Was spricht für eine offene Beziehung, was spricht dagegen?

12 Antworten

Grundlegend sollte einmal gesagt werden, dass man einen weit gefassten Begriff, wie "Beziehung" erst einmal genau definieren müsste. (Davon sprach glaube ich, schon einer meiner Vorredner)

Denn wenn man es genau nimmt, stehst Du mit jedem Menschen in einer offenen Beziehung. Denn wer Mensch ist, der steht nunmal in sozialen Kreisen in Beziehungen. ;-) 

Aber um jetzt explizit noch einmal auf deine Frage zu kommen: Ich finde eine offene Beziehung hat, bis auf den Aspekt, dass du in gewissen Maßen frei bist, keine wirklichen Vorteile. Vielleicht denkt man das am Anfang einer solchen Beziehung, aber wenn Du länger in solch einem Beziehungsmodell lebst, wirst Du schnell feststellen, dass man, sofern Du kein naiver Mensch in dem Sinne "Ich vertraue alles und jedem zu 100% über den Weg" bist, bald Ängste und Probleme bekommen wird, ob der Partner vielleicht schon längst mit einem spielt oder nicht bzw. ob man eventuell nicht mehr gewollt ist. 

Für mich persönlich spielt es auch eine Rolle, ob man überhaupt selbst genug davon überzeugt ist, eine solche Beziehung a) durchzuhalten und b) überhaupt zu wollen. Es kann nämlich durchaus passieren, dass man sich plötzlich nur auf diesen einen Partner fixiert und etwas handfestes möchte, sprich aus einer offenen plötzlich eine feste Beziehung zu machen. Hier spielt es dann natürlich auch eine Rolle, ob der andere Partner das dann will, oder ob er sich eventuell von Dir abwenden könnte und Du dann plötzlich ganz allein dastehst. 

Insofern macht für mich dieses Beziehungsmodell nur dann Sinn, wenn beide Partner auch 100% dazu stehen und davon überzeugt sind. Andernfalls hast du vielleicht plötzlich selbst den Wunsch, nur noch deinem Partner zu gehören bzw. der Partner will mit dir etwas festes oder du bist ständig im Misstrauen, womit so eine offene Beziehung nicht klappen wird und kann. 

Außerdem wäre es für mich keine echte Beziehung und ich für meinen Teil wäre wirklich misstrauisch, weil eine "echte" (Liebes-)Beziehung nun mal nur für 2 bestimmte Personen gedacht ist und nicht, dass plötzlich mehrere da sind.

Es hilft vielleicht, um kurzzeitig Triebe, wie Sex oder so auszuleben, aber glücklich auf Dauer wirst du damit nicht werden - eher unglücklich.

Alles klar Patrick, der Meister hat gesprochen ;-)

Du setzt voraus, dass einer der beiden eifersüchtig wird und es daran scheitert.
Wer sagt, dass das passiert?

Und wer sagt, dass eine monogame Beziehung richtig und eine offene falsch ist und man sie nur eingeht, um Sex zu haben?

Das sind alles Glaubenssätze, aber keine Erfahrungswerte...

1

Wenn einer von beiden liebt ist das unmöglich. 

0

Vorteile:

•) Man muss seinen natürlichen Trieb nicht unterdrücken, man kann jederzeit Sex haben.

•) Keine Eifersucht
Dieser Punkt ist eigentlich weder Vorteil, noch Nachteil. Offene Beziehungen können grundsätzlich nur von Menschen geführt werden die entweder gar nicht, oder in einem SEHR geringen Maß eifersüchtig sind. Insofern, kann es auch keine Eifersucht geben.

•) Weniger Stress
In einer offenen Beziehung gibt es sicher weniger Stress, da man nicht über Dinge wie Fremdgehen diskutieren muss und es ja zur Normalität gehört, mit anderen zu schlafen.

Nachteile:

•) Beide Partner müssen 100% dahinter stehen. Will es ein Partner mehr als der andere, oder hat der eine Partner einer offenen Beziehung nur zugestimmt, um den anderen nicht zu verlieren, ist die Beziehung zum scheitern verurteilt. Einer der beiden wird am Ende definitiv unglücklich.

•) Mehr Regeln
Während bei einer monogamen Beziehung von Anfang an klar ist, dass man mit anderen nicht intim ist, müssen bei einer polygamen Beziehung (meistens) mehr Regeln festgelegt werden, damit sie auch funktioniert.

Lg

Hallo Dominus..., :- )
suchst du "gute Argumente"? Gerne hier meine...

FÜR eine offene Partnerschaft spricht für mich alles!
Sie ist 'offen' im Sinne von frei, das heißt, meine Partnerin ist nicht bei mir, weil sie moralisch oder gesetzlich muss, sondern, weil sie mich will und sich bei mir wohl fühlt. Genau das ist auch umgekehrt für mich die einzige(,,,!) Basis für eine Gemeinsamkeit. Ich gebe zu, das setzt eine gewisse Reife und Vertrauen zum Partner voraus.

