Was tun, wenn man keine Wohnung nach ALG II - Vorgaben findet?

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8 Antworten

Sie muss genau dokumentieren, was sie unternommen hat, günstigeren Wohnraum zu finden.

Bei einem Ablehnungsbescheid zur Übernahme der "überhöhten" Miete kann sie immer noch ins Widerspruchverfahren gehen. Wird dem Widerspruch nicht abgeholfen, steht ihr der Weg zum Sozialgericht offen.

Das Ganze ist kostenlos und man benötigt auch KEINEN Anwalt.

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Sie muss ihre Bemühungen um eine angemessene Wohnung hinreichend belegen können und dann muss das Jobcenter auch diese Kosten als angemessen ansehen,dann bekommt sie auch die von dir angesprochenen Hilfeleistungen,wie zinsloses Darlehen für die Kaution und die Pauschale für das Mieten eines Transporters !

Also alles schriftlich dokumentieren,wann und wo sie etwas gesucht hat und was diese Wohnungen dann kosten.

Sollte das dann auch nicht helfen,dann zum zuständigen Sozialgericht und eine Klage einreichen oder vorerst einen einstweiligen Rechtsschutz beantragen.

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Sie sollte sich zuerst von einem Anwalt beraten lassen, ob nicht auf Grund einer Härtefallregelung eine Verlängerung des bestehenden Mietverhältnisses möglich ist.

Danach s. Antwort isomatte: Wenn sie nachweisen kann, dass es keinen Wohnraum zu den genannten Bedingungen gibt, muss ihr das JobCenter auch eine teurere Wohnung finanzieren. Das Problem ist nur: Ehe die Klage durch ist, hat der Vermieter in spé die Wohnung wahrscheinlich schon anderweitig vermietet. Falls sie einen Vermieter findet, der ihr auch ohne Zusage des JobCenters eine Wohnung vermietet, sollte sie zuerst einziehen und dann auf Übernahme klagen.

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die Bekannte muß ihren Radius der Wohnungssuche ausdehnen , denn 
 ein Arbeitsweg von 180 km ist zumutbar, 

wenn die Pendelzeit  bei einer Arbeitszeit von 6 Stunden insgesamt nicht mehr als zweieinhalb Stunden beträgt...

bei ALG II-Empfängern ist die Zumutbarkeit aus § 10 SGB II ableitend  und kann ggf.  je nach Fall bis zu 3 Stunden betragen

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Kommentar von Buddelwurz
13.01.2016, 18:12

Vielen Dank für die Antwort. Ich habe nun die beiden Absätze des § 10 SGB II mehrfach durchgelesen, finde aber keinen Anhaltspunkt, der Ihre Angaben bzgl. Zeit und Weg etc. untermauert, eher im Gegenteil. Und mal ehrlich: Wenn ich irgendwo 8.000,- € verdienen könnte, würde ich sogar 1.000 km Anfahrt in Kauf nehmen oder einen Flug ins Ausland.

Es macht aber keinen Sinn, wenn man vor Ort bereits Einnahmen von vielleicht 300,- € hat und diese Tätigkeit gegen einen 600,- € Job eintauschen soll, der 180 km weit weg ist und Fahrkosten15,- € oder mehr Euro pro Arbeitstag abverlangt. Ferner ist damit immer noch nicht das Wohnungsproblem und die Grundsatzfrage gelöst.

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Wenn der Mietspiegel tatsächlich bei 6,80 liegt und das Jobcenter pro m² nur 4,76 bewilligt, dann würde ich eine Wohnung suchen die bis 45 m² groß ist und bei 6,80 pro m² liegt. Wenn dann das Jobcenter nicht die volle Kaltmiete übernimmt, dann würde ich gegen den Bescheid Widerspruch einlegen und ggf. (wenn der Widerspruch abgelehnt wird) vor dem Sozialgericht klagen. 

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Kommentar von Buddelwurz
13.01.2016, 09:03

Liebe Leute, ich spreche jetzt mal allgemein. Haltet Ihr uns für bescheuert? Ihr dürft davon ausgehen, dass auch wir schon solche Überlegungen angestellt haben. Und ob man es glaubt oder nicht: Es soll Kommunen geben, da findet man aktuell kein Mäuseloch unter 54 m². Oder wenn doch, dann stimmt irgendein anderer Parameter nicht. Eine der letzten Angebote: Kaltmiete 205,- €, 47 m², 40,- € NK, aber 118,- € Heizkosten (Ölheizung) und das Amt sagte: Nö!

