Was sollte man mit solchen Personen machen?

25 Antworten

Es gab schon immer Gaffer, nur heute hat jeder eine Kamera mit dabei.

Da eben die Rettungskräfte sich zuerst um die Verletzten kümmern müssen, können s leider diese widerwärtigen Menschen selten erfasst werden.

Es gab allerdings schon früher ein Strafverfahren dafür, unterlassene Hilfeleistung, Behinderung der Bergung, da kommt einiges zusammen.

So sieht es das Gesetz vor, nur entwischen diese Leute meist in Anonymität und können somit leider nicht zur Verantwortung gezogen werden.

Und so bleibt am Ende einfach die Empörung darüber zurück, auf die dann die Presse aufmerksam macht und einem schaudern lässt.

Genauso schauderhaft sind Personen, die das normal sehen, solche Aufnahmen zugesendet zu bekommen, egal ob es um Unfallopfer geht oder im Wohnbereich oder Arbeitsbereich und niemand macht etwas dagegen.

2
@Singvogelnest

Ich bin da bei dir. Nur gleich und gleich gesellt sich gerne. Bei mir käme es niemandem in den Sinn, solche Bilder zu schicken.

Ich wurde mal angefragt ob ich Rettungswagen fahre. Ja ich wäre gut gewesen, damals noch ohne Navi und ich lehnte dankend ab. Mit der Begründung, dass ich sicher schnell vor Ort wäre, sie nachher aber zwei Patienten haben, einfach weil ich solche Bilder nicht sehen kann.

So passierte auch mal ein grauenhafter Unfall direkt vor mir. Ich machte direkt den Notruf, wo ich alles aufbot. Ich sah das ja, dass das nicht nur Blechschaden ist und es sicher auch die Feuerwehr braucht. Die Stimme am anderen Ende fragte, wie es dem Insassen geht und ich sagte, das weiss ich nicht. Die beharrte aber darauf. Aber ich konnte nicht und fragte den Chauffeur hinter mir, ob er schauen gehen könnte. Auch er zögerte, machte es dann und kam mit der Nachricht zurück, dass er noch atmet aber nicht ansprechbar. Eingeklemmt und es die Feuerwehr dringend braucht.

Noch weiter hinter mir, war zum Glück ein Polizist, zwar Privat unterwegs, der zu mir kam und die Regie übernahm. Ich gab ihm meine Adresse, weil ich Zeuge des Unfalles war und falls Fragen unklar wären, meine Schilderung dazu hätte abgeben können.

Ich wusste, diese Strasse wird über länger gesperrt bleiben, wendete und sagte allen die da Anstanden, sie sollten mir folgen, weil ich sehr abgelegene Strassen kannte, die diese Hauptachse in dem Tal einigermassen Zeitsparend umfahren konnte. Ohne gleich über zwei Pässe wenden und dann von hinten her wieder zu der ein Kilometer weiter weg liegenden Stadt zu gelangen oder dem nächsten Autobahnanschluss.

Später hörte ich in den Medien, dass der junge Mann überlebte, mit der Rega geborgen werden musste und die Strasse für 4 Stunden gesperrt blieb. Was mich erleichterte.

Ich reagierte zwar binnen einer gefühlten Sekunde, war wohl vielleicht real eher binnen einer Minute, richtig und doch konnte ich nicht mehr als zu telefonieren. Ich meine der Wagen krachte gegen einen korrekt entgegen kommenden Lastwagen, machte einen Salto vor meinen Augen und knallte gegen einen Baum, wo er verwickelt totenstill da lag.

Es hatte aber auch andere Leute, die Strasse war viel befahren, weil es ja die einzige Strasse im Tal war und die konnten ihm ja erste Hilfe bieten. Doch hatte ich ein feiges Gefühl und eben, war froh, als eine Person zu mir kam und ich gehen konnte ohne sehen zu müssen.

Klingt nun etwas sarkastisch. Aber man nehme nur mal das Wort, Strassenopfer.

Jawohl, man opferte der Strasse und jeder ist froh, war er nicht dieses Opfer aber einer übernahm da gerade an deiner Stelle diese Funktion.

Brot und Spiele bei den Römern und im Mittelalter bestialische, öffentlich Hinrichtungen, das hätte es nie gegeben, wenn da nicht irgendwo in vielen Menschen diese Schaulust des Entsetzens, irgendwo in ihnen Inne wohnen würde.

