Was versteht Chomsky unter "Grammatik"?

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2 Antworten

"Eine formale Grammatik G dient dazu, eine Sprache L(G) zu beschreiben, bzw. zu definieren, welche Sütze zu einer Sprache gehören (und welche nicht). Wir sprechen dann davon, dass die Grammatik G die Sprache L(G) erzeugt."

http://www.meduniwien.ac.at/user/harald.trost/lv/sprache+grammatik.pdf

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Chomsky hat den Begriff der generativen Transformationsgrammatik eingeführt. Das kann man eigentlich googlen...

Aber kurz gesagt bedeutet das, dass man sich als Mensch einer "versteckten Grammatik" bedient, mit der man sich Sätze "generieren" konstruieren kann, die man vorher noch nie gehört oder gesagt hat. Die Behavioristen haben behauptet, das Kind spricht alles nach. Das würde aber nur das erklären, was ein Kind hören konnte, um es nachsprechen zu können.

Also kam Chomsky daher und behauptete, dass Sprache sowohl eine Oberflächenstruktur als auch eine Tiefenstruktur habe. Die Tiefenstruktur ist sozusagen die undeklinierte/unkonjugierte "Urform" des Satzes.

Diese Grammatik erlaubt die Produktion einer unendlichen Anzahl von nie gehörten Sätzen durch Rekombination sprachlicher Elemente. Jeder Satz in seiner Oberflächenstruktur kann durch Umkehrung der sogenannten „Transformationsregeln“ auf seine Tiefenstruktur zurückgeführt werden. So kann jede syntaktische Variante ein und derselben Aussage auf seine Basissemantik reduziert werden oder umgekehrt viele verschiedene Varianten aus einer Tiefenstruktur gebildet werden. Die beiden Sätze „Jack liebt Jill“ und „Jill wird von Jack geliebt“ besitzen also die gleiche Tiefenstruktur („Jack lieben Jill“).

PS: Übrigens ist Chomsky heutzutage widerlegt. Seine Überlegungen sind aber trotzdem anschaulich und interessant.

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