Was tue ich,wenn ein pferd steif läuft?

9 Antworten

Wenn es ein fremdes Pferd ist, trägt jemand anders die Verantwortung dafür, insofern wirst Du, wenn Du einwirken willst, nur zum Lästerer, Einmischer oder gar Ahnungslosen gestempelt.

Man muss heute davon ausgehen, dass nahezu alle Pferde mit 10 Jahren bereits diverse Arthrosen haben. Natürlich nicht, weil die Leute wissentlich ihre Pferde überlasten, sondern eher, weil es aus Unwissenheit passiert.

Als die Pferde noch ein wichtiges Wirtschaftsgut waren, als man erheblichen Schaden erlitt, vielleicht sogar sein Geschäft / seine Landwirtschaft aufgeben musste, wenn eines zu früh in Rente gehen musste, seine Leistung nicht mehr erbringen konnte, wurden die Pferde gesünder alt. Rente ist natürlich ein weit gespannter Begriff. Wer es sich leisten konnte, stellte es seinen Kindern zum üben zur Verfügung, damit die genug Pferdekenntnis hatten, bis sie dran waren, mit ihnen selbst den Lebensunterhalt verdienen zu müssen. Die anderen Pferde gingen zum Metzger.

Heute verschleißen Pferde unter anderem, weil ...

... kaum mehr jemand beurteilen kann, was ein guter Huf ist und was nicht. Man stellt sie einem Schmied hin und hofft, den richtigen ausgewählt zu haben. Sehr viele Arthrosen kommen aber aus unphysiologischen Hufen.

... kaum jemand weiß, wann ein Pferd körperlich so weit ist, Arbeitsaufgaben aufnehmen zu können und wie man es dahin führt, alle Pferde werden nach einem Schema F ausgebildet.

... man auch keine Ahnung hat, wie Pferde an größere Leistungen herangeführt werden sollen / können / dürfen ... man fordert sie oft das ganze Jahr zu wenig, um sie dann auf einen Schlag zu überfordern.

Wenn es jetzt ein eigenes Pferd wäre:

Barhuf gehen lassen, damit auf die geschädigten Gelenke nicht auch noch die Schläge des Eisens bekommt. Da hilft ein Kunststoffbeschlag übrigens auch nicht oder eine Einlage. Das mildert vielleicht 10% dessen ab, was man dem Pferd durch überhaupt Beschlag an weicher Fußung nimmt. Und das eben auch noch mit einem Bearbeiter, der für eine physiologische Hufstellung sorgen kann. Das ist insbesondere bei einem Pferd, das bereits einen Reheschub hatte, wichtig. Leider sehe ich sehr viele Hufbearbeiter, die das nicht hinbringen.

Ständig in Bewegung halten, keinerlei erzwungene Stehzeit, möglichst keine einzige Stunde am Tag. Am besten Aktivstallhaltung o.ä. Die unebene Weide tut schonmal gut, um dem Pferd ein gewisses Grundtraining zu geben, weil es in seiner Freizeit durchaus besser entscheiden kann, wieviel es gehen möchte als wenn der Mensch das entscheidet. Aber die Frage ist, ob es in reiner Weidehaltung lebt oder mir vom Stehen steifen gelenken da raus kommt.

Und dann gibt es natürlich auch noch andere Möglichkeiten, das Leben mit Arthrosen zu verbessern. Das reicht vom Zufüttern von Hagebutten, die durch die enthaltenen Galaktolipide Entzündungen endämmen können über Physiotherapie bzw. korrekte Gymnastizierung, die die Muskeln so stärkt, dass diese das Pferd besser unterstützen können bis hin zum Medizinschrank des Tierarztes. Ich rate immer dazu, von der nebenwirkungsfreiesten Methode her zu beginnen und nur dann zu Eindecken oder Medizin zu greifen, wenn alles andere ausgeschöpft ist, denn ab Eindecken habe ich Nebenwirkungen und möglicherweise sind diese gar nicht nötig.

Aber, wie eingangs erwähnt: Jeder trifft die Entscheidungen, die er für richtig hält, für sein Pferd. Kommt plötzlich jemand, der einem erklären will, das sei nicht richtig, mag man das schwer annehmen, denn es macht einem ein schlechtes Gewissen. Leichter tut man sich, wenn man selbst drauf kommt ;-)

Dadurch, dass es nicht dein Pferd ist, wird das etwas schwierig, weil du nicht einfach den TA verständigen kannst, einen anderen Hufbearbeiter holen kannst, nicht einfach irgendwelche "Salben" drauf schmieren kannst.

Wie wird das Pferd denn gearbeitet? Ich tippe mal darauf, dass es nicht gerade vernünftig über den Rücken geritten wird. Vielleicht steckt es auch gerade in einem Rehe-Schub, den du schlichtweg nicht erkennst.

Frage den Besitzer danach, frage ob man eine Ostheopathen, TA, gescheiten Hufbarbeiter dran lassen kann.

Gegen allgemeine Steifheit hilft vor allem ansonsten Gymnastizierung - aber ohne zu wissen, woher die Steifheit kommt, kann man da nicht vernünftig ansetzen.

zum einen - rehe heilt nicht ab.

sie kann zwischenzeitlich symptomfrei sein, aber sie heilt nicht.

wenn die leichte bewegung dem pferd gut tut und die steifigkeit nachlässt dabei, dann ist es gut, weiterhin mit dem pferd spazieren zu gehen.

jede medizinische behandlung überlasse bitte dem besitzer. ebenso das füttern. also keine karotten oder äpfel oder sowas mitbringen. 

Was möchtest Du wissen?