Was spricht umwelttechnisch gesehen gegen den Wasserstoffmotor? Sind es nur die Kosten?

7 Antworten

Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser hergestellt, wobei viel Energie verloren geht (geringer Wirkungsgrad. Hinzu kommt, daß Wasserstoff (im Gegensatz zu Kohlenwasserstoffgasen) einen Siedepunkt von - 252 °C besitzt, was die Lagerung schwierig macht. Es sind 700 bar-Tanks gebräuchlich. Ein ganz großes Argument aber war immer die Verwendung von Platin als Katalysator der Brennstoffzelle, was es zu einer sehr teuren Texchnologie werden läßt.

Andererseits aber ist seit Ende der 90er spätestens bekannt, daß Wind- und Solarenergie nicht vorhersagbar auftreten und starken Schwankungen unterworfen sind, also eine Massenspeicherung fast unabdingbar ist, wenn man diese Formen in einem nicht vernachlässigbaren Maß zur Energieversorgung einsetzt. Hier wäre Wasserstoff eine Option, besonders für in der Nacht erzeugte Windkraft, die aktuell unter dem Erstellungspreis verschleudert werden muß. Hier wurden Forschungsprojekte aber erst ab c. 2005/2006 stärker gefördert, als die kritischen Netzzustände zu einem nicht mehr vernachlässigbaren Problem geworden waren.

Soweit nicht schlecht, aber die Alternative lautet "Windgas", also durch Windenergie erzeugte Kohlenwasserstoffe, die mit LPG-Gas kompatibel sind, so daß ein weicher Übergang möglich wäre. Die Erzeugung besitzt einen höheren Wirkungsgrad als die Wasserstofferzeugung, die Technologie benötigt kein Platin und ist deshalb insgesamt besser als Massentechnologie geeignet als Wasserstoffbrennzellen bei zudem einfacherer Lagerung, da Kohlenwasserstoffgase sich bei Raumtemperatur durch Druck verflüssigen lassen. Die Erzeugung und Verbrennung, soweit mit Windenergie o.ä. bewirkt, ist CO2-neutral (über Wasserkraft ließe sich diskutieren, da Wasserkraft mit deutlichen, faktischen Ökoschäden verbunden ist, also nicht als ökologisch bezeichnet werden dürfte).

Wasserstoff ist eine Technologie, die auch heute noch betrieben wird, z.B. von Toyota und Mercedes-Benz, aber sowohl der geringe Wirkungsgrad als auch die hohen Kosten der Technologie sind starke Argumente dagegen. Bezieht man Windgas als Alternative mit ein, so wäre dies die Option für die Zukunft, die eigentlich ökologisch auch der E-Mobilität überlegen wäre. (Ein ganz großes Problem der E-Mobilität ist der quasi eingebaute Akku. Die verwendete Akku-Technologie hat auch einen schlechten Wirkungsgrad, man kann nicht schnell "Tanken", die Reichweite ist gering und Ladevorgänge finden regelmäßig zwischen morgens 6 Uhr und Abends 22 Uhr statt, also zur Hauptnutzungszeit des E-Netzes, bei zunehmenden Möglichkeiten des Aufladens in der Garage dürfte sich der Ladevorgang in der Zeit von 18:00 und 21:00 Uhr häufen, also zu Spitzenlastzeiten, zu denen schon jetzt Strom zu Nettopreisen an der Börse zugekauft werden muß, die deutlich über dem Brutto-Verkaufspreis liegen. Hier ist auch "Windgas" in eigentlich allen Belangen der E-Mobilität überlegen.

Um Wasserstoff herzustellen benötigt man unmengen Energie. Wasser mit mit Strom in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten.

Deshalb ist der Wirkungsgrad gering und die Brennstoffzelle deshalb weder ökonomisch noch ökologisch lohnenswert. Außerdem ist Wasserstoff hoch explosiv. BMW, Mercedes, arbeiten seit über 25 Jahren daran.