Wenn Leute jedoch den Wert einer Partnerschaft am Sex und an dessen Exklusivität festmachen (also auch gar Masturbation ausschließen?;), dann trifft für sie sicher eher die 'abgeschlossene' Partnerschaft zu, in der der Partner sich in seinem Käfig oder Halseisen mit 6m-Kette im Hausflur recht frei bewegen kann ;). Menschen mit nur geringem Vertrauen und latenter oder offener Unsicherheit würden ganz pauschal GEGEN die offene Beziehung sprechen.

Lucas Moeller schrieb sein Buch "Liebe ist ein Kind der Freiheit" <= Sehr lesenswert und nicht etwa politisch. Hat nichts mit der programmatisch offenen Partnerschaft zu tun. Wer aber "Sicherheit" in Liebesdingen fordert, hat das Prinzip der Liebe nicht verstanden:
Liebe ist völlig irrational, sie ströhmt aus, erwärmt den Empfangenen und fordert nie(!) Bedingungen. Liebe ist restlos, alles andere ist Geschacher oder Rechteabwägung/Rechthaberei. Und wenn sich ein Partner erst gegenüber dem anderen rechtfertigen muss... hui, da würde ich beginnen, mir Sorgen zu machen.
Erst dadurch, dass meine Partnerin jederzeit mit einem anderen losziehen könnte (du weißt, überspitzt gesagt;), jedoch bei mir bleibt, bezeugt sich ihre nun wahrlich sichere und zuverlässige, weil freiwillige, Partnerschaft. Das macht sie mir "sicherer" als jede Kette!

Und, wer jetzt mit "Betrug" und "Fremdgehen" oder gar "Geschlechtskrankheiten" anfängt, sollte sich einen zentralen Satz der Liebe einprägen: "Ich will, das Beste für meinen Partner, will, dass es ihm gut geht!" Beide sind erwachsene Menschen und vollverantwortlich. Liebe strahlt aus und verlangt nichts dafür. Ein Mensch, bei dem ich Angst vor Ansteckung hätte, wäre weder in ihrem noch in meinem Bett. Ist auch ne Frage des Umgangs. Nagut, absolute Sicherheit gibt es nicht. Zum Ablauf... da gab es keine spontanen Überraschungen oder plötzliche Urlaubswochen (doch einmal ein Wochenende, das war aber okay).

Dominus, du fragtest nach "Erfahrungen" - meine ganz große Liebe, eine wunderbare Frau und Partnerin, brachte es mir bei, wir waren auch immer mal länger zu zweit glücklich und hatten beide nur Zugewinn durch weitere Freunde. Andere Mal-eben-F*cks waren weder ihr noch mein Interesse.

Unsere Trennung war ausdrücklich nicht in jener Offenheit begründet (sind heute noch gute Freunde) und... eine "offene Partnerschaft" kann nur funktionieren, wenn beide es wollen. Wenn meine Liebe das nicht wollte, würde ich sie nicht dazu nötigen oder betrügen. Denn eine offene Partnerschaft ist in erster Linie "Partnerschaft" :- )


Wenn man schon damit anfängt eine Beziehung mit einem Gefängnis zu assoziieren, kann man gleich Single bleiben, wozu dann eine Beziehung führen.

In deiner Antwort schreibst du, dass eine Beziehung in der man ausschließlich mit einer Person intim ist, ein "Käfig" sei. Im Absatz davor, bezeichnest du eine offene Beziehung als "Freiheit". Daraus lässt sich schließen, für dich gilt:

Sex = Freiheit

DAS ist meiner Meinung nach unreif und nicht die Tatsache, nur mit einem Menschen intim sein zu wollen und das von seinem Partner auch zu erwarten. Freiheit ist ein sehr vielseitiger Begriff und für mich gehört da weitaus mehr dazu, als nur mit anderen zu schlafen.

In diesem Absatz schreibst du außerdem, dass Menschen in einer "geschlossen" Beziehung dem Sex mehr Wert und Exklusivität zuschreiben. Das Gegenteil ist aber der Fall. Menschen die in einer monogamen Beziehung leben geht es nicht um den Sex. Die meisten wollen ganz einfach nicht hintergangen und angelogen werden.
Darüber hinaus, leben sie nicht in einer monogamen Beziehung, weil es moralisch so vorgegeben ist, sondern weil sie es wollen und es sich für sie falsch anfühlt, wenn der Partner während der Beziehung noch mit anderen Menschen intim ist. Stichwort: Eifersucht.
Mir erscheint es so, als würdest du Menschen die in einer monogamen Beziehung leben dafür verurteilen, dass sie ihre Sexualität nur MITEINANDER ausleben wollen. Ich verstehe nicht wieso.

Eine Sache noch: Zum Sex zählt in erster Linie der Geschlechtsverkehr, so sehen das zumindest die meisten Menschen. Masturbation gehört da wohl eher nicht dazu.

In der Frage wurde nach einem Pro und Contra einer offenen Beziehung gefragt. Ein Pro und Contra ist immer objektiv.

Deine Antwort ist allerdings sehr subjektiv und anscheinend auch von persönlichen Erfahrungen beeinträchtigt, was nicht so sein sollte. Wenn du eine polygame Beziehung einer monogamen Beziehung vorziehst, ist das schön und gut, aber dabei sollte man seine Meinung äußern, ohne andere Lebensweisen schlecht zu machen.

Lg

0

Was möchtest Du wissen?