Was und wie viel darf ich denn nun wirklich essen?

18 Antworten

Ich beschäftige mich seit längerer Zeit mit dem Abnehmen und zähle kalorien.

Das sind schon zwei Fehler in einem Satz. Du solltest dich nicht mit dem Abnehmen beschäftigen, sondern mit deiner Gesundheit. Ein gesunder Körper hat sein Normalgewicht. Und Kalorien zählen ist ungefähr so sinnvoll, wie den Wassergehalt zu messen - überflüssig.

Jede Internetseite und jede App sagt mir etwas anderes und ich
bin echt verzweifelt, weil ich einfach nicht weiß, wie viel ich denn
nun wirklich essen darf!!

Da ist ganz einfach: Du darft so viel essen bist du satt bist, denn dein Organismus sagt dir über die Sättigung, wenn er alles hat, was er benötigt. Hat er nicht alles, dann löst er weiter Appetit und Hunger aus. Dieser Mechanismus, mit dem der Organismus die Nahrungszufuhr und Energieversorgung steuert, funktioniert aber nur, wenn man sich mit dem ernährt, auf das der Organismus ausgelegt ist. Und das ist das, was in der Natur wächst und nicht das, was man verpackt kaufen kann.

Wenn man sich von stark verarbeiteten Nahrungsmitteln ernährt, dann enthalten sie zwar sehr viele Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße), aber verarbeitungsbedingt kaum Vitalstoffe und die werden für die Verarbeitung der Nährstoffe benötigt. Dieser Mangel hat zwei Folgen: Zum einen löst der Organismus häufiger Hunger aus, um die Vitalstoffe zu bekommen und du ißt mehr, als für die Energieversorgung nötig wäre. Zum anderen führt der permanente Mangen zu Stoffwechselstörungen und die wiederum führen zu Krankheiten wie - tada! - Übergewicht

Übergewicht ist also keine Folge von zu vielen Kalorien oder zu viel Nahrung, sondern tatsächlich Folge einer Mangelernährung!

> Ich habe sehr lange nur 1.500 kcal, manchmal nur 1.000 kcal zu

> mir genommen, abgenommen und prompt wieder zugelegt.

Natürlich. Was ist passiert? Dein Organismus leidet unter einem ernährungsbedingten Mangel an Vitalstoffen. Der führt zu Stoffwechselstörungen und Übergewicht. Du denkst, du ißt zu viel und schränkst die Nahrung drastisch ein. Und damit hast du den Mangel nur noch weiter verstärkt. Sicher, dein Organismus zehrt durch den nun vorliegenden Energiemangel aus und verliert dadurch Gewicht, aber das ist kein gesundes Abnehmen, sondern eine Kachexie, eine Auszehrung.

Und weil du durch die Diät den Mangel und die Stoffwechselstörung noch weiter verschlimmert hast, nimmst du danach rasant zu. Der Jojo-Effekt eben, der hier auch seine eigentliche Erklärung hat - und nicht in windigen "Vorsorge für Notzeiten" Theorien.

Mit jeder Diät förderst du die eigentliche Ursache des Übergewichts und reitest dich immer weiter in die Krankheit hinein.

> Ich leide auch sehr viel unter fressattacken und weiß nicht, wie ich

> die in den Griff bekommen kann.

Dein Organismus leidet unter einer Mangelsituation, er löst Hunger aus, um die fehlenden Vitalstoffe zu bekommen. Und statt sie zuzuführen, wird der Mangel noch stärker. Was würdest du tun? Richtig. Heißhunger und Fressattacken auslösen.

Das sind Folgen einer Mangelernährung und genau dort musst du ansetzen. Laß den Unsinn mit Diäten und Kalorienzählen, das kann nicht funktionieren. Wenn stark verabeitete Nahrung die Ursache des Übergewichts ist, muss man die Nahrung korrigieren und zwar nicht die Menge, sondern die Qualität. Weg mit Fertigprodukten, Konserven, Präparaten, Fabrikzucker, Auszugsmehl und Fabrikfette. Stattdessen möglichst viel Frischkost, echte Vollkornprodukte und naturbelassene Öle und Fette. Dann bekommt der Organismus wieder alle Vitalstoffe, der Stoffwechsel und die Steuerung über Hunger und Sättigung funktionieren wieder und die Freßattacken verschwinden.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung - ich hatte vior 20 Jahren mal 30 Kilo Übergewicht und bin auch erst auf den Diäten und Kalorienunsinn reingefallen. Statt abzunehmen, nahm ich immer mehr zu. Erst eine Ernährungsumstellung auf eine Vollwerternährung löste das Problem dauerhaft.

Top Antwort, vielen Dank!

