Was tun, wenn ich einen aggressiven Hund habe?

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7 Antworten

An Deiner Stelle würde ich das Problem von zwei Seiten angehen und sowohl auf ein Verhaltensproblem, als auch auf ein medizinisches Problem prüfen.

Wenn eine Erkrankung vorliegt, beißt sich ein Trainer an Deinem Hund die Zähne aus. Wenn ein Verhaltensproblem vorliegt, kann Dir ein Tierarzt nicht helfen. Eine Möglichkeit ist, dass Du Dir einen Tierarzt und einen Trainer suchst, die eng kooperieren. Das sind allerdings doppelte Kosten.

Sinnvoller würde ich es finden, einen Tierarzt mit der Zusatzqualifikation "Verhaltenstherapie" aufzusuchen, der alle möglichen Ursachen aus beiden Bereichen systematisch eingrenzt und abklopft.

Hier ist eine Liste mit Tierärzten, die die entsprechende Zusatzausbildung haben: http://www.gtvmt.de/10/verhaltenstieraerzte-in-ihrer-naehe.htm

Und hier findest Du weitere Informationen: http://www.gtvmt.de/15/informationen-zu-hunden.htm

Wenn der Hund bis zwei Jahre in Ordnung war und es dann erst auftrat, gehe ich nicht davon aus, dass es sich hier um Erziehungsfehler handelt. Es passt auch nicht zur Rasse. Pekinesen sind durchaus nicht die freundlichste Rasse, aber sie werden auch nicht so aggressiv , wie du es beschreibst. So ein Hund kann wirklich nicht in einer Familie leben. Ich vermute, dass dahinter eine Krankheitsursache steckt. Wenn man diese nicht herausfindet, hilft es nur das Tier gehen zu lassen. Damit meine ich nicht, einfach irgendwo hingeben , sondern einschläfern! Es ist in machen Situationen, und die Situation die Du beschreibst ist echt krass, einfach das beste. Vor den Einschläfern braucht ihr sowieso ein Gutachten eines Hundepsychologen. Vereinbart also Termine ( nicht nur einen, sondern mehrere) und hört darauf, was er sagt! Habt ihr mal ein MRT vom Kopf und Wirbelsäule gemacht? Tumor vielleicht?

Nope, alles gecheckt, Körperlich ist sie schonmal gesund. Aber ich weiß nicht, wieso sie so aggressiv wurde... wir haben sie mit ca. 2 Monaten bekommen und sie war echt der liebste Hund in der Nachbarschaft und mit ca. 2 Jahren wurde es immer schwieriger mit ihr :/

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Dann müsst ihr jetzt entscheiden....

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Hi Irina, das hört sich nach einem wirklich extremen Fall an! 

In welchen konkreten Situationen beißt sie denn zu? Droht sie vorher an(steifer Körper, Nackenhaare hoch, Zähne gefletscht...) oder/und Knurren, oder beißt sie ohne Warnung voll zu? Gibt es Unterschiede zwischen Schnappen und richtig Beißen?

Also manchmal knurrt sie davor, aber dan gibt es Tage wo sie sich auf den Rücken hinlegt und auf süß macht und sich dan ca. 1 Minute streicheln lässt und von einem Moment auf den anderen zubeißt, obwohl man ihr nichts getan hat. Z.B vor 2 Tagen habe ich sie am Brustkorb/Bauch massiert und sie hat es auch genossen und plötzlich hat sie mir so stark in den Ringfinger gebissen und mein Finger wurde an den Bissstellen erst schwarz und ich konnte es halt einige Stunden nicht bewegen. Und verletzungen (Tumor, Brüche ect.) hat sie nicht, sie ist ein eigentlich gesunder Hund. Also wir lieben sie wirklich, aber sie ist zu aggressiv geworden...

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@IrinaAskYou

Hi Irina, sorry für die verspätete Antwort. Deine Lage ist wirklich total vertrackt, leider. Es gibt vielleicht doch Lösungsansätze für dich, aber bitte kläre das unbedingt auch mit Profis ab.

Irgendwann hat sie ja in einer ihr unangenehmen Situation zum allerersten Mal zugeschnappt, zum Abwehren und zum Austesten "was passiert". Damit hat sie dann diese Situation wahrscheinlich auch beendet, und durch dieses und folgende Erfolgserlebnisse hat sie das Beissen nach und nach ritualisiert. In ihrem Köpfchen wurden dann die kräftigsten Bisse als die erfolgreichste Abwehrtechnik gespeichert, und das klappt ja auch sehr gut.

Ausgehend von dieser Theorie dachte ich sofort an ein professionelles Verhaltenstraining nach den Methoden von Cesar Millan. In seinen Programmen wird auf Körpersprache von Mensch und Tier, auf klare Strukturen in der Mensch-Hund-Beziehung und auf direkte Korrekturen gesetzt. Ich möchte hierbei unbedingt erwähnen, dass Cesar Millan allerdings in der Fachwelt sehr polarisiert und auch einige Kritiker hat.

Sieh dir vielleicht einfach ein Paar Videos zu seinem Training mit aggressiven Hunden wie Lili an, bilde dir deine eigene Meinung und suche gegebenenfalls gezielt nach Hunde-Trainern in deiner Umgebung, welche entsprechende Verhaltenstherapie anwenden.

Zudem gibt es eine weitere Methode, welche ebenfalls unbedingt im Vorfeld mit einem Profi abgeklärt werden muss. Das wären dann Erziehungshalsbänder mit "Füll-Patronen"; zur Wahl gibt es welche mit Spritzwasser oder mit unangenehmen Duftnoten. Um negatives Verhalten dann ohne direkten Körperkontakt zu bestrafen, muss man das Halsband mit einer Fernbedienung im richtigen Moment auslösen.

Diese Geschichte ist wirklich nicht ohne, doch deine Geschichte ist es ja nun einmal auch nicht... Es ist eine technische Variante von Martin Rütters Wasserflaschen-Einsätzen, und ebenfalls wie diese nur bei darauf sensiblen Tieren überhaupt einsetzbar.

Ganz dringend solltest du Lili aber schnellstens an einen Maulkorb gewöhnen, um euch alle zu sichern!!! Es gibt so eine Schlaufen-Technik von oben, mit der du nicht in die Nähe der Zähne kommen musst.

Bitte hol dir bei diesen Tipps UNBEDINGT im Vorfeld Rat und Hilfe bei Profis; jeder Hund ist anders und muss entsprechend seiner individuellen Voraussetzungen behandelt werden. Keinesfalls darf Lili traumatisiert werden und das Vertrauen in Menschen komplett verlieren.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute mit Lili!!!

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