Was unterscheidet einen "guten" Schriftsteller von einem "schlechten"?

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11 Antworten

Wenn die Sprache schön ist, einfach eine harmonische Wortwahl,finde ich ein Buch schön. Übrigens finde ich, daß St. King ausgezeichnet schreibt, er kann Gefühle beschreiben, daß man glaubt, man sei selbst betroffen, das ist eine Kunst. Wenn ich mal wieder genug von Vulgärsprache und unschöner Ausdrucksweise habe, nehme ich mir ein älteres Buch und lese es. Schnoddrige Sprache und Fäkalausdrücke müssen wirklich nicht sein.

Beschreibungen müssen eindringlich und bildhaft sein, man muß sich in die Situation einfühlen können,muß Heu riechen und Vögel singen hören. Oder Schmerzen empfinden...

LiloB 16.01.2010, 11:47

wunderbar ausgedrückt- und damit verdeutlicht, was einen guten Schriftsteller ausmacht. DH dafür - schreib mehr!

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In überragendem Maße die Sprache. Sie ist das Handwerkszeug des Schriftstellers. Wenn sie nicht passt, ist er nicht gut. Wenn er die nicht beherrscht, nicht kreativ ist, sollte er vielleicht Sachbuchautor werden. Weitere Gesichtspunkte sind inhaltlich Kreativität, geschickter Aufbau, Spannung usw..

Dir kann ich absolut zustimmen, Rowling schreibt halt einfach Kinderbücher, Tolkien hingegen ist ein überdurchschnittliches Naturtalent und kann wirklich klasse schreiben!
Aber ich denke nicht, das man den "Rang" eines Schriftstellers an irgendwas festmachen kann. Denn es gibt zu viele unterschiedliche Schriftsteller und noch mehr unterschiedliche Leser. Rowling verdient hunderte Millionen Euro, weil hauptsächlich 12-16 jährige und einige aus den oberen Altersklassen sie so "unglaublich toll" finden. Geschmackssache halt.

Hallo,

ich denke einen "guten" Schriftsteller macht seine Art zu Arbeiten aus, was sich dann wiederum im Buch widerspiegelt. Beispielsweiße ist Recherche-Arbeit beim schreiben sehr wichtig, genauso wie richtiges hineinversetzen in die Figuren. Nebenbei bemerkt spielt auch ein gewisses vorhandenes Talent eine große Rolle, auf das man dann letztendlich aufbauen kann. Ein Schriftsteller muss seine Geschichte leben, eine Leidenschaft dafür empfinden und dann wird sie auch gut.

Allerdings muss man dazu sagen, dass ob man Geschichten als "gut" oder "schlecht" empfindet des öfteren auch Geschmacksache. Und würde deshalb nicht sagen "Das Buch ist schlecht und das nicht." da das jeder für sich entscheiden kann/sollte und ich persönlich ein großer Bewunderer von Dan Brown und seinen Büchern bin und auch absoluter Fan von J.K.Rowling ^^

LG Toni

Meiner Meinung nach bauen gute Schriftsteller einen Spannungsbogen auf, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann bis man es "aus"gelesen hat. Der Spannungsbogen ist zwar grundsätzlich da, wird aber sehr subjektiv wahrgenommen. Ich kan mit Tolkien zum Beispiel wenig anfangen und bin eher der Dan Brown-Fan. Also grundlegen ist eine spannende story wichtig und die Erzählweise (zB scheinbar unwichtige Details, die später das "aha"-Erlebnis hervorrufen). Bei Harry Potter finde ich das zB auch am attraktivsten. Alle Kleinteile fügen sich irgendwann ein.

Tatzenrufer 15.01.2010, 20:14

Ich sage ja auch nicht, dass die Harry Potter Bücher oder die Bücher von Dan Brown wirklich schlecht sind (Habe sie ja selbst mehrfach gelesen und sitze gerade wieder am neuen Dan Brown)

Aber vor "Das verlorene Symbol" von Brown habe ich "Schwarz" von Stephen King gelesen und merke irgendwie schon, dass da ein ziemlich großer Qualitätsunterschied besteht.

