Was versteht Ihr unter dem Begriff >Gutmensch<. Je nachdem in welchen Kreisen man sich begibt, hat dieser Begriff eine völlig andere Bedeutung?

19 Antworten

Gutmensch nutzen Rechte meist als abwertenden Begriff gegenüber Menschen, die aus moralischen Gründen die Welt verbessern wollen. Ich finde ich aber z.B. nicht schlimm als Gutmensch bezeichnet zu werden. Ein guter Mensch zu sein, das ist die Wortbedeutung und die passt für mich.

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Finde ich ganz witzig und passen.

Interessant. Danke für Deine Antowort. Meine Auffassung, was ein Gutmensch ist, ist völlig anders als Deine und bestätigt die These, dass dieser Begriff im Wandel der Zeit sich sehr verändert hat.

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Für mich persönlich sind das Leute, die sich für alles mögliche (vermeintlich gute) einsetzen und denken sie wäre Heilige, sich extrem auf dieses Tun fixieren und sich mit Missständen im eigenen Leben gar nicht beschäftigen wollen oder davon vielleicht gar nichts merken.

Kenne so eine Person. Die rennt seit vielen Jahren auf Demos zu allem möglichen Themen, hat sich für Flüchtlinge eingesetzt und ist überzeugte Vegetarierin. An sich Dinge, gegen die ich nichts habe. Finde es in Ordnung, wenn jemand für seine Überzeugungen einsetzt. Aber sie ist eine von dieser Sorte, die Fleischesser beschimpft. Wagst du es wagst jemanden zu kritisieren, der zufällig Ausländer ist, bist du gleich ein Nazi. Denkt sie macht alles richtig und lässt Diskussionen mit anders denkenden gar nicht erst zu.

Und bei ihr zu Hause läuft alles schief, Familie gespalten (wegen ihr) und keinerlei Aktion von ihr, um das zu beheben.

Jetzt hab ich etwas weiter ausgeholt. Ihr merkt sicher, dass ich diese Person nicht mag. :D Aber anhand dieser kann ich so schön erklären, was ich meine. :D

Danke.. 'Im Namen des Guten handeln' und alles andere schlichtweg ausblenden. Sehr gutes Beispiel, das du da beschreibst. Allem 'richtigen' rennen die hinterher und hoffen, es auf Teufel komm raus umsetzen zu können und sind sich sicher, den Rückhalt aller zu erhalten. Werden von jedem Mist getriggert und fahren sofort ihre Keule aus, wenn man versucht, die Hintergründe für ihr Handeln/Verhalten zu erfahren. Das darf man ja erfahren, meine ich.

Stattdessen erhält man dann dümmliche Antworten wie 'weils richtig ist' oder 'wie kommt man auf solche blöden Fragen!' - gefolgt von erster Antwort. Bei dieser Gattung Mensch scheint es kein Nachdenken mehr zu geben, sondern nur ein strammes Befolgen der 'trendigsten' und von der Mehrheit abgenickten 'richtigen Weise zu leben'. Ähnlich einer Religion.

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@Sorgenfred

Die Reaktion auf eine solche Kritik ist psychologisch bedingt, hat man sich doch bereits breit und öffentlich darin profiliert moralisch überlegen zu sein. Man hat sich bei gleichgesinnten die Bestätigung geholt und alle anderen darüber belehrt.

Man kann Widersprüche leicht ausblenden, aber wenn jemand einen Widerspruch anspricht, dann kommt dieser unbequem wieder ins Bewusstsein und wenn man sich mit diesem auseinander setzt, dann müsste man vielleicht sogar das eigene Weltbild hinterfragen und damit wäre dann das Selbstbild der moralischen Überlegenheit hin. Und nicht nur das, es wäre auch vor anderen hin und man müsste sich eingestehen, dass man ziemlich dämlich ausgehen haben muss, als man belehrend und laut seine "Wahrheit" verkündet hat. Also schützt man sich, indem man auf sachliche Argumente garnicht erst eingeht.

Ein solches Verhalten ist menschlich und nicht an Ansichten gekoppelt. Auch nicht an Fakten. Da verhält sich der Gutmensch nicht besser wie der Nazi, der Veganer, der Klimaaktivist, der Reichsbürger, der Impfgegner, etc.

Häufig erkennt man diese Personen daran, dass sie für sachliche Argumentation nicht zugänglich sind und auch selbst keine solchen liefern können. Scheinargumente und Parolen hingegen haben sie en groß zu bieten.

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Ein Gutmensch gilt als "Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft". Also der Begriff ist negativ belegt wie: viel Herz, wenig Verstand. Sollte man nicht unbedingt auf sich beziehen :-)

Es war 2016 das Unwort des Jahres, weil es negativ konnotiert ist und dazu verwendet wird, bestimmte Haltungen und Menschengruppen zu diskreditieren und zu diffamieren .

Im Bereich whataboutism findet es als Schimpfwort Verwendung.

Wäre ich fies, würde ich vermuten -> Menschengruppen, welche nicht kritisiert werden wollen (bzw. nicht ertragen können) :-)

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@Starchy

Meistens werden Einzelpersonen damit verunglimpft.

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Der Begriff "Gutmensch" ist eigentlich uralt, gab es zumindest schon im 19. Jhdt, damals allerdings bonhomme genannt. Es handelt sich hierbei um einen Biedermann, der rechtschaffen auftritt und sich brav verhält, zumindest nach Außen hin.

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