was tun als Ersthelfer bei verdacht auf Genickbruch?

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5 Antworten

Moin,

die Frage, welches Verletzungsmuster vorliegen könnte um essentielle lebensrettende Sofortmaßnahmen durchzuführen oder zu unterlassen obliegt niemals einem Laienhelfer, sondern nur medizinischem Fachpersonal. Eine Diagnosenstellung stellt im Übrigen immer eine ärztliche Aufgabe dar und darf nicht von Laien (übrigens auch nicht von medizinischem Assistenzpersonal o.ä. wie Rettungsassistenten) übernommen werden. Für Laienhelfer gilt grundsätzlich: Ein bewusstloser Patient mit intakter Atmung wird in die Seitenlage gebracht.

Hintergrund ist folgender: Bei Ausfall der Schutzreflexe sowie des Muskeltonus, beides mögliche und auch wahrscheinliche Begleiterscheinungen einer Bewusstlosigkeit, besteht akute Lebensgefahr in Rückenlage, da die oberen Atemwege verlegt werden könnten. In diesem Fall könnte der Tod binnen Sekunden eintreten. Die Möglichkeit der Halswirbelsäulenverletzung könnte, je nach Verletzungsmuster und -grad bestehen, möglicherweise aber auch nicht. Eine Bewusstlosigkeit hingegen liegt gesichert vor und stellt somit Lebensgefahr dar.

Im Falle einer oberen HWS-Fraktur (Genickbruch im engeren Sinne, also Bruch des Atlas/Axis) z.B. nach einem Verkehrsunfall besteht, so drastisch es klingt, geringe Chance auf Überleben. Hier steht die Gefahr des Todes durch den Bruch der Gefahr des Todes durch Rückenlage bei Bewusstlosigkeit gegenüber. Da, wie oben angegeben, der Genickbruch nur angenommen werden kann, die Bewusstlosigkeit allerdings definitiv besteht, lautet die Marschrichtung: Seitenlage (siehe hierzu allerdings die Anmerkungen weiter unten).

Ist die Halswirbelsäule in den unteren Segmenten frakturiert besteht das Risiko einer sogenannten Tetraplegie, einer Lähmung aller Extremitäten. Dies ist zweifelsohne ein tragisches Schicksal und eine der schlimmsten Unfallfolgen, dem gegenüber steht allerdings der mögliche Tod des Patienten, wenn dieser nicht adäquat in die Seitenlage verbracht wird. Ich möchte an der Stelle keine ethische/moralische/etc. Diskussion anstoßen, allerdings steht formaljuristisch der Schutz des Lebens vor allem anderen - und falls der Mensch dann wider besseren Wissens bewusst in Rückenlage belassen wird und verstirbt, kann dies u.U. zu strafrechtlichen Konsequenzen führen. 

Worauf aus medizinischer Sicht geachtet werden kann ist, dass der Kopf des Patienten beim Eindrehen in die Seitenlage achsengerecht mit dem Körper mitgeführt wird. Das bedeutet, der Kopf wird so geführt, dass die Halswirbelsäule stets in der anatomischen Achse der gesamten Wirbelsäule steht. Hierbei wäre ein zweiter Helfer erforderlich; auch das Unterpostern des Kopfes in der Seitenlage um ein Herabhängen zu vermeiden könnte notwendig werden.

Konnte ich dir soweit helfen oder ist noch etwas offen? In dem Fall frag gern nochmal nach.

