Was sollte man als Mutter machen, wenn man von seinem 4 jährigen Sohn getreten wird?

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Ich habe nur den Anfang gelesen gehabt und sage Die, die Mutter hat es versäumt, den Jungen das erste Mal als er ihr weh getan hat zu bestrafen. Das Treten ist nur eine Folge vom Schlagen, nämlich damit wird Kevin angefangen haben. Dem Jungen, würde ich nie die Schuld geben, dafür sind Eltern, Erziehungsberechtigte, da. Woher soll den der Junge wissen, wie Menschliches zusammenleben funktioniert? Kann er nicht wissen, wen es ihm keiner zeigt oder erklärt. Aber, mach Dir keine Sorgen, bald kommt der Junge zum Arzt man wird dann das ADHS-Syndrom feststellen und er wird mit Chemie ruhig gestellt….. Mir ist folgendes vor kurzem passiert: Wenn meine Enkel zu Besuch sind, kommt der kleine 4 J immer auf meinen Schoß und er schaut mit mir am PC immer „Cars“. Er darf sich fast immer aussuchen was wir als nächstes schauen, nur ab und an werfe ich denn ein, nein das möchte Opa kurz sehen und dann fing er an wüten zu werden. Wie ich immer sage, Kinder in diesem Alter, brauch man nur zu hören und man weiß ganz genau was bei ihnen zu Hause abgeht. Und dann kam erst einmal DER Satz von ihm, Opa, hörst du nicht was ich sage. Natürlich, hat Opa nicht gehört und da fing er an mich zu kneifen und ich hab sein Oberschenkel in die Hand genommen und zugedrückt (natürlich mit Gefühl) er schaute mich mit Riesen großen Augen an und ich sagte, ist doch ganz einfach, tust du mir weh, tue ich dir weh. Er kletterte von meinem Schoß und ging Wutentbrannt, war mir aber egal. Er hielt Mittagsschlaf und nach dem Mittagsschlaf, kletterte er wieder auf meinen Schoß und wir schauten wieder gemeinsam Cars. Das Hauptproblem bei solchen Menschen ist folgendes: meistens wurden sie in der Kindheit selber geschlagen oder Missbraucht und sie sagen sich, nee mit meinem Kind nicht Das Problem ist nur, sie kennen nichts anderes, also werden die Kinder nicht erzogen und Grenzen Aufgezeigt, um mehr geht es übrigens nicht. Das Kind könnte ja ewig und drei Tage sauer mit mir sein wenn ich ihm einen Ordnungsgong verpasse. Eins ist und muss von vornherein klar sein, wer Kinder schlägt ist doof. Meiner heißt übrigens auch Kevin J) und wenn ich mit ihm her umspinne und er anfängt gröber zu werden, sag ich nur zu ihm, denke dran, wer Wind säht, wird Sturm ernten und das reicht, er lebt ruhiger und ich lebe ruhiger.

DH! :)

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Da bist Du ja ein super Vorbild für Deinen Enkel.

Also ich habe das bei meinen Kindern auch rausbekommen, ohne zurückzukneifen. (Auch wenn Du nur leicht gedrückt hast). In der von Dir beschriebenen Situation hätte es gereicht, ihn von Deinem Schoß runterzusetzen und zu sagen "wenn Du mir weh tust, gucken wir gar nicht". Das wirkt vielleicht nicht nach dem ersten Mal für immer, aber wenn du es immer so machst hat er es nach dreimal begriffen. Wichtig ist konsequentes handeln. Ein unerwünschtes Verhalten hat unerwünschte Folgen. Und zwar immer die gleichen, so kann sich das Kind drauf einstellen. Und beim "Herumspinnen" reicht auch die Androhung, dass man eben nicht mehr herumspinnt, wenn er Dir weh tut. Im Schmerzen anzudrohen ist auch hier nicht nötig.

In einem sind wir uns jedoch einig: Kinder brauchen Grenzen. Und die sollten konsequent durchgesetzt werden. Aber Grenzen und Regeln, die man setzt, muss man auch selbst beachten, und wenn eine Regel ist, dem anderen nicht weh zu tun, dann gilt das für beide Seiten. "Zurückwehtun" ist auch eine Regelverletzung.

