Was versteht ihr unter Familie und hat jeder eine Familie?

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hm ... Eine schwierige Frage.

In Urlaubskatalogen steht "familienfreundlich" wohl eher für "kinderfreundlich" - ich glaube nicht, dass es so gemeint ist, dass man als 40- oder 50-jähriges "Kind" mit den betagten Eltern anrücken kann und dann einen Familienbonus erhält - dann schon eher, wenn man als Patenonkel/Tante oder sonst irgendwas mit einem "fremden" Kind wegfährt. Meiner Meinung nach hängt das also mehr mit dem Alter des Kindes als mit irgendwelchen verwandtschaftlichen Verhältnissen zusammen.

Für mich ist Familie genetisch definiert. Klar mag ich meine Freunde, aber meine Familie ist und bleibt meine Familie und das ist auch gut so. Emotionale Verbundenheit, wie du es nennst, wäre für mich also kein Grund, jemanden als "Familie" anzusehen, der es nicht wirklich ist. Man sagt ja manchmal, dass man sich in einer Gruppe wie in einer zweiten Familie fühlt - vielleicht empfinden manche Menschen ja so, dass ganz spezielle Freunde Teil der Familie sind, für mich gilt das nicht. Ich hoffe, meine Antwort ist jetzt einigermaßen verständlich, ich verwirre mich gerade mit meinen Gedankengängen irgendwie selbst ...

Für mich hat jeder eine Familie. Verstorbene sind noch Familie, auch wenn sie tot sind - denn die genetische Verbundenheit ist ja noch da. Wenn meine Mutter tot ist, ist sie immer noch meine Mutter. Ich habe also Familie, aber eben tote Familie.

In speziellen Fällen sehe ich es nicht ganz so eng mit der genetischen Verbundenheit. Nehmen wir mal folgendes Beispiel: Eine Frau wird schwanger, sie und ihr Mann ziehen ein Kind auf. Nach vielen Jahren, wenn das Kind schon erwachsen ist, kommt durch Zufall heraus, dass der Mann nicht der Vater war, sondern dass die Frau ihn betrogen hat. In dem Fall würde ich sagen, dass der Mann trotzdem der Vater des Kindes ist, denn er hat es sein Leben lang wie sein eigenes Kind behandelt. Zu dem richtigen Vater besteht überhaupt keine Verbindung. Wenn man von Anfang an jemanden wie Familie behandelt, dann ist er es auch, wie jetzt in diesem Fall, aber jemand, den man kennenlernt und dann erst so sehr mag, dass er einen fast schon an Familie erinnert, der kann es nicht nie werden, wie bsp. ein Freund.

So, jetzt hab ich mich selbst zu Genüge verwirrt. Trotzdem werde ich es losschicken, weil du um meine Gedanken gebeten hast - und bitte, da sind sie, komplett verdreht und ungeordnet. Ich hoffe, du kannst irgendwas damit anfangen ;-)

komplett verdreht und total verwirrend- ja, so ist es genau perfekt. Danke für deine offenen gedanken, da geb ich gleich mal ein daumen hoch für ;)

0

Ich glaube das das soziale Umfeld die auffassung von Familie stark beeinfluss bzw auch das eigene Umfeld und der Bezug zur genetischen Familie.

ich persönlich mache das Wort Familie nicht am genetischen fest. Es gibt bei Verwandte dich für mich keineswegs zu meiner Familie zählen und andererseits habe ich Freunde die für durchaus dazugehören.

meiner Meinung nach gehören Menschen zur Familie die für einen da sind. In guten wie in schlechten Zeiten. Die hinter einem stehen egal was passiert und egal wieviel Tage oder Wochen zwischen dem letzten Treffen liegen. Menschen die einen aufbauen, die dich aber auch ungeniert um Hilfe bitten. Menschen die einen anschreien und danach mit dir lachen. Leute die dir helfen deine Ziele Zu erreicheng und dir Perspektiven zeigen wenn du vor einer Mauer stehst.

so sehe ich das Wort „Familie“.

Das ist eine sehr schöne und feinfühlige Frage.

Eine Familie oder einen familiären Hintergrund hat ja jeder - ganz gleich ob dieser mit viel Distanz einhergeht oder eventuell sogar mit Verlusten von Familienmitgliedern.

Darüber hinaus gibt es dann aber auch noch die sogenannten "Wahlverwandtschaften", und da findest Du oft mehr an tiefen Verbindungen als es mitunter bei den "echten" Familien der Fall ist.

Für mich ist Familie also nicht nur eine genetische Angelegenheit, sondern ganz klar etwas was ich in meinem Herzen spüren kann, und da spüre ich oft mehr die nahezu fremden Menschen, die es aber - aus welchen Gründen auch immer - dann schaffen vertraut zu werden.

Familie das ist nicht immer einfach! Besonders dann nicht, wenn es womöglich Großfamilien sind. Kommt auch immer ein bißchen auf die Charaktere an, die dazu gehören. Ich gehöre einer Großfamilie an, da rumst es schon mal kräftig, aber andererseits, sollte es mal irgendwo brennen, dann hält die ganze Bande zusammen, wie Pech und Schwefel!

Das Gefühl, im Ernstfall Jemanden zu haben, auf den ich mich verlassen kann, gibt mir Geborgenheit und auch eine gesunde Portion Selbstvertrauen. Ich betrachte aber auch meine Umgebung als gewissermaßen zur Familie gehörig (wir leben auf dem Dorfe). Wir haben den Vorteil, dass wir noch einander kennen. Unter der Dorfgemeinschaft besteht auch noch so etwas wie eine große Familie.

Dieser gehören zur Zeit viele alte Menschen an, die haben schon keine Angehörigen mehr. Das ganze Dorf schafft es aber gemeinsam, sie zu versorgen! Dazu gehört eben, mit Ihnen Arzttermine wahr zu nehmen, Einkäufe zu erledigen und so sie es nicht mehr selbst können den Haushalt und die Wohnung auf Vordermann bringen. Und es ist schön, dass viele Jugendliche bei unserem ehrenamtlichen Hilfsprojekt mitmachen.

Hast Du eigentlich schon mal darüber nachgedacht, dass die Familie eigentlich das Grundmodell für die Soziale Marktwirtschaft war (zumindest wie sie Ludwig Erhardt erdachte), nämlich der sozial und wirtschaftölich Starke sorgt mit seiner Leistung für den wirtschaftlich und sozial Schwachen. Heute hieße das, der Vater sorgt für die Kinder und z.B. die Frau im Erziehungsurlaub!

Das sind meine Gedanken, vielleicht findest Du ja was, das Dir gefällt.

familie ist, wenn alle zusammen halten, sich gut verstehen, es mal den ein und andern streit gibt unso... nein, nicht jeder hat eine familie.

Was möchtest Du wissen?