Was unterscheidet Amerikaner von Deutschen?

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5 Antworten

Ich habe sechs Jahre in Washigton DC gearbeitet, und ich kann mich an keiner einzige schlechte Erfahrung mit den Amerikaner erinnern, außer dass  vielleicht mal einer meine Ausfahrt zugeparkt hätte :-)

Ich habe die Menschen dort als extrem hilfsbereit, neugierig, aufgeschlossen, optimistisch, sehr höflich (wo steht noch ein Herr auf, knüpt Jacket zu, rückt Stühle hin und her, wenn die Dame von einem "Restroomgang" zurückkommt?)  Sie sind formeller, beachten Kleidungsvorschriften genauer (weiß hier auch kaum einer, da sich jeder die Amis in Jeans und Sneaker vorstellt). Es gibt dort viele sehr gut ausgebildete Menschen die in ihren Berufen echte Profis sind, aber auch viele die keine Möglichkeit hatten zu studieren, oder eine gute Berufsausbildung zu absolvieren. Das ist eine der echte Mankos in den US: Universitäten sind profitorientiert und nicht jeder kann sie sich leisten. Es gibt jedoch viele Stipendien und Darlehen, aber die Absolventen starten dann mit vielen Schulden ins Leben. Auch das scheint sie nicht groß zu bekümmern, Optimismus ist eine Kollektiveigenschaft. 

Es gibt eine sehr wohlhabende Oberschicht, dessen Angehörige nicht müde werden zu betonen, dass sie "Selfmade-men" sind, und sie es nur in Amerika soweit hätten bringen können. 

Amerikaner sind sehr patriotisch, im guten Sinne: sie sind stolz auf ihr Vaterland, und verteidigen seine Errungenschaften. Überall wehen Stars and Stripes. Würde man in Deutschland an einem normalen Wochentag die Fahne hissen, würde man in der ganzen Gegend als Nazi verschrieen sein, oder jedenfalls als Rechter verdächtigt. 

Amerikanische Familien haben mehr Kinder als Deutsche. In der Regel arbeiten beide Elternteile, aber sie haben dennoch größere Familien, ganz einfach, weil sie Freude an Kinder haben. 

Es gibt einen Unterschied zwischen den Menschen an den Küsten, und jene die im Inland wohnen. Die Menschen in den Plains, in den Bergen der Rockies und den Appalachians sind noch viel freundlicher und herzlicher als an den Küsten. Man kann dort kaum mal in Ruhe tanken, ohne gleich von den Einheimischen eingeladen zu werden.

Religionsfreiheit wird groß geschrieben. In der 16 Straße in Washington sind über 200 (zweihundert, keine Null zu viel) Kirchen oder religiöse Gruppen vertreten. Jeder kann nach seiner Facon selig werden. Intolerant sind sie nur gegen Sekten die sich in der Wildnis zurückziehen, (weil es dort in der Vergangenheit viele Missbrauchshandlungen an Kinder gegeben hat) und muslimische Gruppen die einen politischen Anspruch erheben, oder insgesamt zu totalitär auftreten. 

Viele Amerikaner sind politisch aktiv. Weniger Bürger als in Deutschland sehen das politische Geschehen von der globalen Seite, sie denken "geostationär": dort wo sie sind, ist die Mitte. 

Fazit: kollektiv gesehen, eine sehr lebenswerte Gesellschaft.

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Kommentar von mmmmmlegga
02.02.2017, 07:27

Also erstmal riesen Respekt für die ausführliche Antwort und vielleicht würde es ihnen nichts ausmachen wenn sie noch ein paar Fragen beantworten könnten? wenn ja wären da: Was ist der Unterschied so zwischen Nord Ost, Süd oder West Küste also wie sind die da so drauf ich hab gelesen dass die in Florida oder Texas eher konversativer sein sollen und in Kalifornien alles liberale sind. Wie sind sie nach Amerika gekommen? mit einem Visum oder haben sie eine Greencard gewonnen? Natürlich müssen sie die Fragen nicht beantworten aber ich bin jetzt 15 und will später nach Amerika auswandern und sammel schonmal Informationen 😊. LG Tom

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Staatsangehörigkeit, Sprache, Landschaft, Klima, die haben einen Trottel als politischen Chef, dem die hiesige Rechte in den Hintern kriecht, wir eine taffe Frau, gegen die diese Rechte systematisch hetzt...:-)

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US-Amerikaner sind optimistischer als Deutsche, riskieren auch mehr, sind zudem oftmals keine bloßen Knickerlinge, weil großzügiger als die Leut hier.  Auch nehmen sie Vieles selbst in die Hand, kreischen nicht gleich nach dem Staat, der Polizei. Nie würden sie auf die KIdee kommen, ausgerechnet im Staat einen Vater zu sehen.

Als ich das mal in den USA den dortigen Bürgern mitteilte, lachten sich etliche Leute scheckig. "Oh my God, Germen are so crazy. Jawoll, jawoll, that`s what they can say." Kurzum, eine große Staatsgläubigkeit haben die meisten eher nicht. sie bauen mehr auf ihre eigene Kraft !