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@tintini

Dir auch nochmal ein DH :)

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@pritt

Es wird immer wieder Menschen geben, die Reden und Handeln wie ein Wasserfall, Du gehörst dazu, tintini. Du sagst doch selber, „hat er es nach dreimal begriffen.“ Bei mir nach dem ersten Mal und bedenke ich habe ihm nicht wehgetan. Aber und das willst Du nicht begreifen, ich hatte es ihm richtig erklärt, nur das wird Dich nicht überzeugen, weil Du einfach der Überzeugung bist mit lieben Mutti gehabe kommt man weit und Schnell. Zu Hause hab ich, wie viele so ein Exemplar die meint, wie Du, mit Liebe geht es besser, wie mit Konsequenzen. Eigentlich, handele ich nach einer ganz einfachen Regel bei den Kindern, willst du nicht, will ich auch nicht. Ich entscheide Operativ was zu machen ist, z.B.: Wenn ich sagte zu meinen Jungs, Zimmer Aufräumen, beim zweiten Mal brauchte ich nur noch sagen, was hatte ich gesagt und die Jungs räumten auf. Meine Frau ist 100 Mal hineingegangen und sagte auch Zimmer Aufräumen, bei 101 Mal, hatte sie genug gequatscht, ging ins Zimmer und Räumte selber auf. Was schätzt Du warum es so war? Weil sie es mit purer Liebe versucht hat und nicht mit Konsequenz/en, so einfach ist das. Eigentlich und das merkst Du leider nicht, lieber kritisierst Du mich und dabei geht es im Endeffekt nur um das Ziel und das wird von Beiden erreicht, Du redest viel, ich erreiche das Ziel schneller. Noch ein Beispiel, was Dich eigentlich überzeugen sollte: Meine Enkelin fing an Leute zu beißen, bei mir auch, von mir hat sie ganz leicht eine auf den Mund bekommen, mit den Worten, nein Opa wird nicht gebissen. Die kleine schaute mich mit großen Augen und  ab da, war ich der einzige der nicht gebissen wurde. Bis sich meine Schwiegertochter beim KA erkundigte, was man dagegen machen kann und der KA sagte, beißen sie zurück. Als das Kind das nächste Mal gebissen hatte, biß meine Frau zurück, natürlich sollte das Kind es merken aber nicht Weinen, sie schaute meine Frau erstaunt an und biss nie wieder, aber, WARUM?

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@mikael

Ist auch ganz einfach, man muss nur den Weg finden es den Kindern, verständlich, zu erklären. Ich sehe das so, Du setzt das Kind hinunter und wartest da drauf das es ,von selbst, darauf kommt was es falsch macht, Du erwartest von einem Kind eine Situation zu begreifen, die noch nie da war und ich erkläre es sofort. Bei mir wissen die Kinder sofort, halt das macht man im Menschlichen zusammenleben nicht, Du lässt einen jungen Menschen selber drauf kommen? Da bin ich eindeutig anderer Meinung. Jedes Kind probiert das aus, jedoch dafür bin ich Erziehungsberechtigter um dem Kind den rechten Weg zu zeigen. Was machst Du, versetze Dich doch mal in das Kind, die Frau/Mutti die immer lieb zu mir ist, will mich mit einem Mal nicht, ist in meinen Augen nicht der richtige Weg und trotzdem, wenn das Ziel erreicht wird, ist doch in Ordnung. Also, wenn ich Deinen Weg, tolerieren kann, warum tolerierst Du meinen nicht?

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@mikael

Weil Du dem Kind ein schlechtes Vorbild bist. Beißen tut man nicht. Das gilt aber für beide Seiten. Dass das zurück beißen bei dir beim ersten mal zum Erfolg geführt hat macht es ja nicht besser. Auch ICH habe beim runtersetzen gesagt, warum. Obendrein redest Du von Deinem Enkel. Meine Eltern und Schwiegereltern würden gehörig was zu hören bekommen, wenn sie mein Kind beißen. Was heißt hier, ich will das Kind nicht? Ich will nur nicht, dass es mich beißt.

Was meinst Du, was das Kind denkt, wenn der Opa, der sonst so lieb ist, auf einmal beißt? Selbst wenns nicht weh tut?

