Was soll ich bei einer GFS in Reli über "Johannes Calvin" alles sagen?

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1 Antwort

Es ist die calvinistische Idee, dass derjenige von Gott besonders gesegnet sei, der Reichtum erlangt habe. Siehe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Calvinismus#Calvinistische_Arbeitsethik

Calvins Lehre war mit verantwortlich für die Entwicklung und den "Siegeszug" der sogenannten freien Marktwirtschaft, was heutzutage zunehmend kritisch gesehen wird.

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Bodesurry 10.07.2016, 20:32

Die freie Marktwirtschaft, so wie wir sie heute verstehen, kann man Calvin kaum anlasten. "Beweise" sind  in der von Dir angegebenen Seite zu finden. Zum Beispiel  die  drei Schriftsteller Jeremias Gotthelf, Conrad Ferdinand Meyer und Friedrich Dürrenmatt , die durch den Calvinismus befruchtet sein sollen, hatten oder hätten mit der heutigen freien Marktwirtschaft, bzw. den negativen Auswüchsen, große Probleme.

Eher nach Calvin waren es Firmenstrukturen mit einem Patron. Das heißt einer Person, die das Unternehmen mit großer Verantwortung führte und der das Wohlergehen der Arbeiter ein wichtiges Anliegen war. Der die meisten Arbeiter mit Namen kannte. Stellenwechsel bei Firmen, die einen guten Patron hatten, waren sehr selten. Firmentreue etwas, auf das der einzelne Mitarbeitende stolz war. 

Reichtum mit allen Mitteln, für die Einzelperson selber  und möglichst rasch, das ist aus meiner Sicht nicht Calvinistisch.

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NewKemroy 10.07.2016, 22:32
@Bodesurry

Ich kenne jetzt den Bezug der genannten Schriftsteller zum Calvinismus nicht, aber ich könnte mir folgende Geschichte zusammenreimen:

Kommt ein Unternehmer zu einem Großgeldbesitzer und bittet um einen Kredit für die Produktion seiner neuesten Erfindung. Der Großgeldbesitzer ist einverstanden und gewährt einen großen Kredit, allerdings zu einem hohen Zins. Da sagt dann der Unternehmer: "Ohjeh ohjeh, wie soll ich denn das zurückbezahlen, das geht nicht. Da müsste ich die Zusatzbelastung durch den Zins daduch finanzieren, indem ich diese Kosten teilweise auf den Warenpreis aufschlage und auch von den Arbeiter-Löhnen etwas einbehalte. das werden die Arbeiter nicht mit sich machen lassen." "Kein Problem", sagt der Großgeldbesitzer, "wir propagieren einfach die Lehre von Calvin, der zufolge jeder besonders unter dem Einfluss der göttlichen Gnade steht, der besonders fleißig ist bzw. mehr arbeitet für den gleichen Lohn oder der unbezahlte Überstunden leistet. Und da die aller meisten sich gerne als von Gott begnadet zeigen, wird das auch funktionieren." Der Unternehmer findet den Vorschlag zwar ungerecht gegenüber den Arbeitern. da er aber keine Wahl hat schlägt er ein und unterschreibt den Kreditvertrag.

Auf diese Weise kommt der Kapitalist mit Hilfe von Calvin zu einer sehr lohnenen Rendite.

Im Übrigen bewirkt die oben erwähnte Abwälzung der Zins-Kosten durch Beaufschlagung der Produktpreise, dass auch andere, nämlich die Waren-Konsumenten, mehr arbeiten dürfen. Aber das tun sie ja gerne. Denn wer immer schön fleißig, duldsam und arbeitsbeflissen ist, mit dem meint es Gott ja gut.

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