Was steckt hinter den Begriffen Kontinuitäten und Diskontinuitäten innerhalb der europäischen Entwicklung?

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1 Antwort

Kontinuität bedeutet soviel wie ungebrochene Fortdauer. In der Geschichtswissenschaft wird dieser Begriff oft verwendet, um darauf hinzuweisen, dass bestimmte historische Erscheinungsformen (z.B. gesellschaftliche oder politische) weiterbestanden obwohl sich die Begleitumstände änderten.

Diskontinuität hingegen bezeichnet in diesem Zusammenhang soviel wie "Bruch".

Beides kann aber auf beinahe alle historischen Prozesse der europäischen Geschichte angewandt werden, je nach Sichtweise.

Ein Beispiel:

Im Allgemeinen wird im späten 15./ frühen 16. Jahrhundert der Übergang vom Mittelalter in die Frühe Neuzeit mit einem Bruch - sprich Diskuntinuität - gleichgesetzt, etwa durch die Erweiterung des geographischen, philosophischen und machtpolitischen Weltbildes durch die Entdeckung Amerikas oder die Spaltung der Kirche im Zuge der Reformation.

Doch gibt es an dieser Stelle mindestens eben so viele Kontinuitäten, die diesen "Bruch" als weniger deutlich erscheinen lassen. So hat sich zu diesem Zeitpunkt für die Mehrheit der Bevölkerung praktisch nichts geändert, da sie an diesen Prozessen weder beteiligt waren, noch von diesen profitierten: Der Adel gab weiterhin den Ton an, die einfachen Bauern lebten weiterhin in Unfreiheit unterschiedlichen Ausmaßes. Man kann also gesellschaftspolitisch an dieser Stelle durchaus von Kontinuität sprechen auch wenn es gleichzeitig einige Diskontinuitäten gab.




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