Was soll ich wegen meiner Eltern tun?

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5 Antworten

Hi , ich streite mich auch oft mit meinen Eltern vor allem mit meinem Vater, auch wenn es nicht so schlimm ist wie bei dir. Du sagst ja das dein Vater Wutattaken hat, wenn so was das nächste Mal passiert und du merkst, dass er das an dir auslässt, dann sag ihm das. Bitte ihn darum, das nicht an dir auszulassen. Ich streite mich mit meinem Vater, wenn wir zu lange aufeinander rumhocken, da du ja noch nicht ausziehen kannst, ist es glaube ich das beste, wenn du Freizeitaktivitäten machst, wie z.B. tanzen, klettern oder so etwas in der Richtung. Du meintest zwar du hast eine Sozial Phobie (ich hab deine Frage leider dazu nicht gelesen), aber wenn du das im Griff hast, dann ist es vielleicht ganz gut wieder unter Leute zu gehen und mal von Zuhause und den ganzen Streitereien dort Abstand zu nehmen und vielleicht lernst du da auch ein paar neue Freunde kennen :) Ich hoffe ich konnte dir damit irgendwie helfen .

Hey, ich danke dir für deinen lieben Rat. Ja, ich denke es hat auch viel damit zu tun, dass ich viel Zeit zu Hause verbringe, da ich mich sonst nirgendwo hinwage. Wenn mein Vater eine Wutattacke hat ist er meistens nicht bei sich daher bringt es nichts mit ihm zu reden. Er ist sich über nichts bewusst. Ich denke das mit den Freizeitaktivitäten ist eine super Idee! Daran habe ich auch schon gedacht. Vielleicht sollte ich mich einfach ein wenig überwinden, damit ich Abstand von zu Hause erhalte. Werde es versuchen. Danke für den Tipp!

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Sprich noch mal mit deinem Vater - aber nicht "einfach so", sondern überlegt euch, was euch am anderen am meisten stört und schreibt das vorher auf. Rechnet es nicht gegeneinander auf, sondern gebt eure Fehler im ersten Schritt zu - damit zeigt ihr schon einen gewissen Respekt dem anderern gegenüber.(Hat dein Vater mit seinen Wutanfällen ja auch schon gemacht!).

Im zweiten Schritt schlägt derjenige, der diesen Fehler macht, eine Lösung vor: wie wär´s mit einem "Code-Wort" oder Trillerpfeife plus "Gelbe/ Rote Karte" wie im Fußball? Ich weiß, das klingt erstmal lächerlich, aber so vermeidet ihr, dass ihr euch gegenseitig hochschaukelt. Pfeife: "Klappe halten!", "Gelbe Karte" heißt: Pause, durchatmen, runterkommen, "Rote Karte" heißt: erst mal Kontaktsperre - wer die Karte zeigt, verlässt das Zimmer für, was weiß ich, 5 Minuten, und überlegt, wie er dem anderen sagt, was ihn grade stört. So können sich BEIDE auf das anstehende Gespräch vorbereiten.

Und direkte Vorwürfe vermeiden, stattdessen "Ich-Botschaften" verwenden: "Es macht mich wahnsinnig, wenn der Fernseher so laut ist" statt "Mach das Ding leiser, bist du taub oder was" usw.

Klingt alles sehr aufwändig und kompliziert, aber wenn man sich das mal angewöhnt hat, ist es eigentlich wesentlich leichter, als sich die Kehle wund zu brüllen...

Und vermutlich wird es auch einfach Zeit, dass ihr eure Hausregeln von "Familie" auf "WG" umstellt - das heißt sicher mehr Pflichten für dich, dafür kannst du aber auch mehr Rechte einfordern. Und versucht es mit einer Art Gesprächsrunde in regelmäßigen Abständen: was hat diese Woche gut geklappt, wo gab es Probleme, warum, und was tun WIR ALLE dagegen... So fresst ihr die Wut nicht in euch rein.

Mach den Anfang, geh hin und sag deinem Vater: "Hör zu, du weißt, dass du mir viel bedeutest, und ich will dir nicht weh tun, aber deine Wutausbrüche machen mir Angst. Weil ich dann nicht mit dir reden kann. Weil du aggressiv bist und ich mich immer verteidigen will. Dann werd ich genauso aggro, und das will ich eigentlich gar nicht, aber ich weiß einfach nicht, was ich sonst machen könnte. Sag mir, was du in dem Moment von mir willst - jetzt, wo wir beide entspannt sind, dann werd ich das beim nächsten Mal probieren."

In meiner damaligen Chaos-WG hat das soweit funktioniert, dass wir einigermaßen friedlich zusammenleben konnten.

