Was tun wenn einen die Trauer "aufzufressen" droht?

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Hallo Sunny803,

da ich selbst vor wenigen Jahren sowohl meine beiden Elternteile, eine meiner Schwestern und letztes Jahr auch meine Frau (sie starb an Krebs) durch den Tod verloren habe, kann ich Deine Empfindungen einigermaßen nachvollziehen.

Ich weiß daher, dass der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sehr groß sein kann und man braucht unter Umständen viel Zeit, um diesen Schmerz einigermaßen verarbeiten zu können.

Mir hat jemand einmal erklärt, dass jeder auf eine andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Das hat mir schon sehr geholfen. Ich finde es auch immer sehr hilfreich, wenn man mit jemandem über seine Gefühle sprechen kann, der vielleicht Ähnliches erlebt hat und sich am besten in meine Lage hineinversetzen kann.

Da es allerdings manchmal sehr schwerfallen kann, über seine Gefühle zu sprechen, fand ich den Tipp sehr hilfreich, einmal all das aufzuschreiben, was einen bewegt und es dann später wieder zu lesen.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses.

Du brauchst Dich daher nicht zu schämen, wenn Du weinen musst. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und stark sein zu wollen. Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, hilft am besten bei der Trauer.

Mir hilft vor allem die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich viel mit der Bibel beschäftige, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Toten sagte: "Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, ..." (Johannes 5:21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig?

Diese wundervolle Aussicht gibt mir bis heute viel Trost. Zu wissen, dass ich meine Frau, meine Eltern und all die lieben anderen eines Tages wiedersehen werde, hilft mir, mit den Gefühlen der Trauer besser fertig zu werden.

Ich weiß ja nicht, wie Du zur Bibel stehst und ob Du überhaupt an Gott glaubst. Ich habe eben versucht, meine persönlichen Erfahrungen und meine Hoffnung wiederzugeben. Vielleicht hast Du ja eine ganz andere Meinung dazu.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, mit Deinem Schmerz zu leben und ihn nach und nach zu verarbeiten!

LG Philipp

Vielen Dank für den Stern! :-)

LG Philipp

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Hallo

Das man manchmal, Tage- oder Wochen nach dem Tod mehr weint als am Anfang ist auch zu erklären.... in dieser ersten schlimmen zeit hast du zu tun, bist abgelenkt, man kümmert sich um dich.... aber all das läßt nach.... alles was zu organisieren war ist erledigt, Familie und Freunde leben ihr eigenes Leben weiter... nur DU, du steckst noch in deinem alten Leben, was sich so falsch anfühlt. Erst dann wird einem der Verlust noch deutlicher und das schmerzt noch mal so viel....

Such dir jemanden mit dem du reden kannst.... vielleicht gibt es eine Trauergruppe in deiner Nähe? Ich selbst habe viele Jahre solche Gruppen geleitet und kann dir sagen, das ein Austausch hilft... du hast ein Ziel (die Gruppentreffen) und du lernst mit deiner jetzigen Situation umzugehen.... oft haben sich auch Freundschaften aus den Gruppen entwickelt.

Alles Gute!

Mein Beileid.

Ablenkung.......bei mir hat es geholfen. Ich bin wieder arbeiten gegangen, habe Freunde und Familie besucht, habe neue Freunde gefunden im Sportverein usw. Du kannst dir auch eine Trauergruppe suchen.

Jeder empfindet Trauer anders. Und das wird auch nicht von heute auf morgen weg sein.

Alles Gute für dich .

Hallo,

Trauer ist bei Menschen verschieden. Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das Telefon kostenlose Seelsorge. Auch kannst Du zu einem Psychologen gehen.

Ich bin Christ. Der Glaube hilft vielen Menschen. Gott liebt Dich. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott und ein Leben nach dem Tod gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Alles Gute

Sie frisst sich den Weg nach draußen. Trauern ist wichtig und notwendig.

An dem Tag als dein Mann starb, hast du garantiert den Kopf voll gehabt. Mit Abstand und der Ruhe danach, kommt alles hoch.

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute. Vielleicht magst du Dich auch einer Selbsthilfegruppe anschließen. Viel Kraft dir.

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