Was unterscheidet die sozialliberale FDP von vor 1982 von der wirtschaftsliberalen FDP von heute?

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3 Antworten

Die FDP wurde nicht ohne Grund aus den Klub der ueber 5% Parteien durch den Waehler entlassen.

Hier lobhudeln fuer die FDP hat ein Geschmaeckle, da fuert kein Weg daran vorbei. Halbierung der Mwst. fuer Hotels und andere Sachen fuer die Industrie. Fuer das Fussvolk war kein vernueftiger Ansatz bei der FDP zu erkennen.

Sie ist ja die Lieblingspartei der CDU, einmal als kleiner Koalitionspartner fuer die Regierungsbildung. Sie schmeisst keine Knueppel zwischen die Speichen und bekommt somit auch von dankbaren Parteispendern ihr Teil ab.

Die SPD will nach dieser Wahl wieder eigene Wege gehen, somit wittert die FDP ihre Chance fuer einen Neuanfang, mit Regierungsbildung.

Eine gute Tat hat Westerwelle noch versucht. 2010 wollte er (vergebens) mit Hilfe des Parlaments, die A-Waffen der USA aus Buechel, entfernen lassen.

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Ich weiß nur, dass die F.D.P. (damalige Schreibweise - deshalb auch Dreipünktchen-Partei genannt) die Wirtschafts- und Finanzpolitik der SPD nicht mehr mittragen wollte.

Man darf nicht vergessen, dass wir 1982 eine recht hohe Arbeitslosigkeit bei damals noch 11 Bundesländern hatten. Die SPD setzte wohl immer mehr auf weitere Neuverschuldung.

Die neue christlich-liberale Regierung unter Dr. Helmut Kohl beschloss dann mit Finanzminister Dr. Gerhard Stoltenberg eine große Steuerreform, die die Wirtschaft ankurbeln sollte.

Vermutlich hat die christlich-liberale Regierung auch die großzügigen Rentenerhöhungen von 6 - 8 % (meistens kurz vor den Wahlen) erst einmal gestoppt, um die Neuverschuldung nicht weiter voran zu treiben. Tatsächlich erholte sich die Konjunktur dann auch sehr bald, dass es bis Ende der 80er Jahre wieder einen richtigen Wirtschaftsboom gab. Mir erzählte mal ein älterer Herr, dass es damals in der Büromöbelbranche Lieferzeiten von bis zu 16 Wochen gab, weil die Produktion bei den Herstellern so ausgelastet war.

Durch die sprudelnden Steuereinnahmen und Reduzierung der Ausgaben erholte sich auch wieder die Staatskasse, so dass 1989/1990 auch die Wiedervereinigung finanziert werden konnte.

Auch heute ist ja der Unterschied zwischen SPD und CDU/CSU noch sichtbar. Wenn es nach der SPD ginge, würde sie die ganzen Steurmehreinnahmen komplett ausgeben und investieren. Natürlich sind Investitionen nicht schlecht. Aber wann soll man denn die Schulden abbauen, wenn nicht jetzt. SPD, Grünen und Linke wäre auch die so oft von Wolfgang Schäuble verspottete 'schwarze Null' egal und würden weiterhin Schulden machen.

Die CDU/CSU, aber auch die FDP, vertreten halt die Ansicht, dass es auch die Aufgabe der Politik von heute ist, so zu wirtschaften, dass nachfolgende Regierungen in den nächsten Jahrzehnten noch genügend Geld zum Gestalten haben. SPD, Grüne und Linke leben im Hier und Jetzt und überlassen dann den "Scherbenhaufen" den nachfolgenden Generationen, die dann sehen müssen, wie sie klar kommen und die Aufgaben bewältigen.

Von daher gefällt mir die Politik mit Mass und Ziel von CDU/CSU und FDP besser. Denn was will ein Staat machen, wenn er keine Reserven mehr hat, in eine Wirtschaftskrise gerät und die Arbeitslosigkeit steigt, aber trotzdem noch die laufenden Staatsaufgaben mit den verbundenen Ausgaben aufbringen muss?

Aber so weit ich weiß, war es die Wirtschafts- und Finanzpolitik, die die FDP 1982 nicht mehr mitverantworten und auch mittragen konnte. Wie sich dann Ende der 80er Jahre zeigte, war dies auch der richtige und mutige Weg.

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Kommentar von Lennister
03.08.2017, 15:59

Aber wann soll man denn die Schulden abbauen, wenn nicht jetzt

Gar nicht. Weil Schuldenabbau, d.h. die Senkung der Staatsschuldenquote, nicht notwendig ist. Kritisch wird die Staatsverschuldung erst, wenn die Staatsschuldenquote 90% des BIP überschritten hat; davon sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Unsere Staatsschuldenquote beträgt momentan 65% des BIP.

Ziel der Politik sollte es jetzt deshalb sein, zu verhindern, dass die Staatsschuldenquote weiter steigt. Dazu ist aber kein ausgeglichener Haushalt nötig; es reicht völlig, wenn das Haushaltsdefizit im richtigen Verhältnis zum nominalen Wirtschaftswachstum steht. 

Ansonsten: Der Wirtschaftsabschwung anfang der 1980er-Jahre hatte nichts mit der Politik von Helmut Schmidt zu tun, sondern mit der sogenannten Zweiten Ölkrise. D.h. der Ölpreis stieg deutlich an, was in allen Industrienationen zu einer Wirtschaftskrise führte; Deutschland kam hier relativ gut weg, wegen der Politik Schmidts.

Und als der Ölpreis wieder fiel, kam es auch wieder zu einem Aufschwung der Wirtschaft. Der Aufschwung ab mitte der 80er hatte also nichts mit der Politik Kohls zu tun(er war in Deutschland übrigens schwächer als in vielen anderen Ländern.)

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Hallo.

Die FDP wollte die Wirtschafts und Finanzpolitik nicht mehr mittragen wollte.
Allerdings früher F.D.P.  (Drei Pünktchen Partei.)

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