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Sie sollte  die  Berater  dort  einfach  mal   drauf  hinweisen,  dass  sie Klage  beim Sozialgericht  einreichen  wird. Denn  es  kann  nicht  sein,  dass  ein Umzug  nicht  genehmigt  wird,  nur  weil  keine  billigen Mietwohnungen  da  sind.  Oft  reicht  schon  das  Zauberwort  "Sozialgericht" aus  um  die Mitarbeiter  des  Amtes  zur  Einsicht  zu  bringen. Und  dann  fangen die  tatsächlich  an  zu  prüfen   und  ringen sich  zu  einer  Härtefallregelung  durch

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Kommentar von blumenkanne
13.01.2016, 08:09

es gibt keine klage beim sozialgericht um einen mitarbeiter zur einsicht zu bringen. der mitarbeiter des jc hat seine vorgaben bis zur maximalen höhe der kdu zu gehen. wie groß die wohnung dann ist, ist erstmal zweitens. wenn he eine wohnung findet die 388 euro kostet und 100qm ist, dann wird sie bewilligt. allerdings werden betriebskostennachzahlungen nur bis 50qm getätigt. fertig.

sie kann wohnungen suchen die sie will, muss aber damit leben das nur die maximalen kdu gezahlt werden.

wenn sie das nicht tut, dann muss sie demnächst ins obdachlosenheim, da kann ihr doch keiner helfen. schon garnicht kann der sb dafür, dass sich hier einer nur auf 8km radius versteift.

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Kommentar von Buddelwurz
13.01.2016, 08:08

Danke für den Link. Hier ist aber der Fall ein Neubezug und nicht ein Bestandsschutz. In dem verlinkten Fall ging es darum, dass jemand seine momentane Wohnung nicht mehr halten kann. Bei meinem Fall wird es aber etwas schwieriger. Denn wenn es sich um eine nicht genehmigte Wohnung handelt, übernimmt das Amt bestimmte Kosten nicht.

Und selbst mal angenommen wenn: Wer vermietet denn für ein halbes Jahr eine Wohnung, wenn diese, sobald ein passendes Angebot vorhanden ist, wieder geräumt werden muss.

Trotzdem Danke fürs Mitwirken.

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sie wird eine wohnung in dieser preislage finden. sie sollte die ganzen genossenschaften ablaufen und dort einreichen dass sie dringend eine wohnung braucht. ein radius von 8 km ist nichts was realistisch ist. sie muss über den radius hinausdenken. sie sollte den radius auf 15-20 km erweitern. andere leute müssen auch pendeln tgl. wenn ihr job nicht ausreicht um sie zu ernähren, dann wird sie einen anderen beruf suchen müssen.

der wohnraum sollte schnellstens gesucht werden und beim jc sollte sie sofort melden dass sie unter umständen demnächst obdachlos ist und sie nichts gefunden hat bis dato.

die suchmisserfolge sollte sie bis dahin chronologisch sortiert und kommentiert vorlegen beim jobcenter. wieivel wohnungen hat sie besichtigt, wieviel absagen hat sie bekommen: name, telefonnummer des vermieters etc.

wenn sie also demnächst nichts findet, dann sollte sie um eine notunterkunft der obdachlosenhilfe bitten.

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Kommentar von Buddelwurz
13.01.2016, 08:22

Hm?! Diese Antwort ist, höflich gesagt, völlig überflüssig. Wenn es alles so einfach wäre, dann hätte ich hier die Frage nicht gestellt. Denn inhaltlich ist ihre Antwort so, als wenn jemand sagt: „Wie? In Afrika hungern die Menschen? Dann sollen sie doch mal was essen und wenn sie kein Brot haben, nehmen sie eben Kuchen! Einfach mal was essen, dann hungert auch keiner.

Natürlich hat meine Bekannte auch die Genossenschaften abgeklappert. Auch da ist tote Hose, sowohl von der Größe als auch vom Preis. Und wenn, dann ist noch ein üppiger Genossenschaftsanteil von Nöten. Immerhin hat sie ja noch eine kleine Einnahmequelle mit der Option, sich wieder hochzurappeln.

Ist da dann eine Empfehlung intelligent, die besagt, dass man dann lieber in eine andere Stadt zieht und sich einen neuen Job sucht (obwohl sie danach auch schon gesucht hat)?

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