Was Studieren?! (Programmieren)

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In der Spieleentwicklung gibt es viele verschiedene Berufe, mit unterschiedlichen Aufgaben. Einen guten Überblick gibt der Wikipedia Artikel Spieleentwicklung.

Wichtig ist es, drei Felder zu unterscheiden:

Game Design = theoretischen Konzeption von Spielwelt, Regeln und Charakteren. Entspricht Drehbuch und Regie beim Film, ist also der Spitzenjob.

Game Artist = visuelle Gestaltung des Games, z.B. Hintergründe malen, Figuren in 3d modellieren und animieren, Level designen; oder Musik und Geräusche fürs Game machen

Game Development/Programmierung/Entwicklung = Programmieren des Spiels, also Code in einer Programmiersprache wie C++, C# oder Javascript schreiben

Die Aufgaben sind in den drei Bereichen sehr unterschiedlich, und dem entsprechend sind auch die Ausbildungen unterschiedlich. Für jemanden der heute mit der Ausbildung beginnen will würde ich empfehlen:

Game Design: dieser Job ist am schwierigsten zu erreichen, da gibt es keine Ausbildung die dich direkt hin führen kann. Du brauchst jahrelange Erfahrung in einem der beiden andern Bereiche, und musst Dich dann langsam hoch arbeiten, und dabei viel Glück haben.

Game Artist = Studium an einer gestalterischen FH im Bereich Mediendesign, Computer Animation oder Sound Design.

Game Development/Programmierung/Entwicklung = Entweder Studium an einem spezialisierten Studiengang für Game Development (ja, das gibt es heute auch an öffentlichen FHs und Unis, nicht nur an privaten), oder Informatik-Studium mit Schwerpunkt auf Computergrafik.

Beispiele für solche Studiengänge (es gibt natürlich noch viel mehr):

Game Artist

  • Berlin: HTW, Game Design Bachelor

  • Salzburg: FH, Computeranimation im Studiengang MMA

  • Kaiserslautern: FH, Bachelor Virtual Design

  • ....u.s.w.....

Game Development:

  • Salzburg: FH, Augmented Reality und Game Development im Studiengang MMT

  • München: TU, Games Engineering

  • Kopenhagen: ITU, MSc Games

Ausserdem gibt es noch Studiengänge, die eine Mischung aus allen Bereichen (Art, Development, ...) bieten. Ich halte das nicht für sinnvoll, ausser man ist noch völlig orientierungslos und will in alles rein schnuppern.

Besser ist es, sich zu entscheiden und entweder richtig gut in Art oder richtig gut in Development zu werden.

Du erkennst solche Misch-Studiengänge daran, dass Art und Development gleich viel Raum im Studienplan haben.

Lass Dich nicht davon abschrecken, dass es angeblich keine Jobs in der Games-Branche gäbe - das stimmt einfach nicht. Laut http://www.industriekompass-games.de/start gibts 10.000 direkt und indirekt Beschäftigte in der Branche in der BRD. Da findest Du auch Deinen Platz !

Immer das Selbe. Programmieren bzw. Spieleentwickler sein hat wenig zutun mit Spielen. Die meisten kommen über Spiele an den Computer und klar möchte man gern sein Hobby zum Beruf machen. An Spielen arbeiten nun aber unzählige Leute, während einige Designer durchaus Elemente des Spiels selbst zu Gesicht bekommen, wirst du als Spieleprogrammierer in der Regel eher im Code hocken, sprich für dich sieht Battlefield 3 nicht Zwangsweise anders aus als eine Lagerverwaltungssoftware.

Darüber hinaus ist der Bereich eben sehr beliebt und es gibt nicht wirklich viele Möglichkeiten da rein zu kommen, zumindest nicht in die Großen Studios, die suchen sich ihre Leute quasi aus. In .de gibts schon einige Firmen, die sind dann meist eher auf Apps und Browsergames spezialisiert was ich so gesehen hab. Wenn du studieren möchtest ist ein Informatikstudium sicher ganz angebracht, erwarte aber nicht danach an großen Toptiteln zu arbeiten.

Eigentlich tust du dich mit dieser Richtung eher selbst beschneiden. Während du als Informatiker mit akademischen Titel in nem größeren Unternehmen mit bis zu 40k einsteigen könntest, läuft es bei der Spieleentwicklung eher auf Startup bzw. Indieentwicklung hinaus, sprich ein Leben wie als Künstler, klar schaffen da einige den Durchbruch wie Limbo, Farmville und SuperMeatBoy, viel mehr fallen mir aber spontan auch nicht ein.