Außerdem widersprichst Du Dich da: Du sagst, Du bringst deinem Enkel bei "tust Du mir weh, tu ich Dir weh". Das geht nur, wenns tatsächlich weh tut. Und das hat es anscheinend auch, denn er ist ja wutentbrannt gegangen und erst nach seinem Mittagsschlaf wieder gekommen. Meiner war nicht wutentbrannt, als ich ihn runtersetzte. Jetzt frage ich Dich: was da wohl besser ist.

Nett, dass Du meinen Weg tolerierst. Warum ich Deinen nicht toleriere? Ganz einfach. Der kleine weiß es noch nicht, dass man nicht beißt. Das muss er noch lernen. Aber DU solltest es wissen. Und ihm beibringen. Aber indem Du ihm zeigst, dass nette Menschen (und das wirst Du doch wohl sein) eben NICHT beißen. Auch nicht zurück. Und schon gar nicht kleinere. Wir Erwachsenen sind doch wohl alt genug uns ohne Gewalt gegen unsere Kinder zu wehren,oder? Auch wenn ein Weg zum Ziel führt, muss er nicht richtige sein.

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@tintini

Tut mir leid, tintini, Du hast oben eindeutig geschrieben, „wenn Du mir weh tust, gucken wir gar nicht“,  Wenn Du nur das gesagt hast, schließlich hast Du es geschrieben, dann bist Du eine „dumme“ Mutter, die von ihrem Kind erwartet, das es eine Situation einschätzen muss was noch nicht da war. Hast Du ihm erklärt, so leben Menschen nicht zusammen, das hast Du nicht geschrieben, jetzt im Nachhinein, als ich Dich da drauf aufmerksam machte, tönst Du, hab ich auch gemacht, DANN HÄTTEST DU ES DOCH GESCHRIEBEN. Aber das hast Du nicht Du bist doch in Deinem Mutterwahn so gefangen das Du einen Knüppel siehst, wo keiner ist. Du hast recht, er weiß es nicht ein Kind muss es erst lernen, nur Du begreifst nicht, bei Dir muss er es selbst herausfinden, bei wird es ihm gesagt. Und zwar sofort.

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@mikael

Wieso beleidigst Du mich? Ich habe Dich auch nicht beleidigt. Ich habe ihm gesagt, dass wir nicht gucken, wenn er beißt. In einer anderen Situation habe ich gesagt, "wir machen dieses oder jenes nicht, wenn Du beißt". Das versteht der sehr wohl. Und er weiß ganz genau, dass er mit beißen seinen willen auch nicht bekommt. Und da war er zwei. Nicht vier. Mit 4 Jahren (mein Jüngster WIRD bald 4) ist ein Kind aus der Beißphase eigentlich RAUS. Meiner zumindest. Kann also nicht ganz falsch gewesen sein, wie ich es gemacht habe.

DU hast ihm auch nicht gesagt, dass macht man nicht, sondern "wenn Du mich beißt, beiß ich Dich"

Was lernt Dein enkel bei Deiner Art, zu reagieren? Doch nur, dass Du der stärkere bist und er seinen Willen deshalb nicht bekommt, weil Du, wenn er Dir weh tut, ihm auch weh tust. Da Du der stärkere von Euch beiden bist, sitzt er wohl am kürzeren Hebel und gibt auf. Warte mal bis er in der Pubertät ist. Dann kommst Du mit zurückbeißen nicht mehr weit. Es ist doch so: Der kleine will etwas, das du tust. Z.B. mit ihm fernsehen, spielen oder toben. Dann sagst Du, so wir machen jetzt mal ne Pause. Der kleine will das aber nicht, und versucht sich mit beißen durchzusetzen. Du bringst ihm bei, mit beißen kommt er nicht weiter, weil DU AUCH beißen kannst. Ich bring ihm bei, mit beißen kommt er nicht weiter, weil ich dann nicht mehr tue, was er möchte, sondern mich verweigere. Ist der Junge mal in der Pubertät, bleibt Dir nichts anderes übrig, als meine Verweigerungsmethode anzuwenden. Dann ist ER nämlich der stärkere. Ich bleibe dann einfach bei meiner Verweigerungsmethode und wir beißen uns beide nicht.

Meine Söhne beißen nicht mehr, weil sie verstanden haben, dass es sie nicht weiterbringt. Dein Enkel beißt Dich nicht mehr, weil er aufgibt. Weil er weiß, dass Du der stärkere bist. die nächsten 10 Jahre noch....

