Was tun bei Überfall?

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4 Antworten

Also rein rechtlich darf man auch Notwehr ausüben wenn man ausgeraubt wird und das Ziehl des Täters nicht dein Leben, sondern nur Besitz ist.

Auch Besitz ist ein Rechtsgut, das in Notwehr verteidigt werden darf. Zudem gilt der Rechtsgrundsatz, dass Recht nicht dem Unrecht weichen muss. Also auch wenn man eine eindeutige Chance hat zu fliehen, darf man laut Gesetz auch bleiben und sich verteidigen.

Notwehrüberschreitung ist das weitere, unnötige Anwenden von Gewalt, obwohl der rechtswidrige Angriff auf irgendein Rechtsgut schon unterbunden wurde. Wird man mit einer tötlichen Waffe bedroht (Schuss-, Hieb-, oder Stichwaffe) und man wehrt sich mit einem Messer und tötet dabei mit nur einem Stich oder Schnitt den Angreifer ist das definitiv keine Notwehr überschreitung. Man ist aber in jedem Falle verpflichtet erste Hilfe zu leisten!

Es gibt aber keine Garantie, dass einem das Recht dann auch im Nachhinein zugesprochen wird. Recht haben und Recht bekommen sind 2 Paar Schuhe.

Nur ist immer die Frage wieviel Sinn das auch macht. Fälle bei denen ein Räuber am Ende die Opfer tötet obwohl sie alles getan haben was verlangt wurde sind spektakulär, aber sehr selten. Wenn es klar ist, dass es um die Kasse geht, hat man die beste Chance zu überleben wenn man das Geld rausrückt.

Es ist auch schwer von der anderen Seite der Theke aus sich zu verteidigen. Mit Messer bewaffnete Täter kommen auch gerne mal mit hinter die Theke. Es wird sehr oft unterschätzt wie gefährlich ein Messer sein kann. In Filmen usw. wird das extrem falsch dagestellt. Auch erfahrene Kampfsportler sollten nie unbewaffnet in einen Kampf gehen, bei denen sie einem Messer gegenüber stehen.

Bei Schusswaffen sieht es im Nahkampf besser aus. Aber hier ist Können gefragt und man muss wissen was man tut, nicht erst darüber oder wärend dessen plötzlich darüber nachdenken was man denn jetzt als nächstes machen soll.

Es kann helfen ein Pfefferspray einzusetzen, das muss aber entschlossen und ohne Ankündigung geschehen um keine Gelegenheit zu geben sich das Spray abnehmen zu lassen. Man muss aber auch wissen wie so ein Spray wirkt und das es auch mal nicht wie gedacht Wirkung zeigen kann, sondern der Angreifer nur noch aggressiver wird (selten aber möglich).

Statistisch macht es nur Sinn sich zu wehren wenn es um das eigene Leben geht, nicht um Geld. Und es gehört auch ein großer Wille zur Notwehr dazu. Wer in einem Kampf zögert oder Angst hat den Angreifer schweren Schaden zuzufügen bringt sich nur selbst in teufels Küche, denn der Angreifer wird kein Mitleid haben.

FloTheBrain 26.10.2012, 02:39

Natürlich darf bei Notwehr nicht das Ziel sein den Angreifer zu töten. Das Ziel darf nur sein, den Angriff zu beenden. Jemand der jahrelang Kampfsport macht und in Notwehr einen Menschen tötet, der hat es vor Gericht deutlich schwerer zu erklären, warum der tötliche Gewalt eingesetzt hat, oder wenn er sich mit einem Messer verteidigt hat, dann z.B. der letzte tötliche Stich noch wirklich nötig war...

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Bei einem Überfall gibt man immer das Geld raus und versucht, sich soviel wie möglich über den Dieb zu merken. Sich zu wehren ist nie eine gute Idee.

velodog 06.10.2012, 02:58

Sich zu wehren ist nie eine gute Idee......

Na dann laß dich mal schön ausrauben, zusammenschlagen, abstechen oder vergewaltigen.....

Hauptsache der Straftäter hats leicht und dein rosarotes Weltbild wackelt nicht.

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ErsterSchnee 06.10.2012, 08:51
@velodog

Ich habe noch nie gehört, dass ein Gelddieb auch gleichzeitig noch seine Opfer vergewaltigt (bevor oder nachdem er die Kasse geleert hat?). Aber anscheinend kennst Du Dich in diesem Bereich ja besser aus...

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Angestellte sind immer angewiesen, Forderungen von Räubern nachzugeben. Niemand verlangt die Verteidigung des Firmenbesitzes. Außerdem ist die Verhältnismässigkeit zu beachten - "bloß", weil jemand eure Kasse leeren will, dürftest Du ihn gar nicht mit Deinen Metzgerwerkzeugen traktieren ("unschädlich machen"). Das wäre dann Notwehrüberschreitung, weil das in keinem Verhältnis stünde zum Angriff, bzw. zur Straftat. Bedenke, dass auch ein Verbrecher "ein Mensch" ist und im Zweifel ein Existenzrecht hat, dass er nicht verwirkt, weil er Geld erbeuten will.

Deine Kollegin gibt also am besten einfach den Kasseninhalt heraus und lässt den Straftäter unbehindert weiterziehen.

Körperliche Unversehrtheit geht vor. Nicht den Helden spielen und Situation ausharren, danach aber sofort die Polizei rufen.

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