Was spricht dafür und dagegen, dass die AfD eine politische Zukunft hat?

9 Antworten

Dafür spricht, dass derzeit in vielen Ländern die Popularität nationaler und populistischer Politik einen Aufschwung erlebt. Die negativen Folgen der Globalisierung werden sichtbar, sodass in vielen westlichen Ländern eine Stimmung gegen die etablierte Politik herrscht. Die AfD könnte sich in Deutschland als Protestpartei gegen das derzeitige politische System durchsetzen und den durch die politischen Kurswechsel der CDU bisher nicht mehr vertretenen politischen rechten Rand vertreten.

Dagegen spricht, dass die Partei vielfach durch extreme Aussagen negativ aufgefallen ist. Sie hat einen sehr schlechten Ruf in der politischen Mitte und hat Probleme, sich genau zu definieren und festzulegen. Die meisten Menschen denken nicht, dass die AfD wirklich in der Lage wäre, konstruktive Politik zu betreiben. Die AfD verliert an Anziehungskraft, wenn das Gefühl der Angst und die Krisenstimmung wieder abebbt.

Die AfD muss man jetzt mal auf einen Zeitraum von 3 - 4 Jahren beobachten.

Ich bin mit Prognosen da vorsichtig. Die Piraten zogen auch mit Jubel in die Landtage ein und hatten bei Umfragen zur Bundestagswahl auch ihren "eigenen Balken" und nun kann man sie und ihre "fleißige Arbeit" in den Landtagen suchen und bei Umfragen sind sie wieder unter "Andere".

Jetzt ist die AfD ja in zahlreichen Landtagen vertreten und nun können die Wähler/innen ja in den Bundesländern, in denen die AfD vertreten ist, ihre Arbeit, Aussagen, Ziele bewerten - spätestens nach 5 Jahren an der Wahlurne.

Betrachtet man dann mal nach diesen Legislaturperioden die Ergebnisse, entweder mit Gewinnen oder Verlusten, wird man mehr sagen können. Alles andere ist der Blick in die Glaskugel.

Dagegen spricht, das bisherige rechte Parteien, die nur aus einem Grund (Fremdenhass bzw. Hass gegen Geflüchtete) gewählt wurden bisher immer wieder recht schnell ihre politische Bedeutung verloren haben.

Siehe Republikaner oder DVU.

Dafür spricht, dass die AfD bisher die erfolgreichste rechtsradikale Partei in Deutschland seit dem Krieg ist. Rassismus ist in Deutschland immer vorhanden gewesen und wird dies auch noch voraussichtlich für einige Zeit sein. Die Frage ist nur, ob die AfD diese Wähler*innen halten kann oder diese dann im Endeffekt nach "überstandener Krise" wieder Union oder andere Parteien (oder eben gar nicht) wählen.

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