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@tintini

Du bist so was von verbohrt, Du nimmst nur was DU glaubst zu wissen, Du gibst Dir nicht mal Mühe andere Texte zu lesen geschweige denn zu verstehen.--- Das weißt Du also genau das mein Enkel mit 4 gebissen hat? Aha, ich gib Dir einen guten Tipp, übe lesen und verstehen.

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@mikael

Der Junge hat gelernt, ich bin der Stärkere. Wenn Du wüsstest, wie lächerlich Du Dich machst. Bist Du wirklich so Naiv, dass Du nur Deine Gedanken zu lässt? Du drückst es so aus, ich habe ihm nur eines gezeigt, damit das was er macht Schmerzen verursacht. Ob Du es begreifst oder nicht, der Junge musste nur seine eigne Medizin schlucken. Ich gebe es Dir schriftlich, Du wirst Dich noch um gucken mit Deinem lieben Mutti gehabe.

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@mikael

Ich bin hier nicht diejenige, die verbohrt ist. Und naiv bin ich auch nicht. Aber für mich ist die Diskussion hiermit beendet. Das ist unter meinem Niveau.

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@tintini

Mensch, tini.., gib mir doch nicht immer solche Vorlagen. Niveaulosigkeit, kann man doch nur erkennen, wenn man Niveau hat.

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ich bin der meinung, dass die mutter richtig reagiert hat - sie hat sich auf augenhöhe des kindes begeben und den tritt nicht ignoriert - sondern ihn sofort angesprochen - dann kann man gern noch weiter erklären, dass man nicht tritt oder haut, weil es dem anderen weh tut und er möchte ja auch nicht, das ihm jemand weh tut - das verstehen vier jährige schon - schlagen ist auf keinen fall ein argument - und würde auch überhaupt nichts nützen - reden ist hier das schlüsselwort - wenn es häufiger vorkommt, dann müssen natürlich konsequenzen her -die müssen aber vorher angekündigt werden - z.b. wenn das nochmal vorkommt, dann darfst du heute keinen sandmann sehen - oder ähnliches - das müsste dann im wiederholungsfall auch durchgezogen werden - konsequenz ist hier viel wert

Ein Kind mit 4 Jahren weiß das es nicht treten darf. Das muß ich nicht immer wieder vorbeten. Wahrscheinlich hat der Prinz einmal ein NEIN gehört und ist ausgetickt. So ist es doch leider oft. Eh Eltern ihrem Kind was verbieten oder Grenzen setzen wird doch schon vorher ein Termin beim Psychologen gemacht, damit die arme Kinderseele keinen Schaden nimmt.

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Ein guter Beitrag!

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konsequenzen müssen IMMER mit der tat in zusammenhang stehen und sollten zeitgleich erfolgen.

 

ein morgens verpaßter tritt, mit dem ´verbot abends sandmann nicht zu sehen steht in keinem zusammenhang, das versteht ein 4 jähriges kind noch nicht.

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@ordrana

ja sicher versteht das ein vierjähriges kind, nämlich wenn die strafe zeitgleich mit der tat ausgesprochen wird. das aussprechen der strafe ist die konsequenz bzw. ein teil davon. das kind hat erinnerungsvermögen und kann, wenn man es abends daran erinnert, den zusammenhang von tat und strafe wieder herstellen. allerdings sollte die angekündigte strafe tatsächlich nicht so weit entfernt sein, dass sich das kind nicht mehr an die tat erinnert. ein paar stunden sind in dem alter kein problem.

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@Schokolinda

Klar, die Lehrbuecher sagen, dass Konsequenz sofoert folgen sollte, aber dauch meine meine Kids haben mit 4 schon verstanden wenn eine Konsequenz erst abends (oder am naechsten Abend) folgte. Und wie.

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Soetwas kann man als Aussenstehender kaum richtig beantworten, da wir nicht die häuslichen Verhältnisse kennen, in denen das Kind heranwächst. Wie gehen die Eltern z. B. miteinander um? Geht es dort vielleicht eher etwas ruppig zu? Unsere Kinder haben uns nie getreten, allerdings haben wir sie auch nie geschlagen und sind auch als Eltern vernünftig und so vorbildlich wie möglich miteinander umgegangen. Unter schlagen verstehen wir allerdings nicht, dass man ein Kind mit 4 Jahren in dem geschilderten  Fall an die Hand nimmt und ihm einen leichten Klaps auf das Hinterteil gibt und dazu die passenden Worte sagt.

