Was tut man wenn man vermutet depressiv zu sein?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Warum glaubst Du denn, dass Du Depressionen hast und wie machen die sich bemerkbar? Wie lange dauert das nun schon an? Wie alt bist Du und Dein Name verrät, dass Du ein Mädchen oder eine Frau bist oder nicht? Benutzt Du dann und wann mal ein Solarium oder warst Du im Winter irgendwo, wo die Sonne scheint?

Es ist so, dass gerade Mädchen in der Pubertät dazu neigen, dass sie leicht depressiv werden und dann haben wir gerade eine dunkle Jahreszeit und wir haben nicht so wirklich viel Sonne abbekommen und auch die ist wichtig, damit wir uns wohl fühlen und glücklich sind.

Du solltest mit Deinem Hausarzt darüber reden und ihn bitten, dass er Dein Blut mal prüfen lässt wie Dein Vitamin D3-Status ist und auch mal die B-Vitamine checken lassen und bitte auch den Eisengehalt und die Speicher. Dann besorgst Du Dir Johanneskraut in der Apotheke und probierst erstmal damit, ob eine Besserung eintritt.

Schon heute solltest Du Dich um einen Termin bei einem niedergelassenen Psychologen kümmern, denn Du kannst Dich locker auf  3 - 6 Monate Wartezeiten einrichten und mache gleich bei mehreren Termine, denn nicht immer passt einem der Arzt und wenn Du nur einen Termin hast und mit einem Kontakt hast, dann kannst Du erneut suchen und wieder warten.

Johanneskraut wirkt sicherlich nicht sofort, doch Antidepressiva auch nicht und die können Depressionen anfänglich sogar verstärken und vorhandenen Selbstmordgedanken werden konkreter.

Wenn es Dir richtig schlecht geht, dann kannst Du Dich auch an ein Krankenhaus wenden, die eine entsprechende Abteilung haben und auch dort kann man sich ambulant behandeln lassen. Doch Gesprächstherapien sind dort nicht angesagt.  Man stellt die Diagnose und verordnet Medikamente, was übrigens kein niedergelassener Psychologe darf, der redet nur mit Dir und versucht Dir mitzugeben, was Freude in Dein Leben bringt und hilft Dir vielleicht Erlebnisse aus der Vergangenheit besser zu verarbeiten.

Genaueres möchte ich jetzt nicht preisgegeben, aber ich würde sagen das es Anfang 2015 so ,,schleichend'' anfing, ich es also gar nicht so war genommen habe und es sich dann Mitte 2016 extrem gesteigert hat.
Und ja ich bin eine Frau (19).

 

Danke für den tollen Rat, das werde ich machen!!

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Lassen sich immer schnell alle zu Psychologen raten, damit MAL wer da ist...

Das Ding ist, die eigene Haltung zu ändern, aus dem Kreislauf raus denken. Die Dinge positiv sehen und Vertrauen ins Vertrauen setzen. Einen neuen Kreislauf in Gang setzen, damit man darauf ein gutes Gefühl aufbauen kann. Auf sich selbst bauen kann, anstatt auf bla, Hilfe und Therapie.

Termin braucht 2Wochen bis 6Monate, weil die eh schon überfüllte Terminkalender haben. Und einen, der auf deiner Welle ist, findet man durchschnittlich erst beim 10. Arztwechsel. Ergo wird man 9x falsch behandelt, bevor man überhaupt ne Chance hat.

Ähnlich bei Klinikaufenthalt. Die finden auch ne Diagnose, wenn jmd gesund ist. Versuch: 10 Gesunde in eine Klink, 73% bekommen eine Diagnose.

Wenn du dich als depressiv abstempelst, schlimm genug. Wenn du eine Diagnose bekommst, als einen Teil der angeblich in dir liegt und für den du nichts können sollst, kannst du das nicht ändern. Noch schlimmer: Die Leute nehmen das dann als Entschuldigung für alles mögliche. Und werden nicht gesund.

