Was tun ohne Heimatgefühle als Migrant? (ohne Zugehörigkeitsgefühl)?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

ich finde, er sollte sich akzeptieren, wie er ist und er bewertet das Zugehörigkeitgefühl zu hoch

er vereinigt verschiedene Kulturen in sich, das ist doch toll, und sollte das ganz einfach annehmen und nicht überlegen, "meine Pünktlichkeit ist deutsch, meine Vorliebe für Froschschenkel ist französisch, meine Liebe zur arabischen Musik kommt von meinem Vater ...." - er ist er und er ist gut so wie er ist

er sollte leben, wo er gerne lebt, in Deutschland, weil da seine Freunde sind, in Kanada, weil er dort das Land toll findet, oder weis ich wo, aus irgendeinem Grund, aber nicht über seine Herkunft nachdenken

Zuhause, Heimat ist dort, wo man sich wohlfühlt

Man ist nicht hilflos dem eigenen Heimatgefühl ausgeliefert.

Man kann auch für sich selbst beschließen "hier ist meine Heimat". Das Gefühl wird mit der Zeit dieser Willensentscheidung folgen.

Egal, welches Land man als Heimat ansieht, man findet dort immer "ein Haar in der Suppe" - in Deutschland genauso wie in Kanada oder Neuseeland.

Meiner Meinung nach liegt es an ihm. Er sollte sich überlegen, welches Land er als sein Heimatland ansehen will. Dann sollte er dauerhaft dorthin gehen und seine Willensentscheidung für dieses Land so lange wiederholen, bis sein Gefühl gelernt hat, ihr zu folgen.

Meiner Meinung nach ist er mit Deutschland als frei gewähltem Heimatland gut bedient, und ich stimme dir zu, dass nach Kanada oder Neuseeland auswandern zu wollen ein Davonlaufen wäre. Auch dort wird er Haare in der Suppe finden.

Das mit dem Nationalstolz ist eh Humbug. Hier sieht man wieder, was das für Schwierigkeiten macht. Man sollte sich einfach als Mensch fühlen. Er ist hier geboren, wird hier erzogen, geht hier zu Schule, hat hier Freunde - alles einfach.

Wo die Eltern herkommen, kann man interessant finden, aber es ist für einen selbst dann doch relativ bedeutungslos. Wieso muss man da überhaupt drüber nachdenken? 

Wenn meine Mutter aus Köln kommt und mein Vater aus München und ich in Erfurt geboren wurde, dann beschäftigt mich das doch auch nicht so immens. Kölner haben eine andere Mentalität als Münchener, aber deshalb würde ich meine eigenen Eigenschaften nicht an einen der beiden Städte festmachen. Ist doch Quatsch. Man ist halt einfach Mensch.

Sorry, wenn ich das so sagen muss, aber wenn er sich nach seinem Leben hier, genauso französisch und orientalisch, wie deutsch fühlt, dann ist irgendwas mit der Integration schief gelaufen.

"Er meint, ihm fehlt das "Wir-Gefühl" in Deutschland"

Jedem fehlt irgendwas in seinem Land. Ich finde auch, die Deutschen könnten aufgeschlossener - mit den Gesetzen und der Strafverfolgung bin ich auch nicht ganz zufrieden. Ich könnte mir auch vorstellen, auszuwandern und habe auch ein Land im Visier. Trotzdem bin ich deutsch - ohne mit jemals Gedanken darüber gemacht zu haben - trotz Migrationshintergrund meines Großvaters. Das man sich nicht 100% wohl in seinem Land fühlt, geht vielen Deutschen so. Aber mit Sicherheit auch anderen in ihrem Land. Normal. Dein Kumpel macht da nur n Fass auf.

Naja sein Name ist aber auch nicht deutsch...was soll er tun? Sein Namen ändern? =)

0
@GutteFragee

Nein, aber ehrlich gesagt versteh ich auch nicht, wieso der Name ein Problem ist und er so eine Bedeutung für ihn hat. Da kann ich euch leider nicht helfen. Ist doch schön, wenn er einen außergewöhnlichen Namen hat.

0

Ich vermute, er hat einfach zu viel Auslandserfahrungen und vergleicht Deutschland deshalb zwangsweise mit den anderen, ihm bekannten Ländern: Fakt ist - es gibt in Deutschland kein (positives) "Wir-Gefühl" - das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass er nicht dazu passen würde. Die Deutschen haben einen Schuld-Komplex und lassen andere gemeinschaftliche Gefühle einfach nicht zu. Durch die Flüchtlingskrise kamen sicherlich für vielen Menschen noch individuelle Gefühle wie Entwurzelung und Misstrauen gegen andere in Verbindung mit Angst, die eigene Meinung zu sagen, dazu - aber das ist ja auch nicht gerade vorteilhaft.

Das mit dem Auswandern halte ich aber grundsätzlich für eine gute Idee, das bedeutet für mich auch kein Weglaufen, sondern dass andere Länder einfach lebenswerter erscheinen.

Wie wäre es, wenn du ihm diese Entscheidung überlässt? Er kann hingehen, wo er will, meinetwegen auch nach Kanada oder Neuseeland. Er muss sich nicht "dem Leben stellen". Nur weil man aus einem bestimmten Land kommt, ist das nicht automatisch die beste Heimat.

Es liegt nur an ihm! Er muss sich klar werden, welche Kultur er leben will. Es gibt keine Garantie, dass er im Ausland - wo auch immer  - glücklich wird. Das sieht man doch an allen, die Byebye Deutschland sagen.

Er soll dort leben wo er meint , dass er sich wohl fühlen wird. Spätestens nach paar Jahren wird er sehen ob es die richtige oder falsche Wahl war.

Was möchtest Du wissen?