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Gesund" ist, ähnlich wie "heilig" - auf das Essen bezogen beinahe ein
religiöser Begriff geworden. Manche futtern nur noch vegan, weil sie sich damit hauptsächlich für ihre Mitmenschen interessant machen möchten. Andere sind dagegen auf dem Paläo-Trip, der auch ein Riesenquatsch ist, denn sie essen Produkte, die es in der Steinzeit überhaupt noch nicht gab. Das hat alles sehr viel mit "Lifestyle", Identität und "Trends", aber absolut wenig bis nichts mit Gesundheit zu tun.

Obst, Rohkost und Gemüse z.B. gelten gemeinhin als "gesund", doch nicht jeder verträgt jedes dieser Lebensmittel gleichgut. Manche Menschen bekommen furchtbare Bauchschmerzen bis zu Krämpfen von zwei frischen Äpfeln.  Zum anderen ist beispielsweise Iceberg-Salat oder die spanische Fleischtomate eine "vornehme Art, Wasser zu trinken", doch in Sachen "Gesundheit" vollkommen überschätzt. - Ich persönlich liebe Tomaten (weil ich sie halt lecker finde!), meiner Frau bekommen sie aber nicht. "Gesund" ist daher in erster Linie das, was dir persönlich bekommt. 


Der beste Tipp, den man geben kann: Lies keine Gesundheits- oder Fitnessmagazine, da wird nur jedem neuen "Trend-Quatsch" hinterhergerannt - und iss bunt ! Also umfangreiche Mischkost - ohne Tabus selbst ernannter Ernährungsberater (jeder Schiffschaukelbremser darf sich so nennen, das sagt überhaupt nichts aus, denn es handelt sich um keinen gesetzlich geschützten Beruf) oder mahnend erhobene Zeigefinger. Und iss das, was dir bekommt, das ist dann auch für dich "gesund" und kann so falsch nicht sein, denn du bist keineswegs dramatisch übergewichtig, da du ja auch recht groß bist. Viel wichtiger ist eine Art der regelmäßigen sportlichen Bewegung, die dir Spaß macht. Das Angebot ist vielfältig - und jeder von uns hat doch irgendeine Vorliebe, sei es Turnen, Tanzen, Krafttraining, Aqua-Jogging, Schwimmen, Kampfsport und und und .... Wichtig ist dabei eine sture Regelmäßigkeit in kleinen Dosierungen - und etwas Geduld. Und der reine Spaß an der Sache! Das hilft dann, den einen oder anderen Snickers viel besser zu verpacken - und du lebst auf diese Weise sicher "gesünder" als der dürre vegane Hipster-Dutt-Träger, der zwar den ganzen Tag Seitan oder Tofu frisst, dafür aber nur auf seinem Smartphone herumdaddelt. Dabei auch bitte nicht vergessen: Muskeln wiegen! Und zwar mehr als Fett. Schmeiße am besten deine Waage auf den Kehricht - und beobachte dein Spiegelbild und den Sitz deiner Hosen. Das sagt mehr aus.      

Zuletzt:
Nicht eine einzige Ernährungsphilosophie der vergangenen Jahre, sei es nun Atkins, "Low Carb" oder andere Mangeldiäten, hat die Menschen je gesünder oder schlanker gemacht. Nichts davon hält einer wissenschaftlichen Überprüfung stand. - Wären Diäten doch so super, warum nur wurden dann früher unsere Mütter und Großmütter immer dicker, je mehr Diäten sie hinter sich hatten? 

Weiterhin guten und - unbekümmerten - Appetit !

Im Prinzip kannst du alles essen, nur die Dickmacher weg lassen.

Esse immer nur eine halbe Portion.

Trinke vor jeder Mahlzeit ein großes Glas Wasser.

Keine Zwischenmahlzeiten, denn diese fördern nur den Appetit.

So gewöhnt sich der Magen an weniger Essen und du nimmst gut ab.

Du darfst auch nicht enttäuscht sein, wenn das Gewicht mal stehen bleibt, oder du sogar mal wieder 1 Pfund zu nimmst, dass ist ganz normal.

Auf keinen Fall solltest du irgendwelche Abnehmpillen usw. nehmen, denn die taugen eh nichts.

Sport und Bewegung sind sehr wichtig. Am besten wäre es, du würdest in ein Fitness-Studio gehen, die zeigen dir alles, was du zum abnehmen brauchst.

Pro Woche 1 Pfund ist o.k., dann bleibt der Jo-Jo-Effekt aus.

Ich wünsche dir viel Erfolg

PS: Wenn du nicht in ein Fitness-Studio gehen kannst oder darfst, dann halt so viel bewegen, wie z.B. Radfahren, laufen, joggen usw.

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