Kurz vergiss das mit den Spielen, der Beruf ist letztlich das Programmieren und was du programmierst ist relativ egal. Darüber hinaus tut man als studierter Informatiker IN DER REGEL weniger den Codemonkey spielen, sondern ist eher in der Richtung Projektleitung mit Personalverantwortung angesiedelt. Klar kannst du danach Programmieren aber paradoxerweise stellt man Informatiker, welche ein entsprechendes Studium gemacht haben genau dazu nicht ein.

Also an deiner Stelle, wenn du meinst dass du ein Informatikstudium packst, würde ich mich nach einen vernünftigen Unternehmen umschaun, meine Kohle machen und das mit der Spieleentwicklung, wenn es dich dann noch reizt, als Hobby am Wochenende durchziehen auf Indieebene.

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Dann frag ich ich, warum bei uns fast nur Dipl.-Informatiker programmieren. :) Ich bin der einzige Fachinformatiker AW. Alle anderen sind studiert. Und wenn die bei uns anfangen, dann machen sie genau das, was ich mache. Sie programmieren. Nur jene, welche Team-Leiter sind, haben Personalverantwortung und machen tatsächlich auch viele anderen Dinge. Aber sogar die proggen. Selbst unser Entwicklungsleiter programmiert noch. Wenn du bei uns als studierter Informatiker ohne Berufserfahrung ankommst, dann bist du von Personalverantwortung noch weit entfernt. Du bist dann einfach als Junior-Entwickler angestellt und codest. Genauso, wie es bei mir war und aktuell noch ist.

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@Marbuel

Es gibt solche und solche Unternehmen. In der Regel führt das Studium aber eben in die Projektleitung und co. während das bei einer normalen FIAE Ausbildung z.B. nur SEHR wenigen gelinkt, entweder durch Kontakte oder wirklich überragende Leistungen.

Ich hab auch das Glück in einem Unternehmen zu sein, welches auf akademische Titel pfeift und nach Leistung beurteilt. Wer etwas kann und entsprechende Verantwortung übernehmen will, der kriegt sie und auch ein entsprechendes Gehalt, ob nun studiert oder eine normale Ausbildung ist egal.

Daneben ist natürlich auch die Frage, was der Akademiker selbst denn möchte. Sicher kann ich als Dipl.-Informatiker eine Stelle finden, bei welcher ich nix anderes tu als Programmieren. Ich wollte damit natürlich nicht sagen, dass er damit nicht Programmieren kann oder darf aber studierte Informatiker haben wohl meist auch andere Ziele und Möglichkeiten, während ein FIAE diese IN DER REGEL nicht hat.

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@apachy

In der Regel führt das Studium aber eben in die Projektleitung und co.

Das ist eines der Ammenmärchen, die den (angehenden) Studenten immer wieder erzählt werden. Meist behaupten das jene Theoretiker im Ausbildungsbetrieb, die ihren Elfenbeinturm nie verlassen [würden | müssen].

Tatsache ist aber, dass jeder, der der Mathematik auf dem Niveau der 3. Klasse fähig ist, sich an fünf Fingern abzählen kann, dass das gar nicht funktionieren würde: Es gibt nicht einmal annähernd genug Unternehmen; geschweige denn genug Strukturen, die so viele "Häuptlinge" aufnehmen könnten.

aber studierte Informatiker haben wohl meist auch andere Ziele

Die da wären? ... Auch "studierte Informatiker" sind nur Menschen, apachy. Und als sie ihr Studium begannen, haben die meisten von ihnen ähnlich hilflos im "Berufswunsch" herumgestochert, wie es "Facharbeiter" machen:

"Ich möchte gern irgendwas mit Computern machen" war ihr zentrales Motiv. Und da sie Abitur haben, war "Studieren" der nächste konsequente Schritt, bei dem jedes Ausweichen, jedes Zögern von ihrem sozialen Umfeld flankiert wurde: "Wie jetzt? Du hast doch Abi! Studier' doch 'was, Junge! Du magst doch Computer. Dann studierst du halt Informatik, oder wie das heißt!"

