Was soll ich studieren und wo sind sie Arbeitschancen besser?

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1 Antwort

Ich kann deine Situation gut verstehen, ich wußte nach der Schule auch nicht so recht wohin. Nach einem Studienfachwechsel, zehn Jahren an der Uni und mittlerweile zwei guten Abschlüssen und immer noch ohne Job kann ich dir folgende Ratschläge geben:

1. Es bringt nichts darauf zu schielen, wie gefragt die Branche derzeit ist oder wie hoch das Einstiegsgehalt. Wenn dir die Studieninhalte nämlich keinen Spaß machen und du nicht jeden Tag das Gefühl hast, an der richtigen Stelle zu sein, wird das mit dem sicheren Job oder dem fetten Gehaltscheque ohnehin nichts.

2. Dazu musst du dir über deine Stärken und Schwächen klar werden, und zwar äußerst selbstkritisch und ungeschönt: Es fällt dir schwer, dich über einen längeren Zeitraum auch für die Dinge zu motivieren, die dir keine Freude machen, du lässt gerne mal fünfe gerade sein und verschiebst Sachen von heute auf morgen oder noch besser auf nächste Woche? Dann wirst du im Studium Schwierigkeiten haben, ausreichend Selbstdisziplin aufzubringen, um für die Klausuren zu lernen und die Abgabetermine für Hausarbeiten einzuhalten.

3. 6 Wartesemester = 3 Jahre sind eine lange Zeitspanne in der du was genau gemacht hast? Etwas zielführendes hoffentlich, das dich auf's Studieren vorbereitet hat. 3 Jahre chillen und dann zum Studium den Hintern hochkriegen ist echt schwer.

4. Mach dich so gut es geht schlau, was für Inhalte in den Fächern gelehrt werden und welche persönlichen Anforderungen du erfüllen solltest. Geh mal an eine Uni, an der eines oder mehrere der Fächer gelehrt werden und sprich mit Studierenden, der Fachschaft, Lehrbeauftragten und zwar auch über die Kehrseiten und Hindernisse das Studienalltags.

Zu deinen Wunschfächern:

Soziale Arbeit und Erziehungswissenschaften sind beides Fächer, die in den kommenden zehn Jahren eine weitere Nachfrage an qualifizierten Absolventen haben werden. Meines Wissens sind Erziehungswissenschaften dabei v. a. auf Kinder- und Jugendpädagogik ausgerichtet, Soziale Arbeit kann man sowohl mit Kindern und Jugendlichen machen, als auch in Krankenhäusern, Rehakliniken Pflege- und Senioreneinrichtungen oder als Streetworker in Birkenstocksandalen mit Drogenabhängigen, Alkis oder Migranten auf der Straße arbeiten (wem's gefällt).

Bei Wirtschaftspädagogik gibt es keinen klaren Trend. Entsprechende Tätigkeiten, etwa im Bereich Consulting, werden auch von Absolventen anderer Disziplinen (ziemlich gut) ausgeführt. hier wird der Arbeitskampf um eine gute Stelle vermutlich deutlich größer sein, als bei den anderen Fächern.

Und abschließend noch die Frage, ob es tatsächlich ein Studium sein soll. Hast du dir bspw. schon ernsthaft darüber Gedanken gemacht, ob es nicht auch ein handwerklicher Beruf sein könnte? Wenn du z. B. geschickt mit deinen Händen arbeiten kannst, könntest du als Handwerker/in sehr viel berufliche Befriedigung finden. Und gute Berufsaussichten gibt es in vielen handwerklichen Berufen ohnehin!

Und falls es doch partout ein Studium sein soll: die kirchlichen Hochschulen haben andere Aufnahmekriterien als Unis und bilden etwas praxisnäher aus.

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