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leaengel 15.01.2010, 20:17
@Tatzenrufer

Genau das ist es, was ich mit subjektiv meine. Sicher wäre es Dir weniger gravierend erschienen, wenn Dein Stephen King Erlebnis schon ein halbes Jahr zurückläge. Häng auch grad am neuen Dan Brown, bin nicht so begeistert wie von den Vorgängern. Hatte Dich auch nicht so verstanden, dass Du die HP-Bücher etc. schlecht findest, halt "anders".

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Ein guter Schriftsteller ist jemand, der gute Bücher schreibt. Was ein gutes Buch ist, ist nicht objektiv definierbar, sondern vom Geschmack des Lesers abhängig. Folglich ist der gute Schriftsteller des einen der schlechte des anderen und umgekehrt.

Henryk M. Broder (selbst Autor) hat mal gesagt:

"Ein guter Schriftsteller muss ein Autist sein, es muss ihm egal sein, was die Leser von ihm erwarten, was die Kritiker über ihn denken und was seine Schwiegereltern von ihm halten. Er schreibt nicht, weil er es kann, er schreibt, weil er muss.”

Das, glaube ich, trifft den Kern ganz gut. Beim Schreiben darf es nicht darum gehen, auf den "Erfolg" zu schielen oder sonstwie zu kalkulieren. Der Einsatz von Sprache, Stilmitteln, der Aufbau... all das vollzieht sich mit einer Art "Selbstverständlichkeit", die weder kalkuliert, noch kalkulierbar ist. Und allein das scheint mir vielmehr eine Frage von "Begabung" zu sein, als "erlernbar" im eigentlichen Sinne.

Zudem reicht es ohnehin nicht aus, dass die "formal-funktionale" Seite in sich stimmig ist - das allein macht noch kein wirklich gutes Buch und auch keinen guten Schriftsteller aus, in meinen Augen.

Das, was es wirklich "gut" macht letztlich, das ist das, was einem Text innewohnt, sich aber nicht rational erfassen lässt. Der "ganz eigene Zauber".

Im Übrigen sieht man das für mich sehr gut an Kinderbüchern; Rowling ist da ein ganz interessantes Beispiel: Sicher lässt sich das von ihr Geschriebene (stilistisch!) nicht vergleichen mit manch anderem; aber sie "rührt" doch etwas an, hat mit viel Liebe und Phantasie geschrieben (erweckt auch Phantasie! Und das bei so vielen Menschen)... Das lediglich "abzutun" als "schlecht" - das wird niemandem gerecht, denk´ich.

Für mich ist ein Buch dann gut, wenn man beim lesen, genauso wie bei einem Film gefesselt ist, seine Emotionen freien Lauf lassen kann und die Story, die Phantasie anregt! Also das man es sich fasst bildlich vorstellen kann im inneren Auge!

Na ja, sicher ist auch das einer subjektiven Beurteilung unterworfen. Und was ist gut oder schlecht? Geht's nach der Auflage, dann ist Konsalik sicher ein guter Schriftsteller, geht's um Sprache, um die Darstellung zwischenmenschlicher Konflikte, um die kritische Aufarbeitung von Geschichte und Gegenwart, dann ist Konsalik sicher unter aller .... (und das isser auch!)

es gibt unmengen von literaturtheorien, die versuchen das festzumachen, bzw. behaupten das festmachen zu können (und dazu immer kritik, gegenkritik, etc.)

ästhetischer geschmack ist eine empfindung über die man nicht streiten kann.

wenn dich das thema interessiert kannst du dich ja mal in die literaturtheorien einlesen und dir eine aussuchen die dir gefällt. oder selbst eine neue entwickeln ?

zum thema geschmack ist als einführung kant mit seiner "kritik der urteilskraft" immer noch gut geeignet.

ich finde die theoretischen ansätze, die den leser zu einem "mitarbeiter" an der literatur machen sehr sympathisch und interessant.

Man merkt es deutlich an der Wortwahl, dem Aufbau und der Nutzung von Stilmitteln. Wobei Letzteres natürlich intensiv in der Trivialliteratur verwendet wird. Die Sprache ist vielfältig. Man kann mit einem gut gewählten Wort punktgenau ins Schwarze treffen oder man kann es mit einem Sammelbegriff ungefähr treffend beschreiben.

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