In der Regel kommen dann am Ende ebenso durchschnittlich fähige (von Begabung will ich nicht reden) Leute heraus, die - zumindest theoretisch - über einen Haufen theoretischer Kenntnisse verfügen, deshalb aber noch lange nicht fähig sind, Projekte zu leiten oder Personal zu führen.

Ihr großer Vorteil den anderen gegenüber sind aber zwei Dingen:

  • Ein Schein für das scheingläubige Volk
  • Ihr Wissen, dass - und vor allem WIE - man lernen muss, wenn man lernen muss

Die Folge?

Immer mehr "studierte Informatiker" machen sich selbständig, weil sie ihren "geprägten Traum" in der Realität einfach nicht finden können. Und in genau diesem Augenblick verlieren sie ihren einzigen Vorteil: Den Schein von der FH/Uni. Denn ab diesem Punkt interessiert es den berühmt-berüchtigten Gasmann, ob du "Dipl.Inf. (FH)", "Informatiker (BA)", schnöder "Fachinformatiker AW/SI", "Facharbeiter für Halbkreistechnik" oder "gelernter Hausmeister" bist oder warst: Jetzt zählen nur noch Beziehungen. ... Doch auch das müssen die meisten erst mühsam lernen...

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Spiele Entwickler

Viele Spieleentwickler sind Quereinsteiger aus den verschiedensten Berufen: vom Grafiker über den Mathematiker, Biologen und Physiker, bis zum klassischen Informatiker. All diese Spezialkenntnisse werden zusammengefügt, um am Ende das Ziel zu erreichen.

Wichtiger als der erlernte Beruf ist aber Erfahrung. Du solltest vorher schon selbst Spiele programmiert haben. Niemand erwartet dabei Wunder von dir; aber grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten werden ZWINGEND verlangt. Oh, und natürlich Mathe, Mathe, Mathe - Sagte ich schon "Mathe"?. ... aber das wirst du verstehen, wenn du anfängst, deine eigenen Spiele zu programmieren. :)

Software-Programmierer

Je nach Ausrichtung und Interesse ist auch hier die Bandbreite mehr oder weniger riesig. Normalerweise wirst du eher Mathe oder Informatik (in verschiedenen Fachrichtungen) studieren. Aber auch Jura oder BWL - um nur zwei zu nennen - sind nicht ungewöhnlich.

Und auch hier ist der "Quereinstieg" aus völlig fremden Berufen (Medizin, Maschinenbau, Ökonomie, etc.) absolut normal und extrem wichtig. Man braucht die Branchenkenntnisse.

Deshalb gilt auch hier: Erfahrung ist wichtiger als der Beruf. Und um Software-Entwickler zu werden, solltest du einen ordentlichen Brocken an Erfahrung mitbringen. (ACHTUNG: Diese Erfahrung wirst du IN KEINEM STUDIUM - auch nicht im Informatik-Studium -, sondern ausschließlich durch deine Eigeninitiative gewinnen!)

~~~~~~~~~~

Noch ein Tipp: Als Software- und noch mehr als Spiele-Entwickler wirst du als allererstes die Begriffe "ausgelernt" und "Feierabend" aus deinem Wortschatz streichen müssen. Das sind definitiv keine 9-to-5-Jobs!

Kann ich jetzt nicht vollkommen unterstreichen. Ich habe eine Lehre zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung gemacht und hatte wirklich kaum Erfahrung. Trotzdem entwickle ich heute Software. Das Sammeln meiner Erfahrung beschränkt sich eigentlich fast vollständig auf meine Ausbildung. Da hab ich die ganze Zeit dann programmiert. Gut - keine Ahnung, wie das ist, wenn man jetzt studiert hat.

Und Feierabend habe ich auch. :) Den hat eigentlich jeder bei uns. Ob nun ich, als Fachinformatiker, oder unsere Dipl.-Informatiker. 8-10 Stunden sind die Regel. Aber das ist auch in anderen Branchen nicht unüblich.

Das mit dem "niemals auslernen" unterstreiche ich aber voll und ganz. Seitdem ich "ausgelernt" hatte, war ich ständig dabei, mir immer wieder neue Dinge anzueignen. Meist privat nach Feierabend. Das gehört absolut dazu.

Quereinsteiger haben wir auch viele. Einer hat Jura studiert und gehört - meiner Meinung nach - sogar zu den besten bei uns. Viele andere sind Elektro-Ingenieur. Die meisten aber Dipl.-Informatiker.

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Danke euch schonmal im Vorraus Mfg

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