Was steht mir an Nachtzuschlag zu?

3 Antworten

Laut BAG ist ein Nachtzuschlag von 25 % angemessen, auch ohne Tarifbindung. Es sei denn die Arbeitsbelasstung ist geringer als in den anderen Schichten, dann darf der Arbeitgeber auch nur 15% oder 20 % zahlen.

1 € ist tatsächlich ein bisschen wenig.

MFG

in der Altenpflege ist die Nachtschicht ebenso anstrengend wie die anderen Schichten. Zudem muss ich ja auch nachts putzen usw. Also angemessen sind definitiv 25%!

wie gehe ich nun am Besten vor? Direkt Anwalt zum Anwalt? Ich befinde mich noch 3 Monate in Probezeit!

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@mimami232

Ja in deinem Fall sind 25 % definitiv angebracht.

Ich würde nicht gleich einen Anwalt beauftragen, aber du könntest dich bei einem informieren, denn wenn er sich einschaltet wird das Arbeitsklima für dich unausstehlich.

Ich würde mich an deiner Stelle bei der zuständigen Gewerkschaft melden, evtl. beitreten, die werden sich für dich einsetzen.

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 Dachte gesetzliche Regelungen gelten für alle?!

Tun sie auch.

 dies verneinte er, das würde nur für Tarifverträge gelten.

Das hätte er wohl gerne.

Wenn kein Tarifvertrag mit entsprechender Regelung Anwendung findet, gilt § 6 Arbeitszeitgesetz. Hier steht im Absatz 5:

"Soweit keine tarifvertraglichen Ausgleichsregelungen bestehen, hat der AG dem Nachtarbeitnehmer für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren"

Wenn der AG also keine zusätzlichen bezahlten freien Tage gibt, ist er verpflichtet, den Zuschlag zu bezahlen.

Prof. Dr. Peter Wedde schreibt dazu im Arbeitsrechtkommentar u.a.:

"Ein Anhaltspunkt zur Angemessenheit lässt sich auch aus den Steuerfreibeträgen nach § 3 b Abs. 1 bis 4 EstG ableiten, die sich auf 25 % bzw. 40 % belaufen."

Sowohl z.B. das BAG (5 AZR 628/04 vom 1.2.2006) als auch das LAG Berlin-Brandenburg halten eine Zuschlag von 25 % für angemessen. Das ist allerdings das Minimum.

https://www.lohn-info.de/zuschlaege_nachtarbeit.html

Hab ich vorher vergessen:

Du bist ja noch in der Probezeit und hast in einem Kommentar gefragt, ob Du gleich zum Anwalt sollst. Dazu kann ich Dir nur sagen, dass Dein AG Dich evtl. kündigt, wenn Du schon mit so "schwerem Gerät" daher kommst. Dir steht zwar mehr Nachtzuschlag als "Ein Euro und paar Cent" zu, die Frage ist allerdings, setzt Du jetzt Deinen Job deswegen aufs Spiel (Recht haben und Recht bekommen sind leider nicht immer dasselbe)

Entscheiden musst Du zwar selbst, ich würde an Deiner Stelle aber mal im Arbeitsvertrag nachschauen, ob und welche Ausschlussfristen/Verfallsklauseln es gibt.

Wenn dort nichts anderes vereinbart ist, kannst Du nach der Probezeit die Dir zustehenden Zuschläge nachfordern, da die Frist dann rückwirkend drei Jahre gilt.

Der AG kann zwar eine kürzere Frist vereinbaren aber die muss mindestens drei Monate betragen. Zumindest für diese drei Monate wäre eine Rückforderung denkbar.

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so eine Klausel steht im Vertrag, Laut Fachanwalt aber unwirksam (hab es telefonisch vorgelesen und den Fall kurz mit meinem Anwalt des Vertrauens besprochen).

Also, ich arbeite in der Pflege, es herrscht aktuell extremer Personalmangel. Ich wurde gebeten von meiner 60% stelle auf eine 80% stelle hoch zu gehen. Habe November 60 Überstunden leisten müssen. Zudem gibt es eine Kollegin (ebenfalls noch in der Probezeit), welche über drei wochen krank war, ohne krankmeldung und bis gestern nicht erreichbar war! Sie wurde weder abgemahnt noch gekündigt.

Ich denke mir, selbst wenn ich erst nach Ablauf der Probezeit dagegen vorgehe, wird mein AG einen Grund finden mir zu kündigen. Der Vertrag ist auf 1 Jahr befristet und würde spätestens dann auslaufen.

Da mein AG selbst Anwalt ist, mischen sich da gewaltige Gefühle in mir. Ich persönlich muss dort einiges an Drecksarbeit erledigen für dich nicht mal eingestellt bin. Daher finde ich es nur angemessen wenn sie wenigstens ordentlich bezahlen!

Mein Gedanke war jetzt, das Geld selbst einzufordern (Hexle2, du hast mir so schön den entsprechenden § geliefert :D )und abzuwarten ob was kommt. Evtl sogar dann Anwalt einschalten, je nachdem halt. Entweder er kündigt mir und ich suche was neues, oder er behält mich und bezahlt angemessen.

Nichts desto trotz, dafür das mein AG selbst Anwalt ist, sehe ich in dem ganzen einen Betrug. Das macht es mir schwer dort noch motiviert zu arbeiten. Zumal ich über die Weihnachtsfeiertage komplett Nachtschicht habe. Und das mit der Bezahlung......

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@mimami232

Leider gibt es überall "Schwarze Schafe". Das ist nicht der erste Anwalt, der auf Gesetze, Vorschriften und Urteile in seinem Job verweist, sich selbst aber als Arbeitgeber nicht an geltendes Recht hält.

Mir ist auch ein Anwalt bekannt, für den das Arbeitsrecht anscheinend überhaupt nicht oder nur zum Teil existiert.

In diesem Fall bist Du wohl nicht schlechter dran, wenn Du von dem "Herrn" gekündigt wirst. In Deinem Beruf findest Du bestimmt einen besseren Arbeitgeber.

Du schreibst ja, dass Du Dich schon mit einem Anwalt in Verbindung gesetzt hast. Dann zieh das durch und lass Dir wenigstens das nachzahlen, was möglich ist.

Alles Gute.

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