Das ist genauso sinnvoll, als wenn man sein Kind anschreit, damit es aufhört zu schreien. Ist das unter euch vernünftigen Erwachsenen auch normal, dass ihr euch beim Streiten ab und an mal einen Klaps auf den Hinterkopf gebt oder macht ihr das nur bei Kindern?

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Bei der Erziehung des beschriebenen Kindes ist schon im Vorfeld etwas schiefgegangen. Nach der Lektüre zahlreicher Erziehungsbücher (u.A. "Kinder brauchen Grenzen") und zwei recht erfolgreich aufgezogenen Kindern kann ich sagen, dass, einfach aber wichtig, Konsequenz nach wie vor das Zauberwort in der Erziehung ist, und VORLEBEN durch die Eltern, also der respektvolle Umgang miteinander. Meine Kinder hatten auch mal Trotzanfälle, das ist normal, aber sie hätten mich NIEMALS getreten. Daher musste ich auf Vorfälle dieser Art auch nicht reagieren. Man sollte also versuchen, durch liebevolle und konsequente Erziehung solche Vorkommnisse zu vermeiden. Wenn Du Dir jetzt schon Gedanken machst, bist Du schon mal auf dem richtigen Weg. Viel zu viele Eltern lassen heutzutage ihren Kindern aus einer gewissen Hilflosigkeit und leider oft Bequemlichkeit sogenannte "Freiheiten" und haben dann ewig mit den Folgen zu kämpfen.

Ich kann dir voll und ganz zustimmen. Kinder brauchen Grenzen und Regeln. Nur wenn Eltern dazu fähig und willens sind wird ein Kind gut erzogen.

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@carsten1979

ach und diese grenzen und regeln macht man klar in dem man tag ein tag aus den erklär-bär spielt? sicher nicht!

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Eine sehr sinnvolle Frage, weil es keine optimale Lösung gibt, sondern nur verschiedene Erfahrungen miteinander verglichen werden können und man dadurch selbst zum Abwägen (im "schlimmsten" Fall ganz spontan) gezwungen wird. Was noch erfreulicher ist, ist die Tatsache, dass du dir über solche Situationen Gedanken machst, denn selbige machen sich viele Leute zu spät oder sogar nie.

 

Aber zum Thema:

Der Mutter kann und darf man keinen Vorwurf machen - nur sie konnte in dieser Situation überhaupt möglichst viele Einflüsse kennen und berücksichtigen und ihrer Überzeugung nach handeln. Da sie keine ganz klare Fehlentscheidung (z.B. Gewaltanwendung) getroffen hat, ist ihre Reaktion vertretbar. Manche Menschen lassen in solchen Momenten schnell Vernunft und Souveränität beiseite und handeln aus dem Affekt - eine sehr schlechte Vorgehensweise, weil kein Abwägen der Dinge mehr stattfinden kann und eine Tat im Nachhinein meist bereut wird.

 

Sicherlich kann man noch Kleinigkeiten analysieren: Der eine Fachmann bewertet das Herabbeugen zum Kind als sehr sinnvoll, der andere stellt dies vielleicht eher in Frage. Der eine findet die Reaktion der Mutter gut, der andere hätte sich vielleicht noch dies oder jenes gewünscht. Aber innerhalb von Millisekunden angemessen zu handeln, ist bereits schwer genug, deshalb gebührt der Mutter ein Lob.

 

Denn entscheidend ist: Ruhe bewahren, Souveränität beweisen, Lage analysieren. Lieber ein paar Sekunden warten als falsch reagieren. Wenn Unerwartetes eintritt, muss man innerhalb möglichst kurzer Zeit möglichst gute Entscheidungen fällen. Derjenige, dem in einer solchen Situation die "Hand ausrutscht", hat sich nicht unter Kontrolle und handelt ohne Nachdenken. Oder würde er - wenn er genügend Zeit zum Nachdenken hat - Gewalt auch befürworten? Wenn ja, sollte man sich grundsätzlich Sorgen um ihn machen.

