Was stört Euch an der deutschen Sprache?

16 Antworten

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  • Als Muttersprachler stört mich eigentlich nichts wirklich an der deutschen Sprache. Ich finde die deutsche Sprache sehr schön. Man kann sich mit ihr sehr nuanciert und klar ausdrücken, der Wortschatz ist riesig und der Satzbau schön flexibel.
  • Der Schatz an Vokal-und Konsonantenlauten ist vergleichsweise groß, was mir positiv erscheint. Die Laut-Buchstabenzuordnung liegt im oberen Drittel und könnte noch besser sein.
  • Nüchtern von außen betrachtet ist die deutsche Grammatik sicherlich unfassbar kompliziert. Das Flektionssystem ist quasi in jeder Hinsicht unnötig schwierig und insgesamt suboptimal.
  • Die letzte Rechtschreibeform empfinde ich als misslungen, obwohl ich prinzipiell durchaus einige Änderungen und Vereinheitlichungen befürworten würde.

"Was stört euch an der deutschen Sprache?"
Es geht um die Struktur, nicht um den Gebrauch.

Das grammatische Geschlecht von Dingen, Gegenständen:
der Löffel, die Gabel, das Messer,
der Kopf, die Brust, das Gesäß,
der Darm, die Niere, das Herz,
der Arm, die Hand, das Bein,
der Baum, die Tanne, das Gehölz,
der Wagen, die Kutsche, das Auto.

Welchen praktischen Nutzen hat das?

Wozu braucht man überhaupt einen Artikel?
Kann die Person ein Mann sein?
Kann der Mensch eine Frau sein?

Auch das biologische Geschlecht müsste sich nicht in der Sprache wiederholen. Ohne das grammatische Geschlecht gäbe es die Seuche des Genderismus nicht.

Oui, bien sûr. La personne peut être un homme, et l'homme peut être une femme.

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@spanferkel14

Oui, bien sûr. L'homme n'est pas forcément un homme!

Et le malade ne décide pas, si il ç'agit d'un homme ou d'une femme. Mais il y a des gents qui le pensent.

So verhunzt der Genderismus die Sprache. Ich weiß nicht, ob das in Frankreich auch so ist.

Ich hätte die Fragen auch anders stellen können:
Ist die Person zwangsläufig eine Frau?
Ist der Mensch zwangsläufig ein Mann?
Aber dann hätte ich nicht beide Geschlechter in einem Satz.

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Artikel ist anders als grammatisches Geschlecht. Latein hat keinen Artikel, aber es hat grammatische Geschlechte.

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@kordely

Ja, ich weiß. Das grammatische Geschlecht wird im Deutschen aber durch den Artikel ausgedrückt, im Lateinischen halt durch die Endung.
Einen Sinn für gramm. Geschlechter kann ich nicht erkennen.

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Das halbzerfallene Flexionssystem. Am liebsten würde ich dies wieder zurückdrehen, ansonsten durch Präpositionen und Postpositionen (Nomina) bzw. einheitliche Hilfsverben (Verben) ersetzen.

Die barocke Satzstellung, die mich zwingt, beim Umbau in eine oder aus einer Nebensatzkonstruktion ziemlich viel umzustellen und sorgfältig erneut korrekturzulesen, sowie die Trennung von Verben.

Die Rechtschreibung. Besonders seit der Reform der Rechtschreibreformreförmchenreform.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich bin leider kein Germanist und weiß noch weniger über die historische Entwicklung der deutschen Sprache, interessiere mich aber sehr dafür. Selbstverständlich weiß ich, was Flexionen sind, aber könntest Du mir anhand einiger Beispiele sagen, was Du explizit meinst? Eines fällt mir gerade selbst ein. Vielleicht “die Reise zum.Monde“ ?

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@Kaenguruh

Vermutlich gehört das dazu.

Mir geht es in erster Linie darum, dass die verschiedenen Fälle zu selten an der Form unterscheidbar sind. Bsp. (Wen besucht Rotkäppchen?) Die Großmutter besucht Rotkäppchen.

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@PWolff

Aber ist Dir auch aufgefallen, dass das Genitiv-s schwindet? Ich höre immer wieder, selbst in den Nachrichten, Formulierungen wie “die Folgen des Tsunami“ Ich habe noch “des Tsunamis“ gelernt und laut Duden, gilt das auch heute noch.

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@Kaenguruh

Das ist einfach ein alter Dativ, wie man ihn auch heute noch häufig in Süddeutschland (z.B. in Baden) hört und liest, auch als Akkusativ: "Bitte die Türe nach Anbruch der Dunkelheit verschließen!" Im Standarddeutsch ist dieser nur noch bei einzelnen Wendungen und Wörtern, meistens alternativ zur Form ohne "e" anzutreffen: zu Haus(e), am Hof(e) (des Sonnenkönigs Ludwig XIV.), im Grunde (genommen), vor dem Tor(e), jdm. nach dem Mund(e) reden, am Grab(e), sich zu Tode saufen, am Strand(e), auf dem Land(e), auf dem Dorf(e) etc.

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@Kaenguruh

Aber nur bei Namen und Wörtern, die ohne Veränderung("Eindeutschung") aus anderen Sprachen übernommen wurden. - Außerdem hat der Genitiv ja bei sehr vielen maskulinen Wörtern sowieso kein s, sondern (e)n. Die meisten maskulinen Wörter mit der Plural-Endung -(e)n haben auch im Singular Gen./Dat./Akk. -(e)n: des Herrn, des Löwen, des Automaten, des Studenten, des Kometen, des Bauern, des Menschen, des Trabanten etc.

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Die Benutzungsweise einiger Menschen stört mich massiv...

Ansonsten: ich mag die deutsche Sprache sehr.

Würde ich eine eigene erfinden, wäre die allerdings definitiv an vielen Stellen sehr viel einfacher.

Das Einzige, was mich daran stört, ist wie es verschandelt wird. Mangelhafte Grammatik oder misslungene Versuche, damit zu spielen, wie man das im Englischen macht. Raus kommt dann ein Denglisch, was noch überflüssiger ist.

Sofern überhaupt noch ganze Sätze gesprochen werden. Viele schaffen nicht mal das.

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