Was soll man von einem Paar halten, das sein Kind zur Adoption freigibt, weil es das Downsyndrom hat?

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18 Antworten

Niemandem, der nicht selbst in einer bestimmten Situation steckt, steht eine Be- geschweige denn Verurteilung der Handlungsweise anderer zu.

Man kann für sich selbst ethische und moralische Werte aufstellen und versuchen, entsprechend zu leben. Oft stellt man dann doch irgendwann fest, dass dies nicht immer so einfach ist.

Es ist leicht, theoretische "auf jeden Fall/auf keinen Fall..." und "ich würde immer/nie..." Grundsätze zu äußern, bis man eben selbst in eine Konfliktsituation gerät.

Dieses Paar wird wohl das Für und Wider und die physischen, psychischen, finanziellen und lebenspartnerschaftlichen Aspekte bedacht haben.

Menschen, die mit einem Absolutheitsanspruch durch die Welt laufen, drohen irgendwann über ihren eigenen erhobenen Zeigefinger zu stolpern und sind mir schlichtweg unsympathisch.

Alles Gute für dich!

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Es handelt in meinen Augen zwar nicht unbedingt ideal, aber wahrscheinlich immer noch verantwortungsvoller als ein Paar, das das Kind abtreiben lässt.

Ich schwinge mich nur ungern zum moralischen Oberrichter über andere Menschen auf, die meistens ihre guten Gründe haben, ihre Entscheidungen zu treffen.

Meine Frau und ich haben keine pränatale Diagnostik machen lassen und hätten auch ein behindertes Kind angenommen, auch wenn ich nicht unglücklich bin, dass wir vier gesunde Kinder haben.

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Ich persönlich finde es vollkommen in Ordnung, sein Kind in diesem Fall wegzugeben. So kann man dafür sorgen, dass es ihm gut geht und muss nicht die Gefahr eingehen, selbst überfordert zu sein und dem Kind und sich selbst zu schaden. Immerhin nimmt ein behindertes Kind viel Zeit und viele Nerven in Anspruch, das ist sicher nicht einfach. Natürlich sollte man diese Entscheidung nicht leichtfertig treffen und sich auf jeden Fall nach Alternativen umsehen. In gewisser Weise ist es ja dann doch die Liebe zum Kind und dessen Wohl, das einen dazu bringt, das Kind wegzugeben, aber auch die Liebe zu seiner eigenen Gesundheit. 

Aber dass das Kind behindert sein könnte, hätte man bedenken können, bevor man absichtlich schwanger wird. Bei einer unabsichtlichen Schwangerschaft ist das natürlich etwas anderes. 

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Kommentar von Stellwerk
05.11.2016, 16:56

Manche Behinderungen erkennt man im Zweifel erst nach der Geburt. Die Option einer Behinderung als Grund zu nehmen, niemals schwanger zu werden, ist Unsinn - immerhin ist die Wahrscheinlichkeit kleiner als die, ein gesundes Kind zu bekommen. Sind jetzt die, die absichtlich schwanger werden und ein behindertes Kind bekommen, weniger berechtigt, dieses Kind abzutreiben oder abzugeben als diejenigen, die unabsichtlich schwanger werden? Das ist doch Kokolores. Kein Paar kann vorher wissen, wie es wirklich mit dieser Situation klarkommt.

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Ich selbst wurde zur Adoption freigegeben... Ich vermute das meine leibliche Mutter sich so entschieden hat da sie vllt. schon mit meinen beiden großen Brüder (die höchstens 1-2Jahre älter waren als ich) komplett überfordert war. Ich glaube für das Kind das, das Downsyndrom hat ist es besser eine Familie zu finden die das Kind aufrichtig liebt & zur ihm zur Seite steht... , als eine Familie die das Kind immer wieder runterzieht & mit ihm überfordert ist & deswegen ihren Frust an dem Kind auslassen.

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... das ist dev, besser, als das Kind aus dem Fenster zu werfen oder in einer Plastiktüte auszusetzen, oder im Keller zu verscharren.

Warum sie das Kind zur Adoption freigeben mag ich pauschal gar nicht bewerten können. Immerhin kenne ich die Gründe dafür nicht.

Das wäre genau das gleich, als wenn man dich wegen dieser Frage so pauschal beurteilen wollte. (Siehe das im Zusammenhang mit deinem Nick.)

Dahinter steckt immer eine Geschichte, die man erst mal hören muß.

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Man darf sich als aussenstehender nicht anmaßen darüber zu urteilen, die Eltern tun das sicher nicht aus einer Laune heraus. 

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Wenn Eltern ein behindertes Kind abtreiben wollen, heißt es, schämt Euch, man kann alles schaffen. Wenn das Kind da ist und sie merken, dass sie es nicht schaffen und ihm nicht die Wärme, Liebe, Fürsorge bieten können, die es braucht und es lieber zur Adoption freigeben, dann ist es auch nicht richtig.

