Was tun, wenn Job nicht ewig machbar, aber man Fachidiot ist?

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7 Antworten

Es gibt schon noch einige Dinge, die Du mit Deiner Ausbildung machen kannst. Bei der FN zum Beispiel ist eine Ausbildung zum Pferdewirt wohl Voraussetzung - auch für die reinen Bürojobs. Auch Reitsportgschäfte stellen gerne Pferdewirte ein, weil sie davon ausgehen, dass sie wissen, wovon sie reden, wenn es um Pferde-Spezifisches geht.

Und Du hast recht - als reiner Bereiter, angestellt auf einem Hof oder Gestüt, sind Deine Perspektiven nicht all zu rosig, wenn Du körperlich verschlissen bist. Auch als Reitlehrer muss man schon einen sehr guten Ruf haben, Turniererfolge, oder als Richter sehr bekannt sein, damit man seine Reitstunden so gewinnbringend an den Mann bringen kann, dass man ein gutes Auskommen hat.

Und man muss sich halt auch fragen, ob es das ist, was man auf ewig machen will.Tagaus tagein "Versuch die Hände ruhiger zu halten", "Hacken runter", "Gib die innere Hand vor", "Halt Dich nicht am Zügel fest", "Du musst versuchen, Hand-unabhängig zu sitzen", "Die Unterschenkel müssen ein ganzes Stück zurück", "Die Bahnfiguren sind dafür da, dass sie korrekt geritten werden", "Ein Zirkel ist kein Ei", "Die Hände müssen viel tiefer", "Fass die Zügel nach".... bla bla bla und das immer wieder und immer wieder. Das muss man können, auch wenn der Reiter außer Freude am Sport nichts weiter wie völlige Talentfreiheit zu bieten hat.

Ja, als Richter verdient man auch nicht wer weiß wie viel, aber man macht sich dadurch unter Umständen einen ganz guten Namen und gewinnt nicht nur ausreichend zahlungskräftige Schüler, sondern unter Umständen auch Käufer für Pferde, die man dann vermittelt und wobei man Provisionen kassiert. So handhaben es einige der Herren und Damen. Aber da muss man auch für geboren sein... Nicht jeder ist ein guter Verkäufer.

In meinem Umfeld hat es schon viele Bereiter gegeben. Und nicht wenige davon sind heute in einem ganz andren Berufsfeld tätig. Denn irgendwann ist auch der feuchteste und kälteste Winter zu feucht und zu kalt und zu lang. Das Gehalt ist lausig, die Anerkennung oftmals kaum vorhanden, egal wie sich aufgeopfert wurde und der Körper verschleisst. Dann kommt die Frage, wofür und für wen man das macht. Hat man einen eigenen Betrieb, ist die Antwort klar. Ist man jedoch der Angestellte, der sich abstrampelt, ohne jemals wirklich von der Stelle zu kommen, fangen die Zweifel an. 

Eine Bekannte von mir, ehemalige Pferdewirtin, arbeitet heute für ein großes Filialunternehmen und leitet die Reitsportabteilung, hat sich parallel weitergebildet, ein Studium neben dem Job gemacht und ist heute Betriebswirtin und dabei noch weiter Karriere in dem Unternehmen zu machen.

Eine andere Freundin von mir arbeitet heute für eine Krankenkasse, gibt noch nebenbei Unterricht und reitet als Hobby.

Und wieder eine andere hat die zahllosen Lehrgänge als Richterin absolviert und sich für den oben beschriebenen Weg entschieden. Sie züchtet, gibt Unterricht, vermittelt Pferde, richtet und stellt ihre Eigenzuchten auf Turnieren erfolgreich vor um sie möglichst gut zu verkaufen.

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überhaupt Thema Arbeitsamt: frag mal bei den Spezialisten in Verden nach, denen dürften solche Problme nicht ganz fremd sein;

meine Idee: Wie wäre es mit zusätzlich noch Hippotherapie-Weiterbildung?

oder tatsächlich ein Bürojob beim Zuchtverband, LandesReiterverband, Rennverband oder im Verkauf usw

frag
doch auch mal bei den Berufsschulen für Bereiter nach, ob die ne
Idee haben; was ist aus deinen Klassenkameraden geworden? Hake dort mal
nach.

ich hoffe, du hast beim Berufsstart eine gute BU-Versicherung abgeschlossen, denn jetzt nimmt dich wohl keiner mehr auf....

Besamungstechniker,
biologisch-technische Assistenten - auch das sind interessante
Berufsbilder, aber auch harte Ausbildungen (120 Bewerber auf 12-15
Plätze war unlängst noch  normal)

UND: WAS sagt deine Berufsgenossenschaft, wie können die dich bei der Weiterbildung/umschulung unterstützen?(z.B. finanziellaber auch mit Ausbildungs/Umschulungsplätzen)

oder das Versorgungsamt, wo du auch deinen Schwerbehindertenauweis beantragen kannst

toi toi toi  !

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O weh...

Ich verstehe dich gut. Habe mit 17 nach nur  einem Jahr gemerkt, dass das nicht das ganze Leben lang gehen würde. Mein Reitlehrerin sitzt beim Untericht ausserhalb des Vierecks, und eine gute Bekannte sagte mit ca50:" junge Pferde einreiten, das macht man in dem Alter nicht mehr - da kommt der Lehrling drauf."

Wie siehr es denn mit Turniererfolgen und Fortbildungsmöglichkieten aus? Die Reitstunde zu 40 Minuten vom Deuber kostet 60€ ( der verdient an einem Wochendlehrfang mehr als Du vermutlich im ganzen Monat), von Hubertus Schmidt 100€, und Auch Mayners zertifizierte Reitlehrer verlangen immerhin ca 100 pro Teilnehmer am Wochenende.