Dann ist mir zudem aufgefallen, dass etliche US-Bürger offener als die Deutschen sind. Man kommt ziemlich schnell ins Gespräch mit zahlreichen Menschen. Ein bloßes "hi", bildet dabei oftmals den Auftakt. Dann isses auch so, dass man in den USA genug Menschen findet, die was Unkompliziertes als auch Praktisches haben. Überhaupt, solche monströsen Sachen wie hier, wo man schlechte und z.t. nichtnachvollziehbare Schilder zur Orientierung vorfindet, habe ich nicht vorgefunden. Auch etliches techn. Gerät ist so beschaffen, dass man es rasch versteht, während hier sich allenthalben blutjunge Menschen daran ergötzen, die Kniffligkeit des Gebrauchs doch noch geknackt zu haben. Ich muß sagen, auf so was kann ge sch issen werden!

Dann sei auch noch erwähnt, dass die US-Bürger keine solchen Bürokraten-Heinis sind, strotzend voller Vorschriften wie hier. Es zeigt sich dort, dass es auch ohne 1000 Regeln und Paragraphen geht. Mit einem Wort, nicht jeder Furz ist da geregelt und verordnet.

Fazit. trotz aller - auch jüngster - Kalamitäten, sind die US-Amerikaner demokratischer als die Deutschen!

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Kommentar von OlliBjoern
01.02.2017, 22:55

Ok, was den Optimismus angeht, gebe ich dir recht.

Aber bei einigen Punkten würde ich schon etwas widersprechen:
"nie würden sie auf die Idee kommen, ausgerechnet im Staat einen Vater zu sehen." - und weil dies so ist (?!), wählen sie jemanden, der ihnen verspricht, eine Mauer zu bauen, die sie vor den bösen Mexikanern schützt?

Ich erkenne im Gegenteil eine hohe Ängstlichkeit bei vielen Amerikanern (die sie freilich durch lockere Sprüche zu verbergen suchen). Nicht auf alle trifft dies zu.

"Dann sei auch noch erwähnt, dass die US-Bürger keine solchen Bürokraten-Heinis sind, strotzend voller Vorschriften wie hier."

Ich glaube, du kennst einige Bereiche nicht so genau. Die FDA (die Food and Drug Administration) erlässt Vorschriften, die auch im Pharmabereich gelten. Auch europäische Firmen, die Pharmazeutika in die USA verkaufen, müssen sich daran halten. Es ist nicht alles schlecht daran, aber das ist ein ziemliches Bürokratiemonster.

https://de.wikipedia.org/wiki/Food_and_Drug_Administration

Die aktuelle Kennzeichnung von Gefahrstoffen geht zum Teil auch auf die USA zurück. Zum Beispiel gibt es auch Zeichen, die man auf eine Druckgasflasche drauf kleben muss (dass es eben eine Druckgasflasche ist, was man aber auch leicht erkennen kann, ohne dass da ein Zeichen draufklebt). Das kam auf Betreiben der USA rein.

Damit will ich nicht sagen, dass Gefahrstoff-Kennzeichnungen generell schlecht wären. Das sind sie nicht. Sie sind sinnvoll.

Ich behaupte auch nicht, dass alle Amis Bürokraten seien. Ich sage nur, dass es eben auch ängstliche, staatsgläubige, pessimistische und bürokratische Leute dort gibt. Was nicht gekennzeichnet ist, ist in den USA harmlos. Wenn auf einer heißen Kaffeetasse kein Warnhinweis draufsteht, kann man von einem Ami nicht verlangen, dass er selber drauf kommt, dass es vielleicht heiß sein könnte.

Dass Deutsche bürokratisch wären, ist auch nur ein Stereotyp, das trifft auch hier nicht auf alle zu.

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1 USA: eine recht junge Einwanderernation, das deutsche Volk bildete sich zwischen 500 und 1000 n. Chr. und hat eine große Tradition als Kulturnation (Musik, Philosophie etc.)

2. USA: Riesenland, sehr dünn besiedelt. D kleiner, sehr dicht besiedelt. Folge: Amerikaner neigen eher zu Verschwendung, großzügigem Umgang mit Ressourcen.

3. USA: Pioniertradition des Kolonisten, der nach Westen zieht und kämpft, also viel Individualismus, Experimentierfreude, Materialismus, Stolz auf die Waffe, Misstrauen gegen den Staat. Bis heute sind Amerikaner mobiler, ziehen viel häufiger um als Europäer, bauen viel provisorischere Häuser. Manche leben in Trailerparks. Hierher gehört auch die Todesstrafe, die die meisten Amerikaner gut finden.

3. USA stark vom Puritanismus geprägt, einer sehr strengen Form des Protestantismus: viele Tabus und Verbote (Alkohol etc.), harte Arbeit als religiöse Pflicht, Mitbestimmung in der Gemeinde. D unter katholischem und lutherischem Einfluss, eher gewohnt an Hierarchien in der Kirche.

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Grundsätzlich die Staatsangehörigkeit, alles andere ist marginal.

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