was versteht ihr unter grüner Energie?

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4 Antworten

Nun ja, man könnte jetzt die Frage nach "grüner" Energie kritisch beäugen. Schließlich hebt die Fragestellung, die du oben formuliert hast, nicht darauf ab, ob Geothermie erneuerbar ist oder nicht, sondern ob Geothermie grün ist oder nicht.

In Deutschland sprechen wir bei Solar, Wind, Geothermie etc. von Erneuerbaren Energien  (siehe auch das Erneuerbare-Energien-Gesetz). Jeder, der in Physik aufgepasst hat, weiß aber, dass es per Definition keine Erneuerbaren Energien geben kann, da es einen Energieerhaltungssatz gibt und keine Energie verloren gehen kann. Sie wird maximal in eine Energieform umgewandelt, die wir (noch?) nicht nutzen können. Soviel dazu.

Der Gedanke hinter Erneuerbaren Energien ist letzten Endes - meiner Ansicht nach - der, dass die Nutzung von Erneuerbaren weniger Umweltfolgen verursachen, als die Nutzung fossiler Energieträger. Es gibt eine zwar mittlerweile nicht mehr ganz neue, aber immer noch tolle Studie, die sich Geothermie in Deutschland widmet: https://www.tab-beim-bundestag.de/de/pdf/publikationen/berichte/TAB-Arbeitsbericht-ab084.pdf 

Da sieht man auch (S. 83 oder so), welche CO2-Äquivalent-Emissionen Braunkohle, Steinkohle, Solar, Geothermie etc. haben. Und da schneiden die Erneuerbaren im Vergleich zu konventioneller Energieerzeugung sehr viel besser ab. 

Letztlich hängt es davon ab, wie weit oder eng du den Begriff "grüne Energie" fasst. Wenn du sagst grün ist Energie nur, wenn es keine Umweltfolgen hat, dann gibt es keine Energieerzeugung mehr, denn jeder Eingriff in die Natur hat Folgen für die Umwelt. Egal ob ich ein Kraftwerk baue, eine Autobahn, ein Haus oder eine Schreberhäuschen. Die Folgen sind halt weniger schwerwiegend oder schwerwiegend. Wenn man das allerdings berücksichtigt, dann muss man sich überlegen, welche Rahmenbedingungen man für "grüne" Energie setzt und da sind dann (nach meiner Meinung) die Energien zu bevorzugen, welche die geringsten Umweltfolgen (Bspw. bzgl. CO2) haben und da wäre Geothermie ganz gut unterwegs.

Viele Varianten der "alternativen" und "regenerativen" Energienutzung bzw. Gewinnung sind umjubelt und werden u.a. als "grün" bezeichnet.

Beispiel: Solaranlagen

Da wird gerne erzählt, dass die Nutzung der Sonnenenergie die Umwelt entlastet, keine Emissionen, kein Brennstoff - toll.

Sehe ich etwas anders.

Es gibt keinen Baum, wo Solarkollektoren dran wachsen und nur noch gepflückt werden müssen. Solche Dinge müssen in Fabriken hergestellt werden. Ok, vielleicht nicht in Deutschland , aber irgendwo steht ein Werk, und dort wird sowas gebaut.

Spannend für Klimawandel etc. (siehe Medien) sind die CO² Werte.

Ein Brennstoff ist ein Energieträger. Wird diese Energie freigesetzt / gewandelt durch Verbrennung, dann entsteht je nach Brennstoff CO².

Wenn man sich verinnerlicht, wie viel CO² bei der Produktion eines Solar-Kollektors ensteht und wieviel dieser Kollektor im Laufe seines Lebens dafür (potentiell) einspart - dann ist der grüne Traum ausgeträumt.

Die CO² Einheiten in der Produktion werden in meinen Augen viel zu schwach bewertet oder gar ignoriert, damit der Dummdeutsche brav die Vorgaben erfüllt und auch noch stolz auf seine teuer bezahlten pseudo-Pro-Umwelt Ausstattung ist.

Wer wirklich "grün" denkt, der ist bereit auf Dinge zu verzichten, statt nur die Probleme umzuschichten und die Konsequenzen aus "der zweiten Reihe" zu verleugnen.

Grüße, ------>


Erstens: Nach dem Energieerhaltungssatz (ein Naturgesetz!) ist Energie niemals "erneuerbbar", sondern wird immer nur umgewandelt. Zweitens: Nach deiner "Definition" von "grüner Energie" gibt es diese nicht, denn jede Energienutzung durch den Menschen/Industrie ist mit Umwelteingriffen bis -schäden verbunden. Jedes Wasserkraftwerk stellt einen erheblichen Eingriff in die natürliche Umwelt und Hydrologie dar, jedes Windrad auch.

Braunkohle ist grüne Energie, da durch die Rekultivierungen die Natur und die Landschaft ökologisch aufgewertet wird und da sie CO2 emittiert, ein prima Pflanzendünger der die Welt grüner werden lässt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/co2-macht-die-welt-gruener-a-1089850.html

Fisch und Vögel häckselnde Wasser und Windenergie sind alles andere als ökologisch. Bodenauslaugende Biomasse ist es auch nicht. Asozial sind die Energien und die, die sie betreiben obendrein. Wir haben "dank" der Erneuerbaren die höchsten Strompreise in Europa. Viele 100000 Haushalte können schon heute ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen.

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