Die Tagesschau, Nachrichten wären auch nicht auf schlimme Dinge ausgelegt, die da auf der Welt irgendwo passieren. Denn man könnte auch über schöne Ereignisse berichten. Nur so, weil es eben das grad, wenn nicht sogar mehr gibt, als all das Schlimme. Wo wir uns wohlig in die Kissen legen können und froh sind, haben wir es so gut.

Sensationslust sieht man auch im Zirkus, wo ich echt bei gewissen Nummern ohne Netz oder Sicherungsleine nicht zusehen kann und darum fern bleibe.

Artisten bauen auch bewusst diese Autsch fast-Szenen ein. Ein gekonnter Stolperer auf dem Hochseil oder dem Trapez.

Es scheint offenbar etwas zu sein, das viele Leute, immer noch in die Arenen der Römer oder auf den Richtplatz im Mittelalter führen würde.

Horrorfilme auch nur darum, wenn gut gemacht, Zuschauer finden. Willkommen hinter den Kulissen von gegen aussen angepassten Zeitgenossen.

Ist nicht ein Phänomen von heute, dass sich Leute am Leid von anderen ergötzen und aufbauen. Traurig zwar aber ist so.

1

Ich stand mal auf der Autobahn im Stau (linke Fahrspur), die Unfallstelle keine 10 Meter von mir weg. Auf der Gegenfahrbahn zähfließender Verkehr, einige Fahrer:Innen hatten ihre Smartphones gezückt und filmten bzw. fotografierten. Ich konnte das Kopfschütteln der Rettungsmannschaften sehen. "Steigt doch aus und geht ganz nahe hin, so könnt Ihr die Leichen viel besser sehen! Ist ja vielleicht jemand, den Ihr kennt!" brüllte ich die Leute an. Deren Gesichter liefen knallrot an und sie legten ihre Handys beiseite.

was sollte man gegen solche Personen machen?

Einige Rettungskräfte hatten besonders dreiste "Fotografen/Filmer" schon mal am Arm gepackt und diese ganz nah an die Unfallopfer 'ran geführt und gesagt: "Ist es das, was Ihr wollt? Na los, macht ruhig Eure Fotos und Eure Filmchen!" Die Gaffer wurden kreidebleich und hatten auf einmal keine Lust mehr darauf...

Schocktherapie kann also sehr hilfreich sein - ansonsten hilft nur: Den Spieß umdrehen und die Gaffer anzeigen!

Schocktherapie kann also sehr hilfreich sein - ansonsten hilft nur: Den Spieß umdrehen und die Gaffer anzeigen!

Allerdings praktisch kaum umsetzbar da die Rettungskräfte besseres zu tun haben und die Masse der Gaffer wohl teils zu hoch ist.

2

Glücklicherweise sind natürlich auch meistens Polizisten vor Ort zu finden.

Die aktuelle Sanktion dafür finde ich bereits gut: Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren oder Geldstrafe bis zu 1000€ (in manchen Bundesländern sogar bis zu 5000€).

Schade, dass es solche Menschen gibt.

Woher ich das weiß:Recherche

In solchen Fällen schon, aber an anderen erwähnten Orten nicht.

1

Guten Morgen,

es steht eigentlich nur Zeitungsmitarbeitern oder Rettungskräften zu, zu Archiv- und Auswertungszwecken oder für den Pressebericht Fotos vor Ort bei Unfallstellen zu machen. Und auch dann sind einige Hinweise zu beachten.

Wer anderweitig im Sinne eines Gaffers Fotos aufnimmt oder Videos dreht und ggf. die Opfer aufnimmt, begeht eine Straftat. Mehr kann ich dazu nicht sagen, außer dass ich es als Mensch unglaublich respektlos, geschmacklos, irr und ekelhaft finde. Damit hat auch nichts zu tun, dass ich Mitglied der Verkehrswacht bin und manchen Hintergrund kenne.

Dieser mutige Polizist hier hat richtig reagiert.

https://www.youtube.com/watch?v=eZOSaBWmI4M

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Es ist Aufgabe der Polizei/Gerichtsbarkeit sich mit solchen Leuten auseinanderzusetzen...

Bei aller Zivilcourage, solche Leute anzusprechen macht nur selten Sinn, da diese sich sehr wohl ihres Fehlverhaltens bewusst sind und entsprechend aggressiv mit Ansprache umgehen...

Erfolg?... zum Unfall kommt auch noch ein Streit oder gar Prügelei...

Was möchtest Du wissen?