Was tun, wenn man Trauzeuge sein soll und der Meinung ist, dass die Ehe nicht funktionieren wird?

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6 Antworten

Die Antwort wird etwas leichter, wenn man sich klarmacht, was es bedeutet, Trauzeuge zu werden. Man bezeugt, dass die beiden "es ernst meinen" - und nur dafür ist man Zeuge. Man übernimmt keine Verantwortung, dass es gut geht. Es ist nicht vergleichbar mit einem Taufpaten, der gewissermaßen eine Verantwortung übernimmt, den Täufling im Leben in Richtung Religion zu begleiten(zumindest ist das mal so gedacht gewesen). Es ist eine Ehre für besonders gute Freunde - und ich würde es nur ablehnen, wenn extreme Bedenken vorliegen, dass der Freund/die Freundin in eine Katastrophe gerät. Die tiefe Sorge würde ich auch als Grund für die Ablehnung mitteilen.

Ich war bisher schon 2 mal Trauzeuge, die eine Ehe hielt nur 3 Jahre, die andere jetzt schon fast 15. Bei der kurzen hatte ich ein ähnliches Gefühl, bei der langen war der Bräutigam unsicher. Sehr geehrt habe ich mich in beiden Fällen gefühlt, darauf wird nicht jeder angesprochen und es zeigt dir, dass du als Freund geschätzt bist.

Was du als guter Freund tun kannst, ist mit ihnen oder dem dir näher stehenden Part sprechen, ob er alles bedacht hat, was die Hochzeit für ihn/sie bedeutet. Wie sicher sind die Gefühle, ist es Liebe oder nur Verliebtheit. Fang es halt nicht gleich so hammerhart an, indem du sagst dass wird sowieso nix. Ein bisschen gefühlvoller musst du es schon angehen.

Dabei wird dir schon klar werden, ob vielleicht auch dein schlechtes Gefühl dich täuscht. In meinem Fall hatte der Bräutigam nach einer langen Nacht mit Weißbier und viel Gesprächsstoff seine kalten Füße verloren und war sich wieder seiner Sache sicher. Du siehst, Gespräche unter Freunden sind immer gut, mußt ja nicht mit der Holzhammermethode kommen. Viel Spaß bei der Hochzeit.

ich hatte genau das gleiche problem, als mein bruder geheiratet hat. er hat sich während eines türkeiurlaubs in eine mitarbeiterin des hotels verliebt. sie kommt aus st.petersburg. er hat sie danach für zwei wochen hierher eingeladen. nach den 2 wochen wollt er sie nicht mehr gehen lassen und sie wollt nicht mehr weg. also wurd geheiratet. ich hab sogar wetten abgeschlossen, dass das ganze in nem jahr gelaufen ist. naja, jetzt sind die beiden seit 4 jahren verheiratet und genauso verliebt, wie am ersten tag. was ich aber eigentlich sagen will, ist was anderes. da es deine freunde sind, musst du dich einfach geehrt fühlen, dass sie dich als trauzeugen möchten. deine meinung, ob die ehe klappt oder nicht, ist nicht deine sache. das müssen deine freunde wissen. und wenn die ehe wirklich scheitert, ist es halt so. sei du einfach ein guter freund und werd ihr trauzeuge. wenn ich meinen besten freund oder bruder fragen würd, ob er mein trauzeuge sein möchte und er würds ablehen, weil er findet die ehe macht keinen sinn, wäre ich sehr entäuscht.

Ich hatte die Situation schon zweimal, habe beide Male mit dem mir besonders vertrauten Partner sehr offen über meine Bedenken gesprochen und die Ehre, diese Trauung zu bezeugen, abgelehnt.

Beide Ehen sind leider gescheitert, zu den mir vertrauten Partnern habe ich heute noch einen guten Kontakt und eine der Beiden hat mir nach dem Scheitern ausdrücklich bestätigt, sie hätte besser auf meine Bedenken hören sollen - aber wo die Liebe hinfällt ...

Bloss nichts! Sonst bist du nachher der Sündenbock. Abgesehen davon geht dich die ganze Sache nichts an; du erzeugst nur Ärger auf dich bei einem verliebten Paar.

Man kann im Grunde doch bei KEINER Ehe voraussagen ob sie hält oder nicht.
Werde Trauzeuge und hoffe das Beste.

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