellen soll.

Jedenfalls ist eine nennenswerte Bezahlung absolut unüblich.

Frag mal Deinen Sachbearbeiter, was er sich genau drunter vorstellt.

Das bedeutet das der Arbeitgeber wo du das Praktikum für dich und die Zeit des Praktikums Sozialabgaben zahlen muß.Das heist das er Krankenkasse,Rentenversicherung usw.Zahlen muß.

Die meinen ein Praktikum, wo Du mindestens 401 oder mehr Euros im Monat verdienst.

Wo gibt es bezahlte Praktika?

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Das der Praktikumsbetrieb Versicherungsbeiträge für Dich abführt (an Krankenkasse und Rentenversicherung) ;)

Dann musst du mindestens 401 € verdienen.

Da erhältst du eine Vergütung, die ist Versicherungspflichtig

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