 

Gewalt gegenüber Unterlegenen ist grundsätzlich nicht zu rechtfertigen. Wer unnötig Gewalt anwendet, ist zu faul oder zu dumm, um nach einer besseren Lösung zu suchen. Sicher ist es am einfachsten, wenn man einem Kind mit Schlägen klar macht, dass es dieses oder jenes nicht machen darf oder soll. Was aber, wenn der "Schläger" nicht anwesend ist? Dann wird das Kind das Verbotene tun, weil es keine direkten Strafen befürchten muss. Dann wird das Kind das Verbotene tun, weil es nicht weiß, WARUM es ihm verboten wurde.

 

Verbote sind nur das letzte Mittel, damit kein Unrecht geschieht. Viel günstiger ist es, wenn eine Person selbst erkennt, was sinnvoll und weniger sinnvoll ist und dementsprechend handelt - man soll aus eigener Überzeugung vernünftig handeln, nicht aufgrund von Verboten, Befehlen oder Vorschriften. Und auch Kinder sind dazu in der Lage - wenn man sich die Mühe macht, ihnen Dinge angemessen zu erklären, können sie viel mehr verstehen als man auf den ersten Blick vermutet. Gewiss gibt es Situationen, in denen ein Kind partout nicht vernünftig handeln will, aber dann ist weniger Gewalt, sondern vielmehr Strenge in Form von klaren Worten und anderen (langwierigeren) Aktionen nötig. Oder darf die Polizei auch auf einen Betrunkenen einprügeln, nur weil er nicht wie gewollt handelt? Wie kann man nur sofort Gewalt anwenden (wollen), nur weil etwas nicht so läuft, wie man es sich wünscht?!

 

Da fällt mir ein schönes Zitat von Rita Süssmuth ein, dem ich mich bedenkenlos anschließe:

Gewalt ist Analphabetentum der Seele.

 

Um noch einmal auf deine Frage zurückzukommen: Interessant wäre es herauszufinden, wie der Sohn sich die Verhaltensweise, die er an den Tag gelegt hat, angeeignet hat. Kinder lernen durch Sehen, ahmen fast alles nach, was sie zu Gesicht bekommen. Wo hat er also gesehen, wie jemand zugeschlagen hat? Schade, dass wir das hier nicht klären können.

 

P.S. Natürlich können aus Kindern, die schwer geschlagen wurden, herausragende Persönlichkeiten werden, die tolle Leistungen vollbringen und Gewalt ablehnen. Natürlich können auch aus Kindern, die nur leicht geschlagen wurden, herausragende Persönlichkeiten werden, die tolle Leistungen vollbringen und Gewalt ablehnen. Aber aufgrund einer (zufällig?) guten Entwicklung eines Kindes soll man die Untaten der Eltern nicht verharmlosen - Gewalt jeglicher Art und möglichst gute Erziehung bzw. möglichst gute Entwicklung widersprechen sich fundamental. Daher wird Gewalt von Fachleuten grundsätzlich abgelehnt und daher hat die Mutter hier vielleicht nicht perfekt, sicher aber auch nicht falsch, sondern in jedem Fall angemessen und vertretbar gehandelt.

Großartige Antwort und, wenn man sich einige Beiträge hier anschaut, leider allzu notwendig. Es ist erschreckend für wie normal manch einer Gewalt gegen Kinder hält, dass er sie auch noch öffentlich propagiert. Hoffentlich können Argumente da noch helfen.

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@gracchus

Danke - kein Wunder, dass Gewalt in unserer Welt eine so große Rolle spielt, wenn sie öffentlich in manchen Situationen (nicht einmal nur in Notwehr) für gut befunden wird bzw. sogar zu Gewaltanwendung geraten wird. Zudem wird sie im Nachhinein gerne beschönigt - aber auch ein Klaps ist Gewaltanwendung. Vertretbar sind lediglich Aktionen, die keine aktiven Schläge beinhalten, z.B. das Wegtragen eines schreienden Kindes (vergleichbar mit dem Wegtragen von blockierenden Demonstranten durch Polizisten). Man kann Strenge und Konsequenz auch mit passenden Worten zeigen, nicht nur mit Gewaltanwendung, die beim Kind unnötigerweise nur Angst hervorrufen.

 

Achja, meine Antwort behandelt nur die eine Aktion der Mutter - dass im Voraus manche Dinge nicht optimal verlaufen sind, ist sehr wahrscheinlich, sonst hätte sich die beschriebene Situation wohl nicht ergeben.

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Eine SEHR schöne Antwort!!!DH!

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