Ob es Dir wohl irgendwie möglich wäre, den Pferdewirtschaftsmeister  zu machen? Wie sind Deine pädagogischen Fähigkeiten? Das Abi nachzuholen dürfte fur Dich schwierig sein, aber evtl. lohnt der Versuch? Wie sind deine pädagogischen Fähigkeiten? Vielleicht erkundigst du dich mal, wie man Berufsschullehrer wird?

Oder du suchst Dir, falls du organisieren und auch Papierkram machen kannst, eine Stelle in einer Reitschule ( Verein?) wo Du als Reitlehrer zwar nicht sooo viel verdienst, aber kaum mit Jungpferden zu tun hast und sich der Beritt auf leichtere Fälle beschränkt. Oder ein privater Turnierstall - auf " Dressur aktuell" stand zum Beispiel Karin Tebar ewig auf der Suche nach Personal. Die hat immer 2 gelernte Kräfte, die Pferde aufs Laufband stellen, longieren und den Turniertrottel  geben...

Oder Verkäufer in einem Reitsportgeschäft?

Bekommst du Rat beim Berufsreiterverband?

Kannst ja auch mal die Agentur fur Arbeit aufsuchen und bitten, so einen Begabungstest machen zu dürfen . Dann erfährst du so in etwas, zu was Du sonst noch fähig wärst. Vielleicht findest du ja unentdeckte Talente.

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Kommentar von Unwissend123321
09.02.2017, 15:58

Also vorweg; wenn ich was mache, dann ganz oder gar nicht. Entweder heiß oder kalt. Ich will Erfolg oder ich lass es. Momentan ist es so, dass ich Leute dabei habe, die für mich den TT machen, weil ichs nicht schaffe, alle Pferde zu satteln usw. und von einem aufs andere zu hüpfen in der Kürze, dies auf dem Turnier hat ;) TT sein wäre ja n arger Abstieg, so arrogant es klingt :D

Und ganz ehrlich, der Reitunterricht ist alles andere als meine große Leidenschaft. Ist halt von den Besitzern, die selber auch reiten. gefragt und Nachfrage wird bedient. Das mache ich ordentlich, klar. Aber mich darauf beschränken wäre mir genauso fad wie Drehstuhlabkrobatik von 8 bis 16.30. 

Dass der Beritt sich auf die leichtere Fällen beschränkt - wow, Luxus. Wenn man sich aussuchen kann, welche Pferde man reitet und welche man nicht reiten will. Aber ob das funktioniert? Nur die fertigen Kracher bei der Stange halten, das wärs. 

Verkäufer...hm, ja. Ich hab auch schonmal ne Weile inner Bäckerei als Verkäufer gejobbt, und ebenso wie meinen "pädagogischen Fähigkeiten" und teilweise leider auch im Umgang mit "komischen" Pferdebesitzern (so Experten, die erwarten, dass der rohe 3j. in 4 Monaten piaffiert) steht mir da leider meine ehrliche, saloppe Schnauze im Weg. Spätestens wenn mir der dritte doof kommt oder ne doofe Frage stellt, kommts vorne raus, wies oben gefertigt wird. Habs mal mit ner Friseurlehre versucht - ich kann perfekt Haare schneiden, färben usw., bin beidhänder und kann konnte alles mit rechts und links gleichgut. Woran ich gescheitert bin, ist klar.

Wie gesagt - man könnt sagen, reiß dich zusammen. Aber das ist für mich schwerer als man denkt..

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Klar kann man vom Reitunterricht leben. Man muss nur qualifiziert und gut genug sein ^^ Ich würde dir genau das vorschlagen, alternativ auch Ausbilder, Richter oder in der Zucht tätig. Das sind alles Bereiche, in denen du dich noch ordentlich weiterbilden kannst. Im Endeffekt wird man ja vor Allem für sein Wissen und die Erfahrung bezahlt und nur zweitrangig für die rein körperliche Leistung. Und Erfahrungen sammelst du doch fleißig. 

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Kommentar von Unwissend123321
08.02.2017, 23:07

Nunja, momentan ist der Unterricht der sehr viel kleinere Anteil meiner Arbeit. Gefragt ists wohl, aber ob SO gefragt? Als Richter verdient man nix (was man zum Lebensunterhalt zuverlässig zurechnen könnte), als Züchter...bitte, schau dir die Preise auf dem Pferdemarkt an. Ich bin nicht Schockemöhle.Was soll ich, Pferde für 3000 produzieren, wo ich vorher 3 Jahre und 3500 an Kosten hatte? Klar kann mal n Kracher bei sein, aber der saniert mich nicht, man muss realistisch bleiben. 

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Du kannst jederzeit zb eine  Ausbildung machen oder auch eine Umschulung da du zb damit keine berufliche gesicherte Zukunft hast das musst du  da mit dem 'Arbeitsamt bereden.Da du gesundheitliche Probleme hast muss das amt dir eine  passende Umschulung bezahlen.!Bzw die Rentenstelle. !Nur musst du dann entscheiden ob du eine bei einem betrieb machen willst mit der normalen Beruf schule oder in einem BFW !

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Dann wäre JETZT der Zeitpunkt, dir eine Alternative zu suchen. Was hast du noch für Interessen, was kannst du dir vorstellen (auch körperlich machbar). Mit Mitte 20 hat man auch noch einigermaßen die Chance, eine Umschulung zu machen.

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Entschuldigung - eigentlich waren Leerzeilen und Absätze enthalten...ka, wo die geblieben sind.

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