Du hast es JETZT bemerkt, also entscheide dich, es zu ändern. Pass auf dich auf und vertraue in deinen Zielen und Entscheidungen. Lass dir nichts aufschwatzen. Mach was dir gut tut, denke und handle so, dass es dir Spaß bringt. Man sieht am Anfang nur den Wald vor lauter Bäumen nicht...

Das nächste ist das "Angstszenario". Wenn du ein Gefühl entwickelst, dass du dort, zuhause oder bei Freunden, wo auch immer ein Gefühl hast "zuhause, in Sicherheit" zu sein, hast du weder Angst noch Wur noch irgendein bedrohliches Gefühl. Es erdrückt nicht so, stresst dich weniger.

Das sind alles so Sachen, auf die man dann achtet, aber du schaffst das. Das wird in Zeiten des Internet und den dauer-geh-zum-Arzt-ratgebern nur zur Sinnlosigkeit hochstilisiert. Das haben die Leute früher auch gehabt und in den Griff bekommen.

Ich kenne von über 100 keinen, der es nur mit einer Therapie geschafft hat. Nur welche die sich vertraut haben und Leute hatten, die an sie glauben, haben es geschafft.

Für Medikamente gilt das gleiche. Es ist immer mit der Einstellung verbunden, auf wen oder was man sich verlässt.

Es kommt drauf an, worauf man sich einlässt, z.B. wieviel Enttäuschungen man verkraftet und wie man danach weiter macht. Also Vertrauen, Ruhe und Achtsamkeit für sich, die Umwelt und den weiteren Weg.

Alles Gute.

Vielen dank für diese liebe Worte!!!

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Wie viele Menschen, die tatsächlich unter Depressionen kennst du, die nach deiner Methode es geschafft haben, die Depressionen zu überwinden?

Das Ding ist, die eigene Haltung zu ändern, aus dem Kreislauf raus
denken. Die Dinge positiv sehen und Vertrauen ins Vertrauen setzen.
Einen neuen Kreislauf in Gang setzen, damit man darauf ein gutes Gefühl
aufbauen kann. Auf sich selbst bauen kann, anstatt auf bla, Hilfe und
Therapie.

Genau das lernst du doch in einer Therapie. Wenn du in einer depressiven Phase bist, schaffst du so was nicht einfach mal so eben alleine. Da bisst du froh, wenn du es schaffst auf's Klo zu gehen oder halbwegs regelmäßig zu essen.

Ich kenne von über 100 keinen, der es nur mit einer Therapie geschafft hat.

Ich kenne niemanden, der ernste Depressionen hat(te) und es ohne Therapie geschafft hat. Mag es geben, aber das dürfte eher die Ausnahme als die Regel sein. Klar reicht es nicht, sich beim Therapeuthen hinzusetzen und zu sagen: jetzt mach mal. Aber ohne Therapie steigt nun mal das Rückfallrisiko stark an.

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@Stadewaeldchen

Zu deiner Frage.

Genau das lernst du doch in einer Therapie

Dem ist nichts hinzuzufügen.

- punkt -

Die Frage ist, ob man sich in dem Moment, in dem man sich seiner bewusst wird AUF SICH verlässt oder nicht. Und das ist wichtig zu begreifen. Die Menschen stellen diese Fragen schließlich nicht nach einem Plan, sondern wenn die Frage auftritt.

Also ist jedesmal hier und jetzt der Dreh- und Angelpunkt. Nicht in der Zukunft bei irgendeiner wildfremden fernen Person bei der man ewig wartet um eine Bindung auf Zeit für Geld einzugehen um ein noch ferneres Therapieziel zu ersehnen. Und sich anhand von hochstilisierten Ereignissen das Label "Störung" einprägen zu lassen.

Ich kenne genausoviele die es ohne Hilfe geschafft haben wie sich umgebracht haben. So und ALLE anderen sind auf dem Abstellgleis in Dauerbehandlung.