Island will seine geothermische Energie zu Wasserstoff verarbeiten. Wenn man solche elektrische Energie nutzt, die man nicht transportieren könnte, und mit Wasserstoff dann speichern kann, macht es ökologisch Sinn und ist vielleicht auch wirtschaftlich ok.

Wenn der Strom aber aus Kohlekraftwerken stammt, ist es für die Umwelt schlechter, als Benzin.

Hier etwas aktuelles (April 2018) für dich und für jeden. Du hast schon recht zu fragen. Es ist seit Herbst 2017 soweit (kannst gerne dahingehend weiter forschen). Jeder sollte das alles folgende wissen:

Der "Wasserstoffmotor" von Toyota ("Modell Mirai") ist kein richtiger Wasserstoffverbrennungsmotor im klassischen Sinn wie bei den Benzinern und Diesel-Fahrzeugen:

Das Tanken des Wasserstoffes dient bei diesem Auto lediglich dazu, um für den Elektromotor effizienter Strom zu gewinnen, als dies normale Steckdosen-Autos tun.

Es handelt sich also um eine Wasserstoffbrennstoffzelle. Der getankte Wasserstoff produziert intern Strom für einen Elektromotor.

Aber auch den richtigen Wasserstoffmotor gibt es wieder! Benziner und Dieselmotoren können mit etwas Modifikation richtigen Wasserstoff tanken und als Kolbenmotor verbrennen.

"Als Kraftstoffe für Ottomotoren können neben dem üblichen Motorenbenzin auch Flüssiggas (Propan und Butan), CNG-Erdgas (Methan), Biogas, Klärgas, Deponiegas, Grubengas sowie Ethanol/Methanol und Wasserstoff verwendet werden. Motoreinstellungen wie Zündzeitpunkt/Zündstärke, geometrisches Verdichtungsverhältnis und Luft-/Kraftstoffverhältnis müssen auf den Treibstoff abgestimmt sein. Mischbetrieb ist gleichzeitig oder alternativ möglich. Stark leistungssteigernd wirken Lachgas- und Nitromethaneinspritzung. Sie sind jedoch meist nicht zulassungsfähig." - Wikipedia.

Seit dem Jahr 2017 gibt es nun ein deutsches Start-Up - Unternehmen aus München-Unterschleißheim, genannt keyou.de, welches diesen Motor gerade gebaut hat. BR und MDR berichteten. Hier:

https://www.youtube.com/watch?v=0GnHIMPKKx4

Auf der Seite "www.keyou.de" findest du alles dazu: Man kann alle Fahrzeuge, auch 80iger PKW, auf Wasserstoff umrüsten. Selbst Groß-LKW-Tonner und Busse. Man kann technisch die schweren Metallkarosserien beibehalten, und muss kein Leichtbau nehmen (kein Carbon). Leider sind die Kapazitäten des Unternehmens begrenzt, das Unternehmen klein und neu, und es braucht Förderung und muss Fuß fassen. 2019 geht der Motor in Serie. Leider fehlt der Wasserstoff. 40 Tankstellen nur. Hinten kommt aber Wasser heraus. Der Motor klingt wie ein Benziner. Du könntest alles umrüsten, auch jedes Fahrzeug aus den 80igern. Aber wie gesagt: Der Markt regelt. Ich habe dort angefragt als Privatmann, und man sagte mir, man konzentriere sich erstmals auf dem Stadtbus und den LKW. Und der Druck sei hoch, die Möglichkeiten klein. Wenn alles klappen sollte, werde man auch an die PKW gehen. Honda produziert bereits sauberen Wasserstoff. Eine neue Wasserstofftankstelle kostet laut Toyota 1 Million Euro.

Dann gab es noch einen Iraner, der tankte sogar reines Leitungswasser. In einen abgedroschenen alten Peugeot mit Schlauch gefüllt. Angeblich chemisch umgewandelt. Das Video kannst du dir hier anschauen: Mit Testfahrt und Benzinsound. Wie eh und je alles, nur mit Wasser. Wer hilft solchen Leuten?

https://www.youtube.com/watch?v=XJsiVTJNv7Q

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