Wenn du das so oder so ähnlich nicht willst - du kannst trotz der finanziellen Situation ausziehen: ärztliche Gutachten, eigene Wohnung/ Schülerbafög beantragen usw.

Aber denk drüber nach: was dir anfangs wie "himmlische Ruhe" vorkommt, wird bei deiner Soziophobie schnell zum totalen Rückzug, bei dem du dich den halben Tag auf den "Frieden" in den eigenen 4 Wänden freust, und, sobald du dich dort verbarrikadiert hast, genau diese 4 Wände hochgehen könntest, weil du alleine mit den aufgestauten Gefühlen dasitzt!

Und die Wohnung, die du dir nehmen könntest, wird eher ein WG-Zimmer oder ein Wohnklo im Plattenbau sein, wo du (fast) die selben Probleme mit den Nachbarn haben wirst. Was dir, weil du sie entweder gar nicht oder irgendwann ZU GUT kennst, nur noch mehr Angst machen wird und dich noch weiter in die Einsamkeit treibt...

Ich würde dir raten, deinen Beitrag mal durchzulesen: da ist so gut wie kein Satz drinnen, in dem DU der aktive Part bist. Du bist ein "Opfer der Umstände", ein hilfloses, kleines Etwas, dass der bösen Welt ausgeliefert ist. Nur: du selbst machst dich so klein! Wenn du nur reagierst, bist du natürlich nie verantwortlich, aber du bist halt auch dann nur Nebensache, wenn etwas gut läuft (oder aus deiner Sicht: nichts schlimmes passiert), so dass du nur die "Misserfolge" wahrnimmst.

Wenn du lernst, die Initiative zu ergreifen, aufzustehen und selbst Verantwortung zu übernehmen, musst du dich nicht nur viel direkter mit deinen Niederlagen auseinandersetzen, sondern du hast auch die Chance, SELBER Siege zu erringen oder das eine oder andere Unentschieden zu erkämpfen. Und dann fühlst du dich endlich nicht mehr so hilflos, weil du DEINE Aktionen und Reaktionen SELBER ändern, anpassen, verbessern kannst, statt immer nur auf Vorlagen der anderen zu warten...

Ziemlich lang und chaotisch, ich weiß, such dir das aus, was dir vielleicht helfen kann...

Alles Gute!

Es gibt einen Spruch: " Der Klügere gibt nach." Eigentlich ist das eine Ausrede für Verlierer, aber in diesem Fall, könnte es zu deinem Vorteil sein. Das mit den Gesprächsregel ist ein guter Ansatz. Versuche mehr daraus zu machen. Ansonsten gib du als erstes auf. Entschuldige dich bei deinen Eltern, wenn du etwas "nicht" richtig machst und sag ihnen, dass du es beim nächsten Mal richtig machst. Da müssten deine Eltern nichts gegen haben.

Huhu. Erstmal danke für den Tipp. Ja, der Spruch scheint hier recht angebracht zu sein. Ich denke das werde ich mal anwenden. Das Problem ist nur, dass meine Eltern mir nicht vertrauen. Heißt: Sie denken das ich mein Wort nicht halte. Auch wenn ich es doch tue. Ich versuche dann in mein Zimmer zu gehen um einen Streit zu vermeiden doch sie verfolgen mich & reden dann eine halbe Stunde auf mich ein & danach werfen sie mir Beleidigungen an den Kopf. Sollte ich dies einfach ignorieren? Es fällt mir zwar schwer aber vielleicht wäre es effektiver.

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@VioletJoy

Ja genau! Gegen eine "Wand" reden, führt zu nichts. Beiß die Zähne zusammen und versuch noch 2 Jahre durchzuhalten. Sei möglichst nachgiebig.

Ich wünsch dir viel Glück!

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@Arvikon

Danke dir für die aufmunternden Worte :) Werde mich daran erinnern. Ich habe die Möglichkeit das letzte Ausbildungsjahr (Anerkennungsjahr) im Ausland zu absolvieren. Vielleicht werde ich dies nutzen, um Abstand zu erhalten von daheim. Vorausgesetzt ich kriege eine Stelle. Danke nochmal. Wünsche dir noch einen schönen Tag!

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Wenn dein Vater Wutattacken hat die er nich kontrollieren kann würde ich vorschlagen das du ihm Rätst z.B. 1std. zum Kickboxen nach der arbeit zu gehen damit er seine restliche energie rauslassen kann bevor er zuhause ist. Außerdem würde ich dir vorschlagen immer ruhig zu bleiben auch wenn das manchmal schwer ist. Jedesmal wenn streit aufkommt lässt du deine Eltern ausreden und wenn sie fertig sind kannst du deine meinung im ruhigen ton zu äußern. hoffe ich konnte helfen

Ihr solltet weiter an eurer Streitkultur arbeiten und euch in Gelassenheit üben.

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