Da ich die Beweggründe des Paares nicht kenne, kann ich das nicht beurteilen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass die das machen, weil sie einfach nur happy life haben wollen - niemand gibt leichtfertig sein Kind weg. Diese Entscheidung wird wahrscheinlich unter sehr hohem Leidensdruck gefallen sein und darüber haben Außenstehende meiner Meinung nach zu urteilen.


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Kommentar von Stellwerk
05.11.2016, 16:58

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meiner Meinung nach zu urteilen.

Da fehlt natürlich ein "NICHT".

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Na ja du musst bedenken das manche leute einfach nicht mit behinderten menschen klar kommen ... und besser sie geben es ab als das sie es vor lauter überforderung quälen oder sonstige sachen ... 

ich glaube es ist für die schon schwer genung .... 

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Kommentar von DeinHerrscher
05.11.2016, 20:16

"und besser sie geben es ab als das sie es vor lauter überforderung quälen oder sonstige sachen ... "

Dem kann ich nur zustimmen.

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Das kommt nur sehr selten vor. Nach dem ersten Schreck setzt dann doch meist die Liebe zu diesem besonderen Kind ein. Falls das  doch nicht der Fall sein sollte, ist die Adoption für das Kind sicher die bessere Lösung. So kommt es zumindest in eine Familie, in der es gewollt ist und geliebt wird.

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Bei dir liest sich das so, als hätten es diese Eltern leichtfertig getan.

Ist dir klar, wie viel Kraft für den Umgang mit so einem behinderten Kind aufgebracht werden muss zum Teil?
Auch diese Eltern sind Menschen und keine Superhelden, die alles - einschließlich behindertem Kind - mit links wuppen.

Anscheinend nicht, sonst würdest nicht lapidar darüber urteilen bzw. diese Eltern VERurteilen.

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Ich finde auch, dass man ein Kind nicht zur Adoption freigeben sollte, aber es gibt einfach Eltern, die sich nicht darum kümmern können. Es ist doch tausendmal besser, dem Kind wird ein liebevolles zu Hause gesucht, als dass es ihm bei den Eltern schlecht gegangen oder, dass es - im allerschlimmsten Fall - abgetrieben worden wäre. Das machen manche Eltern nämlich auch und das finde ich viel viel schlimmer.

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Mir wäre es egal

Das ist ihre Entscheidung und damit müssen schließlich sie leben und nicht ich
Also würde ich sie auch nicht unnötig abstempeln wenn sie es nicht haben wollen dann sollen sie es jemanden geben der sich darum kümmern will

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Besser als es von vornherein wegmachen zu lassen. Unendlich viel besser.

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Ist das jetzt eine fiktive Frage, oder kennst du einen solchen Fall?

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Für das Kind ist es sicher die bessere Entscheidung, denn diesen Eltern scheint es schwer zu fallen ein Kind mit Behinderung zu akzeptieren und zu lieben.

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Was man von denen halten soll?

Gar nichts. Solange man nicht viel mehr über den konkreten Fall weiß, sollte man sich kein Urteil fällen.

Du schreibst so, als wäre es einfach, ein Kind zur Adoption freizugeben. Hast du dich jemals mit dem Thema befaßt? Weißt du wieviel verschiedene Gründe es für so eine Entscheidung geben kann?

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Man muss es dennoch nachvollziehen können - Ich meine: es ist unglaublich schwer ein behindertes Kind zu haben, es dazu zu bringen sich gut zu verhalten etc. etc.  Ich kann dieses Paar verstehen, würde mich selbst aber auch für so etwas schämen. Durch die Adoption giebt es aber wenigstens eine Familie die sich dann wirklich um das Kind kümmert, sonst würde sie es ja wohl nicht an sich nehmen  :)

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Kommentar von altgenug60
05.11.2016, 22:14

es ist unglaublich schwer ein behindertes Kind zu haben, es dazu zu bringen sich gut zu verhalten

Ach nein. Unser Sohn mit dem Down-Syndrom ist jetzt 30 Jahre alt. Ihm geht es gut und uns geht es gut.

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Ich würde sagen erwartungsvoll und enttäuscht, aber auch unreif und undankbar

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Kommentar von Stellwerk
05.11.2016, 16:57

Wenn sich das Paar den Anforderungen nicht gewachsen fühlt, vielleicht, weil schon andere Kinder da sind oder einer von beiden nicht ganz gesund sind und sie sich nicht in der Lage sehen, das Kind mit all seinen Bedürfnissen gerecht zu werden - was ist daran unreif, sich zu entscheiden, es in "passendere" Hände zu geben?

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