Lieben Gruß ;)

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Als normaler Ersthelfer legt man keinen Halswirbelsäulenstützkragen (Stifneck) an, daher ist es auch kein Bestandteil in den erste- Hilfe Kursen. Die Anlage von einem Sifneck ist medizinischem Fachpersonal vorbehalten. Als normaler Ersthelfer, sollte man den Patienten beruhigen und hin dazu anhalten, sich nicht zu bewegen. Zusätzlich kann man vorsichtig den Kopf mit dem Händen stabilisieren oder zwischen die Beine klemmen. Ausnahme: der Patient muss aus einer akuten Gefahr gerettet werden, z.B. kann man niemanden auf der Straße liegen lassen, sofern ein ausreichendes absichern nicht möglich ist. Dann ist bewegung zur Abendung unmittelbarer Gefahren leider trotzdem nötig. Bei Bewusstlosigkeit, müssen trotz der schwerwiegenden Verdachtsdiagnose einer HWS- Verletzung lebensrettende Sofortmaßnahmen durchgeführt werden, da diese das Überleben bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes unmittelbar sicherstellen. Idealerweise hat man in einer solchen Situation einen zweiten Helfer zur Verfügung, der den Kopf des Patienten während dem drehen in die stabile Seitenlage hält, so das ein achsengerechtes Drehen möglich ist. 

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annamasi 08.06.2016, 19:17

Also lege ich selbst wenn ich diesen Stiffneck zur Hand habe keinen an? Auch zum bewegen der Person nicht?

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Rollerfreake 08.06.2016, 19:25
@annamasi

Als normaler Ersthelfer nicht, denn auch beim anlegen von einem Stifneck kann man durchaus Fehler machen, ist z.B. die Größe nicht richtig eingestellt, ist der Stifneck wirkungslos. Daher sollten das ausschließlich professionelle Helfer machen, die es während einer medizinischen Ausbildung erlernt haben. Unnötige Bewegungen der Halswirbelsäule sollte man natürlich vermeiden, lebensrettende Sofortmaßnahmen wie die stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit oder Rettung aus einer unmittelbaren Gefahr muss man natürlich trotzdem machen. Wie gesagt, hat man in solchen Situationen am besten einen zweiten Helfer, so das ein achsengerechtes drehen möglich ist. 

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Hey,

Also als Ersthelfer solltest du die Person beruhigen und den Kopf halten! Also den Kopf inmobilisieren, das kannst du durch einfaches Halten oder durch einklemmen zwischen den Oberschenkeln machen!

Der Rettungsdienst wird der Person dann eine Halskrause anlegen! (Hier wurde oft Stifneck erwähnt, das ist aber nur eine besondere bei der man die Größe verstellen kann!

LG!

Ps:
Bei Helmen und gefährlichen Situationen gibt es Ausnahmen!
Helme auflassen, so lang die Person atmen kann und bei Bewusstsein ist.
Bei Gefahren wie ein brennendes Auto kann muss man die Person bergen, dabei aber bissel auf den Kopf achten!

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Laufin2 08.06.2016, 19:39

Und noch was: Wenn die Person bewusstlos ist, dann stabile Seitenlage, dabei aber achten, dass der Kopf und die Wirbelsäule in einer Linie bleiben! D. h. die Person die den Kopf hält muss den dann halt schön mit drehen und danach halten!

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ganz einfach bei jeglichen Unfall, wie Autounfall oder Reitunfall,.. wird ein Stifneck angelegt, das ist eine Halskrause die die Halswirbelsaüle komplett bewegungsuntuglich macht bevor geklärt ist das keine Genick verletzung vorhanden ist.

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nein.

das ist nicht möglich, ohne das genick zu bewegen.

auch kein überstrecken des kopfes (logisch, oder?)

bei verdacht auf genickbruch verständigt der ersthelfer rettungswagen und notarzt mit hinweis auf den verdacht des genickbruchs. bis zum eintreffen dieser bleibt er lediglich bei dem verletzten und überwacht die vitalfunktionen. wenn der verletzte bei bewusstsein ist, wird mit dem verletzten geredet, um ihn bei bewusstsein zui halten, zu beruhigen und möglichst den schock gering zu halten.

bei verdacht auf schädel-hirntrauma niemals die beine des verletzten hochlagern.

mein tipp: mach einen erste-hilfe-kurs.

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