Urvertrauen und Vertrauen nach einem Vertrauensbruch. Das ist der Knackpunkt.

Übrigens die Leute mit "ernsthaften Depressionen" (die Unterscheidung hat ja schon Ironie in sich) schreiben nicht noch irgendwelche Fragen. Das ist also kein Argument. Und die sind auch nicht "froh" ...

Das Problem ist bei schweren Depressionen, dass es keine vernünftige dauerhafte (ehrliche) Bezugsperson gibt. Sowas wie Lebenscoaches, auch Betreuer sind der letzte Mist.

Freunde und Familie. Aber mit der Qualifikation, dass sie Probleme nochmal in ein Licht rücken können, dass sie einfach verarbeitet werden können. DANN wenn sie auftreten. Nicht einmal die Woche ein Stündchen.

Aber die Familien und Freunde werden nie eingebunden, keine Familientherapien und nichts. Ein bisschen Familienaufstellung und Fallsoziologie. Das ist ja immer die Psyche des EINZELNEN

Ach hör mir auf.

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@TGuge

ich seh schon, du bist ein echter Psychologie- und medizinexperte. Ich hab leider den Fehler gemacht, auf Leute, die so wie du dachten gehört zu haben. Das Ende vom Lied: ich hab mich knapp 20 Jahre mehr schlecht als recht so durchgemogelt und dann kam der totale Kollaps und ich landete in der Psychiatrie.

Erst danach hab ich dann mein Problem mittels Therapie in den griff bekommen und mir geht es deutlich besser. Deine Befürchtungen über "Abstellgleis" und "Dauerbehandlung" kann ich absolut nicht nachvollziehen.

Übrigens die Leute mit "ernsthaften Depressionen" (die Unterscheidung
hat ja schon Ironie in sich) schreiben nicht noch irgendwelche Fragen.
Das ist also kein Argument. Und die sind auch nicht "froh" ...

Du weisst aber schon das viele Leute "mal schlecht drauf zu sein" gerne mal mit Depressionen verwechseln? Daher meine Formulierung "ernsthafte Depression".  Und schreiben im Internet konnte ich auch wenn es mir total beschissen ging. War ja auch "einfach" den ganzen Tag im Schlafanzug vorm PC zu sitzen.

Depressionen sind kein Spielfeld für laienhafte Selbstversuche!

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@Stadewaeldchen

Ja mogeln gilt nich. Man verschleppt es ja auch leicht. Man muss sich wirklich dahinter klemmen, sein Urvertrauen wieder herzustellen, sich selbst kennen reicht nicht, sich alles schönreden auch nicht. Man muss sich schon einiges aneignen, sich erweitern und über sich hinauswachsen erlauben/zutrauen können.

Abstellgleis und Dauerbehandlung sieht man in den sozialen Einrichtungen. Nicht dass es allen schlecht geht, aber einigen. Deswegen hab ich auch keine konkrete Zahl genannt, weil es ja schon der harte Kern ist.

Nein, aber das Leben ist, was man draus macht. ;)

Sorry, war ein Glückskeks in der Pralinenschachtel heute morgen, hatte sich im Bademantel verfangen :P

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Meistens steht als erster Schritt der Gang zum Hausarzt. Dieser trifft erste Abklärungen. Dabei orientiert er sich meistens am internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10: http://deprimed.de/depressionen/ Dieser Termin bezahlt die Krankenkasse.

Wenn dein Hausarzt zum Schluss kommt, dass tatsächlich eine klinisch relevante Depression vorliegen könnte, überweist er dich an einen Psychiater oder Psychologen. Diese treffen dann tiefergreifende Abklärungen.

Ein Psychiater wird auf alle Fälle von der Krankenkasse bezahlt, da er medizin studiert hat und als Arzt gilt. Ob ein Psychologe von der Krankenkasse bezahlt wird hängt von deinem Versicherungstarif und weiteren Umständen ab.

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