Was treibt den Menschen an?

6 Antworten

Um Anerkennung zu erhalten. Ich bin selber jemand, der ganz stark vom Lob, der Anerkennung usw. der anderen abhängig ist. Ich bin am liebsten Dienstleister und "Helfer" und freue mich, wenn ich anderen damit einen guten Tag oder auch nur einen guten Moment verschaffen kann. Und das hat nicht viel mit Geld sondern vielmehr mit Idealismus zu tun.

Tolle Antwort..! Ganz grossen Daumen von mir..;-)

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@solf1

Der einzige Daumen, den ich hier sehe, ist von mir....

Also solf: hic Rhodos, hic salta!

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@soust

Stimmt nicht, soust von mir gibt es auch einen ganz ehrlichen und lobenden Daumen für butz.

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@Shira

Wäre nicht nötig gewesen, freut mich aber trotzdem ... wegen der Anerkennung! ;-)

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Alles hat irgendwie mit der Suche nach Zufriedenheit und Glück zu tun. Da beide Zustände immer nur von kurzer Dauer zu sein pflegen, muss der Mensch ständig seine Taktik ändern, um den Idealzustand zu erreichen. Ein Kleinkind, das aus Klötzchen einen Turm gebaut hat, wirft ihn fast augenblicklich wieder um um etwas Neues zu schaffen,auf das es wiederum stolz sein kann. Wer sich nach einem anstrengenden Tag auf die Couch fallen lassen kann, empfindet wohl in diesem Moment ein absolutes Glücksgefühl, das aber nach kurzer Zeit der Langeweile und Unzufriedenheit weichen wird, falls sich kein neuer "Kick" dazu gesellt, indem er etwas Neues in Angriff nimmt (und sei es nur, sich ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen). Ich denke, dass nur aus diesem Grund, nämlich dem - natürlich - vergeblichen Versuch, einen dauerhaften Glückszustand zu erreichen, überhaupt das Rad erfunden wurde, denn ein Mensch, der den absoluten Glückszustand erreicht hat, hat kein Interesse mehr daran, irgendetwas zu ändern, zu erfinden, sich zu bewegen oder sich überhaupt anzustrengen.

In der Schule habe ich gelernt, dass Tiere im Gegensatz zu Pflanzen und Pilzen defizitäre Lebewesen sind, die ihr ganzes Leben lang Futter und Wasser suchen müssen, um am Leben bleiben zu können. Das ist beim Menschen nicht anders, denn er ist ein Säugetier. Nun war das Leben für die prähistorischen Menschen ein anderes wie für uns heute. Aber es ist immer noch so. Wir haben ein genetisches Programm implementiert, dass uns dazu "zwingt" instinktiv unseren Trieben zu gehorchen.

Nun haben die Menschen im Zeitalter der Aufklärung diese Prinzipien erkannt. Sie haben erkannt, dass sie mehr Sklaven ihres eigenen Hungers waren, anstatt "freie" Menschen. Dies war die Geburtszeit der Ethik. Menschen sind jedoch niemals vogelfrei, wie ein Vogel, der sein Futter sucht und vögelt um Eier zu legen und auszubrüten. Menschen sind in Gesellschaften auch nicht frei, wie ein frei stehender Baum oder ein Eremit. Eine Gesellschaft ist eher vergleichbar mit einem Wald. Der kann komplett abbrennen, was trotzdem kein Weltuntergang wäre.

Jean-Paul Sartre hat eines seiner Hauptwerke mal in folgendem in meinen Ohren absurd klingenden Satz zusammengefasst:
Der Mensch ist dazu verurteilt frei zu sein.

Ich hätte geschrieben: Menschen sind voneinander abhängig.

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